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In Deutschland

Andreas Wille
Friedrich-Ebert-Stiftung
Referat Lateinamerika und Karibik
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Fax (+49) 30/ 26935 9253
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Regionale Integration

Bemühungen um regionale Zusammenarbeit und Wirtschaftsintegration haben in Lateinamerika eine lange Tradition. Die Ergebnisse der zahlreichen Integrationsvorhaben, die sich teilweise überschneiden, waren in den vergangenen Jahrzehnten jedoch begrenzt.

Heute stehen die Integrationsprojekte der Region vor dem Scheideweg: Nach Jahren des Stillstands konnten jüngst wichtige Fortschritte in der wirtschaftli-chen und politischen Integration des Gemeinsamen Marktes des Südens (MERCOSUR) verzeichnet werden. Mit der Umsetzung des 2010 beschlosse-nen gemeinsamen Außenzolls schafft der MERCOSUR die Voraussetzungen für eine funktionierende Zollunion. Erste Schritte einer vertieften politischen Integration lassen sich in ausgewählten Politikfeldern, wie z.B. der Sozialpolitik, beobachten, in denen Gemeinschaftsinstitutionen geschaffen werden und die Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung ihrer Politiken kooperieren. 2011 nimmt der Hohe Vertreter seine Arbeit auf, der den MERCOSUR nach außen vertritt und die Gemeinschaftspolitiken koordiniert.

Trotz ihrer jungen Geschichte nimmt zudem die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) bereits einen wichtigen Stellenwert in der zwischenstaatlichen Kooperation ein. Sie hat sich als ein Instrument zur Konfliktlösung in der Region bewährt und spielt eine zunehmend bedeutende Rolle bei der Koordination von Sektorpolitiken wie Sicherheit und Energie.

Die Andengemeinschaft (CAN) hingegen strauchelt nach dem Austritt Vene-zuelas und wird sich entweder als pazifische Alternative rekonstituieren oder in einem südamerikanischen Integrationsraum aufgehen. Geringe Integrationsfortschritte sind in Zentralamerika zu verzeichnen. Nichtsdestotrotz konnten die Assoziierungsverhandlungen mit der EU 2010 erfolgreich abgeschlossen werden. Das Assoziierungsabkommen wird das erste Abkommen der EU mit einer Region sein.

Die Arbeit der FES

Regionale Integration fördert - wie das europäische Beispiel zeigt - nicht nur friedliche Entwicklung und Stabilität, sondern stellt auch einen wichtigen Schritt in Richtung aktive Weltmarktintegration dar. Deshalb arbeiten die Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Lateinamerika und der Karibik bereits seit Anfang der 90er Jahre an der Förderung der Integrationsprozesse. Dabei geht es um den Dialog zwischen den Akteuren, den Aufbau und die Stärkung von Gemeinschaftsinstitutionen und um die Partizipation der Zivilgesellschaft bei der Gestaltung der Integration. Insbesondere die Gewerkschaften spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherung der sozialen Dimension von Wirtschaftsintegration.

Mit dem Ziel, die regionale Integration im Mercosur zu unterstützen, ist die FES Uruguay in den folgenden Bereichen aktiv:

  • Unterstützung der progressiven Fraktion im Mercosur-Parlament beim Aufbau einer regionalen Fraktionsarbeit
  • Stärkung der zivilgesellschaftlichen Partizipation im regionalen IntegrationsprozessDie Konzeption einer verbesserten Politik zur
  • Unterstützung der Städte und Regionen im Mercosur bei der Erarbeitung gemeinsamer Strategien zur Integration
  • Förderung des biregionalen Dialogs zwischen der EU und dem Mercosur

Darüber hinaus beobachtet das FES-Regionalprojekt Nueva Sociedad aktuelle Entwicklungen im Bereich der regionalen Kooperation und Integration über den Mercosur hinaus (Unasur, ALBA, NAFTA etc). Folgende Publikationen sollen die Grundlage für einen qualitativ hochwertigen Austausch der politisch relevanten Akteure über Politikoptionen schaffen:

  • ein Mapping der existierenden regionalen Initiativen sowie
  • regelmäßige Kurzanalysen über die aktuellsten Entwicklungen und zentralen Aspekte regionaler Integration

Weitere Informationen (auf Spanisch) finden Sie unter www.nuso.org und www.fesur.org.uy

Aktuelles zur regionalen Integration in Lateinamerika gibt es hier (auf Deutsch) und hier (auf Spanisch)

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