FES / Politische Akademie
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Liebe Leserinnen und Leser,
Liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung,

die internationalen Finanzmärkte, die europäische Staatsschulden- und Bankenkrise bestimmen weiterhin und maßgeblich die politische Tagesordnung. Die ökonomischen Gewichte zwischen Amerika, Asien und Europa haben sich deutlich verschoben. Die Politik muss ihren Handlungsspielraum nutzen und auf supranationaler Ebene ausbauen, um den entfesselten Finanzkapitalismus zu bändigen, wenn nicht aus der Finanzkrise eine schwere Krise der Demokratie und der sozialen Marktwirtschaft erwachsen soll. Dabei ist die weitere europäische Einigung von zentraler Bedeutung.

Das Streben nach Freiheit und Demokratie in den Umbrüchen der arabischen Länder verlangt eine Neuorientierung der Außenpolitik auf dem Weg zu einer gerechten Weltordnung, in der auch die Menschenrechte allgemeine Geltung erlangen.

In vielen Ländern empören sich insbesondere die jungen Menschen angesichts fehlender Chancen für Bildung und gute Arbeit. Steigende soziale Ungleichheit, Klimawandel, fortschreitende Umweltzerstörung und die erforderliche Energiewende verlangen ein neues Leitbild für gesellschaftlichen Fortschritt, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Dazu gehört auch die Gestaltung eines solidarischen Sozialstaates unter den Bedingungen des demografischen Wandels.

Demokratie und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern immer wieder durch Ermüdung, politischen Extremismus und Populismus gefährdet. Das Verständnis von Freiheit und Transparenz in einer digitalisierten Öffentlichkeit muss ebenso geklärt werden wie das Verhältnis von Sicherheit und Bürgerrechten im Internet. Gleichberechtigung und wechselseitige Anerkennung in unserer kulturell vielfältigen Migrationsgesellschaft bedürfen weiterhin großer Anstrengung. Politikskepsis und Politikverdruss verlangen Vertrauensarbeit durch klare politische Alternativen und glaubwürdige Politik. Aber auch eine größere Bürgerbeteiligung bei der Willensbildung in der Parteiendemokratie durch neue und ernsthafte Formen des Dialogs und der Mitentscheidung sind erforderlich.

Das Programm 2012 der Politischen Akademie enthält vielfältige Foren des politischen Dialogs, Informations-, Gesprächs- und Orientierungsangebote zu den Debatten über die zentralen Zukunftsthemen. Wir bieten Qualifizierung und Kompetenztraining für das aktive gesellschaftliche, gewerkschaftliche und politische Engagement in Ehrenamt und Mandat. In diesem Sinne verstehen sich viele unserer Bildungsangebote als Werkstätten für eine bessere Zukunft.

Wir orientieren unsere Bildungsziele an dem Leitbild der Sozialen Demokratie. Diese verlangt neben den bürgerlichen und politischen Grundrechten gleiche Chancen der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Teilhabe – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder Religion. Soziale Demokratie will weltweit einen gesellschaftlichen Fortschritt, der soziales Wachstum mit Gerechtigkeit und Ökologischer Vernunft vereint.

Unsere Angebote sind für alle Bürgerinnen und Bürger offen. Wir fördern die Bildungsarbeit der Gesellschaft für Politische Bildung e. V., Würzburg und der Georg-von-Vollmar-Akademie e. V., Kochel. Auch deren Seminarangebote wurden in das vorliegende Programm aufgenommen.

Auf unserer Website www.fes.de  finden Sie die laufenden Aktualisierungen zu unserem Programm. Wir freuen uns auf Sie!

Reinhard Weil

Reinhard Weil
Leiter der Politischen Akademie