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Unsere Projektarbeit in Haiti

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat 1987 ihre Arbeit in Haiti aufgenommen. Sie ist jedoch weder mit einem Büro noch mit MitarbeiterInnen vor Ort vertreten, sondern organisiert ihre Aktivitäten über das renommierte Institut Centre Pétion-Bolívar (CPB). Das CPB selbst ist seit 1987 als private Einrichtung ohne Gewinninteresse registriert und seit 1990 als gemeinnützige Institution anerkannt. Im Vordergrund der bisherigen Projektarbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Haiti stand die politische Bildungsarbeit, welche zum Ziel hatte, Demokratie und Rechtstaatlichkeit sowie eine von Pluralismus und Toleranz geprägte Kultur zu fördern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure. Selbst unter den schwierigen Bedingungen des Militärputsches konnten Teile des Projektes weitergeführt werden.

Themen

Ein schwieriger Transitionsprozess, fehlender Konsens der politischen und gesellschaftlichen Eliten und historisch gewachsene autoritäre Strukturen prägen die sozio-politischen Verhältnisse in Haiti. So bleibt das Entstehen einer sich an demokratischen Werten und Formen orientierenden politischen Kultur eine der zentralen Voraussetzungen für eine langfristige Konsolidierung einer funktionierenden pluralistischen und an demokratischen Normen orientierten Gesellschaft.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat sich gemeinsam mit dem Centre Pétion-Bolívar die Aufgabe gestellt, eine breite Diskussionsplattform mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufzubauen und zu konsolidieren. Dort sollen dann die Probleme von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert und bearbeitet werden, welche für die Zukunft Haitis von Relevanz und strategischer Bedeutung sind. Dies wird in hohem Maße von dem sogenannte Forum du Jeudi, das gemeinsam von CPB und FES 1987 ins Leben gerufen wurde, geleistet.

Dieses freie Forum findet im Abstand von ein bis zwei Monaten immer an einem Donnerstag statt und greift regelmäßig die drängenden Probleme des Landes auf. Das Forum Libre zeichnet sich nicht nur durch ein hohes Niveau der Vorträge und Diskussionen aus, sondern vor allem durch den dort "gelebten" Pluralismus und die sich daraus ergebende Vorbildfunktion für eine demokratische Diskussionskultur. In einem stark polarisierten Land wie Haiti bietet das Forum auch noch heute, nach ca. 15 Jahren Lebensdauer, einen der wenigen Räume, in denen Repräsentanten und Akteure der unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Interessen zusammenkommen können. Dies erklärt die hohe Beachtung dieser Veranstaltung, die sich auch positiv in den Medien niederschlägt.

Stärkung der gesellschaftlichen Akteure
Die historischen Bedingungen des Landes haben die Herausbildung relevanter zivilgesellschaftlicher Akteure, die für die Konsolidierung der Demokratie von Bedeutung sein könnten, bislang verhindert. Durch ihre Projektarbeit versucht die FES, zusammen mit dem CPB die völlig zersplitterte und in Folge der ökonomischen Bedingungen auch sehr schwache Gewerkschaften zu befähigen, sich kompetenter den zahlreichen Herausforderungen zu stellen. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Frauenorganisationen auf dem Lande zielt in erster Linie darauf ab, die Isolierung dieser Organisationen zu überwinden und sie zu befähigen, gemeinsame Strategien und Projekte zu entwickeln.

Verstärkte Integration Haitis in den karibischen Raum
Hier wird vor allem zu zwei Bereichen gearbeitet. Zum einen geht es darum, die historisch belasteten Beziehungen zu dem Nachbarland Dominikanische Republik zu normalisieren und Lösungen für die zahlreichen Probleme, die sich in den bilateralen Beziehungen stellen, zu finden. Zum anderen ist es für Haiti trotz der aktuellen desolaten Situation notwendig, sich langfristig mit den anderen Ländern der karibischen Region stärker zu vernetzen und sich in die regionalen Integrationsprozesse einzubringen. In diesem Sinne wird versucht, gesellschaftspolitische Akteure aus Haiti in gemeinsame Aktivitäten in der karibischen Region einzubauen.

Partner

Die FES realisiert ihre Arbeit weiter über das Centre Pétion-Bolívar in Port-au-Prince. Für das gemeinsam gestaltete Forum Libre de Jeudi werden die Partner je nach den behandelten Themen so ausgewählt, wobei es sich in der Regel um Entscheidungsträger aus den privaten und öffentlichen Institutionen und Akteure der Zivilgesellschaft handelt.

Die Zusammensetzung der Partner zu gewerkschaftspolitischen Themen ist relativ flexibel, da sich die gewerkschaftliche Szene permanent verändert. An dem gemeinsamen Programm mit dem Centre Pétion-Bolívar nehmen von daher mehrere Gewerkschaftsdachverbände und Gewerkschaften teil. Auch das Programm mit Frauenorganisationen auf dem Lande ist so angelegt, dass neue Organisationen flexibel einbezogen werden können.

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