Titel der Seite: FES international, Lateinamerika und Karibik
FES / FES International / Lateinamerika und Karibik / Themen / Gender
© ECAM Photo Stock / Chile

ECAM Photo Stock / Chile

Kontakte

Mehr Informationen auf Englisch
finden Sie hier


In Deutschland

Hilmar Ruminski
Friedrich-Ebert-Stiftung
Referat Lateinamerika und Karibik
Hiroshimastr. 17
10785 Berlin

Tel. (+49) 30/ 26935 7412
Fax (+49) 30/ 26935 9253
mail hilmar.ruminski[at]fes.de


Hinweis: Bitte ersetzen Sie in Ihrem e-mail Programm [at] durch @.

Genderkooperation in Lateinamerika und der Karibik

Frauen in Lateinamerika sind arbeitende Frauen, in der Mehrheit erwerbstätige Mütter, vielfach alleinige Familienernährerinnen. Gleichzeitig sind sie es, die meist ehrenamtlich mit und in der Gemeinde arbeiten und soziale Projekte tragen.

Frauen in Lateinamerika sind durchschnittlich nur zu 12% in Parlamenten und Regierungen vertreten. Auf kommunaler Ebene besetzen sie sogar durchschnittlich nur 6% der Mandate (Quelle: CEPAL, "Participación y Liderazgo en América Latina y el Caribe", 2002).

Da die Geschlechterdifferenz der Diskriminierungsfaktor ist, der alle gesellschaftlichen Bereiche durchdringt und maßgeblich dazu beiträgt, dass der Zugang zu Ressourcen sowie die Teilhabe an Entscheidungsprozessen weltweit extrem ungleich verteilt sind, ist die Förderung von Gender-Gerechtigkeit ein zentraler Arbeitsauftrag an die FES.

Ziel des Referats Lateinamerika und Karibik ist es deshalb:

  • die wachsende soziale Bresche im Hinblick auf ihre Geschlechterdimension zu analysieren
  • für den Einfluss von Sozial- und Wirtschaftspolitik auf gender-Gerechtigkeit zu sensibilisieren
  • unsere Partner bei der Erarbeitung von Politikvorschlägen zur Verbesserung der Chancengleichheit zu beraten
  • und die Partizipation von Frauen in der Gestaltung von Politik zu stärken

Zur Website des Projektes, Logo FES genero

In Lateinamerika und der Karibik koordinieren die FES-Landesbüros ihre Arbeit zu Geschlechtergerechtigkeit auf regionaler Ebene. Schwerpunkte sind dabei die Stärkung politischer Partizipation, die Beratung kommunaler und nationaler Gleichstellungspolitiken sowie das Thema gender in den Arbeitsbeziehungen. Regionale Aktivitäten und Informationen sowie Zugang zu allen (spanisch- und portugiesischsprachigen) Publikationen finden sich auf dem regionalen Themenportal www.fesgenero.org

SCHWESTERLICHKEIT

Für den europäischen Mexiko-Besucher ist der erste Eindruck verblüffend. Mexikos Frauen sind in politischen Spitzenpositionen, sie gehören zu den weltbesten Läuferinnen, sie prägen die Kulturszene der zweitgrössten Stadt der Welt, Mexiko-City. Trotz offizieller Gleichstellung vor dem Gesetz sieht die Realität jedoch anders aus. Die prominenten Politikerinnen an der Spitze sind eher Einzelphänomene denn Trends. Die wirtschaftliche Situation von Frauen ist durch Benachteiligung gekennzeichnet. Frauen verdienen häufig weniger als ihre männlichen Kollegen und arbeiten überproportional in der sog. Maquila-Industrie. In Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen sind sie stark unterrepräsentiert.

Die mexikanische Gewerkschaftsszene ist traditionell männlich dominiert. Historisch verwachsen mit der Herrschaft der institutionalisierten Revolution werden die traditionellen Gewerkschaften als undemokratisch und autoritär bezeichnet. Gewerkschaftsautonomie wurde aufgrund der Notwendigkeit eines starken, korporatistischen Staates geopfert. Frauen hatten und haben, so Inés González, ehemalige Vorsitzende der Gender-Kommission des Gewerkschaftsverbandes der Banken, noch immer wenig Chancen in den männlich dominierten Strukturen, Führungsrollen zu übernehmen. Sie treffen auf Widerstand und werden marginalisiert, wenn sie versuchen, Themen wie Diskriminierung am Arbeitsplatz innerhalb ihrer Organisationen zu diskutieren.

Vor diesem Hintergrund bietet eine Veranstaltungsreihe der FES Gewerkschaftsfrauen aus dem Dienstleistungs-, Banken-, Lebensmittel- und Chemiesektor die Möglichkeit, sich mit der Führungs- und Schlüsselrolle der Frau in Gewerkschaften auseinanderzusetzen. Ziel ist es, Frauen auf ihrem Weg in Führungsrollen zu unterstützen, bzw. Mechanismen zu identifizieren, die es mehr Frauen ermöglichen, Führungsrollen einzunehmen. Ein handfestes Ergebnisses der seit Juli 2002 monatlichen Veranstaltungen ist die Gründung eines eigenständigen, die sehr gespaltene Gewerkschaftslandschaft übergreifenden Netzwerkes von Gewerkschafterinnen mit dem Namen "Frauen in gewerkschaftlicher Schwesterlichkeit", das das Bewusstsein für gender-relevante Fragen stärken will. Das Netzwerk möchte weitere Gewerkschaftsfrauen ermutigen, sich aktiv und kreativ zu engagieren, um interne Strukturen letztendlich auch zu demokratisieren.

Impressum Seite drucken nach oben
Lateinamerika und Karibik | Veranstaltungen | Publikationen | Themen | Karibik | Mexiko und Zentralamerika | Südamerika | Kontakt