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Pater Petar Andjelovic
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Menschenrechtspreis 1997

Pater Petar Andjelovic OFM

als Provinzial der Franziskaner der Provinz Bosna Srebrena Sarajevo

Zum politischen Kontext

Die Republik Bosnien und Herzegowina spiegelt die ethnische und religiöse Vielfalt des ehemaligen Vielvölkerstaats Jugoslawien wider. Bosnische Muslime, Serben und Kroaten verfolgten unterschiedliche politische Ziele, als Bosnien und Herzegowina am 15.Oktober 1991 aus dem Staatenbund Jugoslawien austrat und seine Unabhängigkeit erklärte. Die unterschiedlichen Positionen über die Zukunft der Republik führten letztlich zum Bosnienkrieg, der das Land wirtschaftlich ruinierte, knapp 100.000 Menschenleben kostete und mehr als die Hälfte der Infrastruktur zerstörte. Am 14.Dezember 1995 unterzeichneten die Konfliktparteien in Paris den Dayton-Vertrag, der die Republik Bosnien und Herzegowina schuf.

Dies konnte allerdings die Spannungen zwischen den Ethnien nicht beruhigen. In der Postkonfliktphase kam und kommt es nun darauf an, Wege zu finden, wie die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Volks- und Religionsgruppen friedlich beigelegt werden können.

Preisverleihung 1997 Einige Eindrücke der Verleihung in Bildern

Der Preisträger

Die Friedrich-Ebert-Stiftung verlieh Pater Petar Andjelovic den Menschenrechtspreis 1997 in Anerkennung an seine langjährige Arbeit für die Verständigung zwischen den Völkern und Religionen in der Region und des Eintretens für interreligiösen Dialog und Menschenwürde. Sein Engagement für soziale Gerechtigkeit sieht er als Grundlage für Versöhnung und eine friedliche Verständigung. Diese Würdigung dient der Ermutigung und Unterstützung der Bereitschaft zu Frieden, Ausgleich und Verständigung auf der Basis der Menschenrechte und der Verpflichtung zur Menschlichkeit, wie sie im Wirken des Preisträgers und seiner Ordensgemeinschaft überzeugend zum Ausdruck kommt. Nicht Parteinahme für eine Seite, sondern Anstoß zur Überwindung und Überbrückung der Gegensätze ist das Anliegen dieser Verleihung.

Petar Andjelovic wurde am 9.12.1937 in der Nähe von Brcko geboren. Nach Philosophisch-Theologischem Studium in Sarajevo (1960-64) und Fulda (1964-66) studierte er Publizistik in Münster (1972-75). Von 1966 bis 1972 wirkte er als Kaplan in Essen. 1991 wurde er Provinzial der Franziskaner in Bosna Srebrena. Die Vermittlung zwischen den Gegnern und praktische Hilfe für die Not leidende und vertriebene Bevölkerung stand im Zentrum seiner Arbeit.

Weitere Informationen
Publikationen Reden zum Menschenrechtspreis 1997 Links zu Publikationen Bosnien und Herzegowina Studien zur länderbezogenen Konfliktanalyse von Markus Bickel im Auftrag der FES, Dezember 2005 Der Balkan – von Krieg, Frieden und Europa Von Britta Joerissen, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, Januar 2007 Links Website des Referats Mittel- und Osteuropa der FES Website des FES Landesbüros Bosnien und Herzegowina