Titel der Seite: FES international, Lateinamerika und Karibik
FES / FES International / Lateinamerika und Karibik / Südamerika / Peru / Projektarbeit

Die FES in Peru

Im Zuge der Abkehr von der Militärdiktatur und der allmählichen Öffnung des politischen Systems nahm die Friedrich-Ebert-Stiftung in den 70er Jahren ihre politische Bildungsarbeit in Peru auf. Die Projektarbeit wurde seither fortlaufend an die politischen Rahmenbedingungen angepasst, die sich in diesem Zeitraum bedeutend veränderten.

In Peru läuteten die ersten freien Wahlen 1980 offiziell die Rückkehr zur Demokratie ein. Doch gleichzeitig nahm der Konflikt zwischen Militär und Guerilla extreme Ausmaße an. Die Auseinandersetzungen beförderten 1990 den Wahlsieg Fujimoris, der den Kampf gegen die Guerillaorganisation ‚Leuchtender Pfad’ zu seinem zentralen Regierungsvorhaben machte. Fujimoris autoritäres Regime  führte zu einer Schwächung der demokratischen Institutionen. Zivilgesellschaftliche Gruppen und politische Parteien wurden diskreditiert,  der Rechtstaat ausgehöhlt. Erst mit Ende des Regimes im Jahr 2000 konnte der Demokratisierungsprozess wieder begonnen werden.

Die FES unterstützt in Zusammenarbeit mit Parteien des Mitte-Links-Spektrum und der Zivilgesellschaft die demokratische Konsolidierung. Vor diesem Hintergrund fördert sie die Stärkung der politischen Institutionen, der Zivilgesellschaft und des Parteiensystems.

Drei Arbeitsbereiche stehen dabei im Mittelpunkt:

Stärkung der gesellschaftlichen Reformkräfte

Die Stärkung der Reformfähigkeit von Parteien, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Kräften ist der gemeinsame Nenner der Programme.

Die Zusammenarbeit mit der APRA als einziger Partei des Mitte-Links-Spektrums konzentriert sich auf politische Kernthemen und Prioritäten der jeweiligen Zielgruppe (Studenten, Jugend).  Sie konnte nach dem Wahlsieg Alan Garcías in Richtung Programmberatung ausgebaut werden. Die von einer Reflektionsgruppe erstellte „Nueva Agenda Social para el Perú” enthält nicht nur die Vision einer sozial gerechteren Gesellschaft, sondern benennt auch konkrete Maßnahmen für die einzelnen Bereiche der Sozialpolitik und ist demzufolge für das Selbstverständnis der Partei wie auch für die politischen Entscheidungsträger von Bedeutung.

Wichtigstes Thema in der Gewerkschaftskooperation ist der Prozess der Gewerkschaftseinheit auf regionaler und nationaler Ebene. Die FES bezieht in ihre Programme Vertreter aller Gewerkschaftszentralen mit ein. Dadurch können bestehende Vorurteile abgebaut und die Beziehungen intensiviert werden - ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nationalen, regionalen und  globalen Gewerkschaftseinheit.

Unterstützung des Dezentralisierungsprozesses

Für die Regierung steht bei den Reformen zur Staatsmodernisierung die Dezentralisierung an erster Stelle. Doch mangelt es sowohl an einer Vision als auch an Programmen zur Umsetzung dieser Pläne. Das zivilgesellschaftliche Engagement ist auf dezentraler Ebene nach wie vor groß. Doch die unklare Abgrenzung der Kompetenzen vieler Mitwirkungsgremien kann leicht zu Frustration der Betroffenen führen, die nur selten konkrete Ergebnisse ihres Einsatzes erkennen können. Außerdem fehlt es an vielen Stellen der öffentlichen Verwaltung noch immer an der Bereitschaft, Gruppen der Zivilgesellschaft in ihre Arbeit einzubeziehen. Die Arbeit der FES Peru zielt daher auf eine stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft, um tragfähige Konzepte zur Dezentralisierung zu entwickeln und umzusetzen.

Förderung von politischen Nachwuchskräften

Zwar ist Peru insgesamt ein junges Land, aber das gesellschaftspolitische Engagement der jungen Menschen ist gering. Zu tief sitzen Skepsis und Enttäuschung über das politische System und die traditionellen Organisationen. Die Parteien leiden unter einem eklatanten Mangel an jungen Mitgliedern, bei den Gewerkschaften sind sie praktisch nicht vorhanden. Mit dem Netzwerk Interquorum (IQ) unterstützt die FES junge Menschen, die sich in Organisationen der Zivilgesellschaft oder politischen Institutionen engagieren. Nachwuchskräften wird in Seminaren und Konferenzen die Möglichkeit gegeben, sich über politische Themen auszutauschen und demokratische Formen der Meinungs- und Entscheidungsbildung einzuüben. Lokale IQ-Netzwerke  beteiligten sich darüber hinaus an den Gremien, die zur Abstimmung zwischen der Zivilgesellschaft und den staatlichen Stellen überall im Land geschaffen wurden.

Des Weiteren werden auf regionaler Ebene mit verschiedenen FES-Büros gemeinsame Themen der Andenregion, wie zum Beispiel Fragen der regionalen Sicherheitspolitik oder der Energieintegration behandelt.

Impressum Seite drucken nach oben
Lateinamerika und Karibik | Veranstaltungen | Publikationen | Themen | Karibik | Mexiko und Zentralamerika | Südamerika | Kontakt