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Die Arbeit der FES in Uruguay

Rückblick

Die FES begann ihre Arbeit in Uruguay im Jahre 1985 nach dem demokratischen Neubeginn des Landes. Nach zwölf Jahren Diktatur hatte wieder eine gewählte Regierung unter Präsident Julio Maria Sanguinetti/Colorados ihre Arbeit aufgenommen. Gleichzeitig begann ein politisch-institutioneller Wandlungsprozess, der sich u.a. darin äußerte, dass das traditionelle Zweiparteiensystem seit den allgemeinen Wahlen von 1989 aufgebrochen wurde. Neben den beiden Traditionsparteien der Colorados und Blancos etablierte sich als dritte Kraft die 1971 gegründete Frente Amplio. Mittlerweile ist die Frente Amplio die stärkste Partei in Uruguay.

Die Ziele des FES-Engagements in Uruguay liegen im Bereich der wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Beratung, der umsetzungsorientierten Forschungsförderung und der Stärkung relevanter Akteure in Staat, Parteien, Wirtschaft, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen bei politischen, sozialen und wirtschaftlichen Problemlösungen. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Suche nach Politikkonzepten und will dazu beitragen, den Demokratisierungsprozess zu vertiefen und die Beteiligung der Zivilgesellschaft zu stärken. Wichtige Arbeitsbereiche sind Reformen des Staates, eine auf soziale Gerechtigkeit gerichtete Politikgestaltung sowie die regionale Integration.

Die FES in Uruguay arbeitet mit dem Forschungsinstitut "Instituto Cuesta Duarte" des Gewerkschaftsdachverbandes PIT-CNT und verschiedenen Einzelgewerkschaften zusammen. Die Gewerkschaftsbewegung spielt traditionell eine wichtige Rolle in der uruguayischen Politik und hat entscheidend zur Überwindung der Diktatur beigetragen. Inzwischen geht der PIT-CNT strategische Allianzen mit Organisationen der Zivilgesellschaft ein, um wichtigen Themen, wie z. B. den kollektiven Tarifverhandlungen und dem Kündigungsschutz für Gewerkschaftsfunktionäre Nachdruck zu verleihen. Die Stärkung der Sachkompetenz in bezug auf zentrale wirtschafts- und sozialpolitische Themen, Fragen der industriellen Restrukturierung und der regionalen Integration im Mercosur sind wichtige Arbeitsbereiche der FES. Der PIT-CNT ist zwar kein Mitglied des IBFG, arbeitet aber intensiv in der "Coordinadora de Centrales Sindicales del Cono Sur" (CCSCS), dem Zusammenschluss der Gewerkschaftszentralen in den Cono Sur-Ländern, mit. Die CCSCS engagiert sich in der Stärkung der sozialen Dimension des Mercosur. Die FES arbeitet eng mit dem technischen Sekretariat der CCSCS zusammen, dessen Sitz in Montevideo ist.

Mit der Übernahme der kommunalpolitischen Verantwortung im Amt des Bürgermeisters von Montevideo durch Tabaré Vazquez/Frente Amplio im Jahr 1989 begann die FES, Reformbestrebungen, Politiken der Dezentralisierung und der Bürgerbeteiligung der Hauptstadt zu unterstützen. Diese Zusammenarbeit setzt sich bis heute mit dem gegenwärtigen Bürgermeister Mariano Arana/Frente Amplio fort. Die Kommunalregierungen in ganz Uruguay werden, mit Ausnahme von Montevideo, auch nach den Kommunalwahlen vom Mai 2000 ausschließlich von den Colorados oder Blancos gestellt. Darüber hinaus fördert die FES den regionalen Erfahrungsaustausch - insbesondere zum Thema "Gender und Gleichstellungspolitik" - im Rahmen des Städtenetzwerkes der Mercosurländer, "Red de Mercociudades".

Mit der Gründung des Mercosur im Jahre 1991 begann die politische und wirtschaftliche Öffnung Uruguays nach außen. Nach jahrelanger Dominanz binnenmarktorientierter und protektionistischer Politik löste dies diverse Veränderungsprozesse aus, die von den politischen und sozialen Akteuren kritisch begleitet werden. Die FES schafft in Diskussionsforen die Möglichkeit, Chancen und Auswirkungen der regionalen Integration in Uruguay zu analysieren. Dieser Austausch trägt dazu bei, eine aktivere Politik Uruguays als kompetenter Partner im Mercosur zu entwickeln. Durch eine intensive Vernetzung mit den anderen FES-Büros des Cono Sur, gemeinsamen Aktivitäten und der Entwicklung regionaler Projektaktivitäten können die nationalen Interessen Uruguays mit den regionalen Diskussionsprozessen verknüpft werden.

 

Unsere Partner

Die FES in Uruguay kooperiert themenbezogen mit einem breiten Spektrum von Partnern aus Politik, Regierungsinstitutionen, Gemeindeverwaltungen, Gewerkschaften, Universitäten und Forschungsinstituten, politischen Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen:

  • Mitte-Linksparteien (Frente Amplio/Encuentro Progresista, Nuevo Espacio)
  • Gewerkschaftsdachverband PIT/CNT und Einzelgewerkschaften, Coordinadora de Centrales Sindicales del Cono Sur (CCSCS)
  • Intendencia Municipal de Montevideo, tripartite Institutionen wie z.B. im Arbeitsministerium die Junta Nacional de Empleo (JUNAE), in der Banco de Prevision Social und die Comisión tripartita de Igualdad
  • Mercosur-Sekretariat, dem nationalen Foro Consultativo Economico-Social und der nationalen Comision Parlamentaria Conjunta
  • Wissenschaftliche Institutionen (Universitäten, Forschungsinstitute wie z.B. CIEDUR, CLAEH, CLAES)
  • Nichtregierungsinstitutionen (im Frauen-, Umwelt-, Jugend- und Medienbereich; die den Parteien nahestehenden politischen Institute)

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