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In Uruguay
Fundación Friedrich Ebert / FESUR
Simone Reperger
Casilla 10578
11 100 Montevideo / URUGUAY
Tel. 0059 / 82 / 902 29 -38 / -39 / -40
Fax 0059 / 82 / 902 29 -41
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In Deutschland
Sarah Ganter (ab August 2012)
Friedrich-Ebert-Stiftung
Referat Lateinamerika und Karibik
Hiroshimastr. 17
10785 Berlin
Tel. (+49) 30/ 26935 7405
Fax (+49) 30/ 26935 9253
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Die Illegalisierung und Verfolgung von Gewerkschaftern in den lateinamerikanischen Diktaturen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte vielerorts zur Auflösung gewerkschaftlicher Strukturen. Die Privatisierungen und Flexibilisierungen des Arbeitsmarktes in den 80er und 90er Jahren im Rahmen der neoliberalen Strukturanpassungsprogramme des sogenannten Washington Consensus hatten ebenfalls drastische Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen. Die Folge waren eine weitere Verschlechterung der sozialen Indikatoren sowie ein rapides Wachstum der informellen Beschäftigungsverhältnisse. Der Anteil der in der informellen Wirtschaft Tätigen liegt heute in vielen Ländern Lateinamerikas bei rund 50 Prozent. Gleichzeitig sind die globalen Rahmenbedingungen der Gewerkschaftsarbeit durch die zunehmende Zahl transnationaler Unternehmen immer komplexer geworden.
Mit Beginn des neuen Jahrtausends setzte eine politische Trendwende ein. In immer mehr Ländern wurden Parteien des Mitte-Links-Spektrums - nicht selten mit gewerkschaftlicher Unterstützung - in Regierungsverantwortung gewählt. Trotz ihrer zum Teil sehr unterschiedlichen institutionellen und ideologischen Ausrichtung rückten die neuen Regierungen die soziale Dimension in den Mittelpunkt und setzten neue Akzente in der Arbeitsmarktpolitik. In vielen Fällen ging damit auch eine Verbesserung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für Gewerkschaften einher. Trotzdem bleiben Gewerkschaften in zahlreichen Ländern der Region zum Teil massiven Repressionen ausgesetzt. Die Bandbreite der Verletzung gewerkschaftlicher Rechte reicht dabei von tätlicher Gewalt, Drohungen und Schikanen bis hin zu gewerkschafts-feindlichen Praktiken und gesetzlichen Bestimmungen, welche die Organisationsfreiheit am Arbeitsplatz oder Tarifverhandlungen unterminieren.
Eine Besonderheit der lateinamerikanischen Gewerkschaftsbewegung ist die Existenz starker und unabhängiger Regionalorganisationen. Die 2008 gegründete IGB-Regionalorganisation für den amerikanischen Kontinent, die Confederación Sindical de Trabajadores/as de las Américas (CSA) hat sich auf regionaler und internationaler Ebene als ein wichtiger gewerkschaftspolitischer Akteur etabliert. Die von ihr ausgehenden Impulse strahlen auch auf die nationale Ebene zurück.
Die Situation der Gewerkschaften in Lateinamerika und der Karibik ist insgesamt sehr heterogen. Insbesondere in Zentralamerika und der Andenregion ist der Organisationsgrad weiterhin sehr niedrig, und Gewerkschafter werden immer wieder Opfer von Gewalt und Verfolgung. Im Zuge des politischen Umbruchs und wirtschaftlichen Aufschwungs in Lateinamerika konnten die Gewerkschaften aber vor allem in den südlichen Ländern in vielen Fällen politische Gestaltungsräume zurückgewinnen. Dabei spielte insbesondere die von Brasilien ausgehende gewerkschaftliche Erneuerungsbewegung des Novo Sindicalismo eine zentrale Rolle, die sich durch ihre betriebliche Militanz, ihren Bewegungscharakter und ihre Bündnispolitik auszeichnet. Grundlage ist ein Konzept autonomer und demokratischer Gewerkschaften, die ihre Rolle als Interessenverband mit einem gesellschaftspolitischen Gestaltungsanspruch verbinden und sich um eine möglichst breite soziale Basis bemühen. Zentrales Anliegen ist dabei auch, der verbreiteten organisatorischen Zersplitterung durch die Förderung der gewerkschaftlichen Einheit entgegenzuwirken.
Auch die Friedrich-Ebert-Stiftung hat sich in ihrer Arbeit an den veränderten Kontext angepasst. In den 18 Projektbüros in Lateinamerika und der Karibik steht die Zusammenarbeit mit nationalen Gewerkschaftsverbänden im Vordergrund. Das regionale Gewerkschaftsprojekt mit Sitz in Montevideo unterstützt die regionale und internationale Arbeit der Gewerkschaften. Wichtige Partner sind dabei der Regionale Dachverband CSA und die Regionalvertretungen der Global Union Federations (Internationale Branchengewerkschaften). Subregionale Gewerkschaftsnetzwerke wie die Coordinadora de Centrales Sindicales del Cono Sur (CCSCS) ergänzen das Partnerspektrum.
Die FES-Büros in der Region bearbeiten in Kooperation mit dem Globalen Gewerkschaftsprojekt und dem regionale Gewerkschaftsprojekt auch Fragen der globalen Gewerkschaftspolitik. Schwerpunkt ist hierbei die Vernetzung von regionaler und nationaler Gewerkschaftsarbeit in Lateinamerika mit den "Global Union Federations". Das Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Gewerkschaften mit transnationalen Unternehmen zu festigen, um die Umsetzung von internationalen Arbeits- und Sozialstandards durchzusetzen.