Planspiele
Das Planspiel folgt der Idee, die Abläufe in einer politischen Institution, z.B. im Parlament, möglichst wirklichkeitsgetreu nachzuspielen. In Planspielen der Friedrich-Ebert-Stiftung, die unter anderem zu Kommunalpolitik, Europapolitik, Globalisierung und den Vereinten Nationen stattfinden, werden somit reale politische Prozesse simuliert. Ziel ist es, dass junge Menschen Politik nicht als passive Zuschauer, sondern als aktive Gestalter erleben. Wir stellen Ihnen im folgenden zwei Formen des Planspiels statt, die in der Friedrich-Ebert-Stiftung regelmäßig stattfinden.
Planspiel Kommunalpolitik

Im Planspiel versetzen sich Jugendliche nach einer intensiven Vorbereitungszeit in die Rolle der Kommunalpolitiker ihrer Stadt. Sie lernen die „echten“ Politiker kennen, besuchen eine Ratssitzung, bilden Fraktionen, suchen sich Themen, erarbeiten ihre Standpunkte in Form von Anträgen und spielen am Ende eine Sitzung nach.
Dabei geht es um Probleme und Fragen, die die Jugendlichen in ihrer Stadt haben. Warum gibt die Stadt Geld für ein neues Altersheim, aber nicht für einen Jugendclub? Warum gibt es nicht genügend Radwege im Umfeld von Schulen?
Warum hat die Stadt keinen Jugendbeirat? Geeignet ist das Planspiel für Jugendliche ab der Klassenstufe 9. Es ist aber auch in offenen Jugendgruppen anwendbar. Das Planspiel erstreckt sich über zwei Projekttage an der Schule, einen Sitzungsbesuch im Stadt- bzw. Gemeinderat und dem gespielten Finale. Die gesamte Organisation und Finanzierung übernimmt die Friedrich-Ebert-Stiftung.
Planspiel Globalisierung

Das Planspiel Globalisierung ist ein zweitägiges Angebot. Am ersten Tag stehen Informationen im Vordergrund. Was versteht man eigentlich unter Globalisierung und was sind die dringlichsten globalen Probleme? Untersucht werden dabei Bereiche wie Klimapolitik und Armutsbekämpfung genauso wie der Welthandel oder die Friedenspolitik.
In die Rollen von Akteuren schlüpfen die TeilnehmerInnen am zweiten Tag. Ziel ist es, über eine gemeinsame Zukunftsresolution zu verhandeln. Beteiligt sind die Vertretungen ausgewählter Entwicklungs-, Schwellen-, und Industrieländer. Die globale Zivilgesellschaft ist in Form von Nicht-Regierungs-Organisationen vertreten und die Wirtschaft durch eine Lobbygruppe. Eine weitere Gruppe spielt die Presse.
Mit dem Planspiel wird ein kreativer Zugang zur Politik ermöglicht. Das Planspiel gibt einen Überblick über die Bedeutung der Verflechtungen in der internationalen Politik und zeigt Perspektiven für einen Umgang mit ihnen auf. Man lernt, warum Absichtserklärung und tatsächliche Politik oftmals auf für Außenstehende nicht nachvollziehbare Weise auseinanderfallen. Neben dem Einblick in komplexe politische Themen steht die Förderung der Teamfähigkeit, der Kompromissbereitschaft und der Diskussionskultur im Vordergrund.

