Logo der FES: Link zur FES-HauptseiteKompass 2020 - Deutschland in den internationalen Beziehungen - Ziele, Instrumente, Perspektiven. Link zur Introseite der Site

Die Regionen im Ueberblick

Der Balkan
Von Krieg, Frieden und Europa

Britta Joerißen

Januar 2007

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Kaum eine andere Entwicklung in den letzten 15 Jahren hat die deutsche und europäische Außenpolitik so stark geprägt wie die Ereignisse auf dem Balkan. Der Beitrag diskutiert die zentralen Herausforderungen dieser Region, entwirft drei Szenarien zur Entwicklung des Balkans in den nächsten 15 Jahren und formuliert Handlungsoptionen für die deutsche und europäische Politik. Nicht zuletzt auch vom Engagement Deutschlands, das als einer der stärksten Anwälte für die Länder Südosteuropas gilt, wird es abhängen, wie die Länder ihren Weg in die Europäische Union finden.

China
Kampf um Augenhöhe und Stabilisierung

Bernd Reddies

Mai 2007

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Chinas rasanter ökonomischer Aufstieg wird in Europa mit einer Mischung aus Faszination und Schrecken betrachtet. Der Vorstoß des Reichs der Mitte in den Kern der führenden Wirtschaftsnationen hinterlässt auch auf der politischen Landkarte bereits seine Spuren. Der Wechsel Chinas zu einer differenzierteren und aktiveren Außenpolitik spiegelt sich in einem stärkeren Engagement in regionalen und globalen Foren wider. Das zentrale Problem bleibt die politische, soziale und ökologische Gestaltung des wirtschaftlichen Transformationsprozesses. Aus deutscher Sicht werden der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen, die Fortführung des Rechtsstaatsdialogs sowie die Einbindung Chinas in multilaterale Verträge (vor allem im Bereich der Klimapolitik) herausragende Aufgaben in den kommenden Jahren sein.

Europäische Integration
Zukunftsperspektiven als Sicherheits- und Wohlfahrtsunion

Christos Katsioulis & Gero Maaß

März 2007

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Die Europäische Union als einzigartiges Gebilde aus supranationalen und intergouvernementalen Normen und Institutionen steht vor gewaltigen Herausforderungen: Die Erweiterung auf 27 Staaten ist vollzogen, doch die institutionelle Architektur hinkt dieser Entwicklung weit hinterher. Nach der Ablehnung des Verfassungsvertrages in Frankreich und den Niederlanden ist die Reform der Union vorerst auf Eis gelegt, zudem zeichnet sich eine tiefe Kluft zwischen den Gesellschaften und der EU ab.
Der Beitrag entwickelt vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen mögliche Szenarien zur künftigen Entwicklung der Europäischen Union und zeigt Handlungsoptionen für die deutsche Europapolitik auf.

Indien
Herausforderungen auf dem Weg zur Weltmacht

Peter Gey, Matthias Jobelius & Renate Tenbusch

September 2007

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Indien schickt sich an, durch ein hohes Wirtschaftswachstum, das in den vergangenen vier Jahren jeweils 8 Prozent erreichte, zu den Wirtschaftsmächten aufzuschließen. Fachleute aus Medienhäusern, Investmentbanken und Forschungsinstituten stimmen darin überein: Hier wächst ein zweites China heran, ein wirtschaftliches und politisches Kraftzentrum, das in wenigen Jahren Deutschland und Japan überrunden wird.
Gleichzeitig steht Indien aber vor großen Herausforderungen. Infolge einer jahrzehntelangen Ausrichtung der Investitionen auf die Schwerindustrie, der Vernachlässigung der Infrastruktur und des Bildungswesens, rigider Arbeitsgesetze und bürokratischer Regulierung sind strukturelle Verwerfungen entstanden, die nur schwer zu überwinden sind.

Lateinamerika
Viel Demokratie, wenig Staat und kaum sozialer Fortschritt

Wolf Grabendorff

April 2007

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Die Staaten Lateinamerikas sehen sich trotz des guten Wirtschaftswachstums und relativ stabiler formaldemokratischer Verhältnisse in zunehmendem Maße gesellschaftlichen Problemen ausgesetzt: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer, die Fähigkeit des Staates, Einfluss auf innergesellschaftliche Entwicklungen auszuüben, nimmt ab, und auch außenpolitisch sieht sich die Region mit widerstreitenden Interessen konfrontiert. Die Entwicklung Lateinamerikas und damit auch die Zusammenarbeit mit Deutschland und der EU hängen zu einem großen Teil davon ab, inwiefern die Regierungen in der Region bereit und fähig sind, sowohl soziale und demokratiestärkende Reformen anzugehen als auch die zahlreichen intraregionalen Spannungen abzubauen. Durch eine bessere multilaterale Einbindung wichtiger Länder des Kontinents könnte Lateinamerika zu einem zentralen Partner Europas in den internationalen Institutionen werden. 

Der Nahe/Mittlere Osten und Nordafrika
Die blockierte Region am Scheideweg

Andrä Gärber

Januar 2007

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Die Region des Nahen/Mittleren Ostens und Nordafrikas leidet unter einem ausgeprägten Demokratie- und Entwicklungsstau, der auf die lähmende Mischung aus einem hohen Maß an politischen Konflikten und der autoritären Struktur der meisten Regime zurück zu führen ist. Bleiben diese Konflikte und strukturellen Probleme weiterhin ungelöst, erhöhen sich aus deutscher und europäischer Perspektive auch zwangsläufig die Gefahren für die eigene Sicherheit, Stabilität und Prosperität.
Der Beitrag entwickelt denkbare Szenarien für die Zukunft und gibt Handlungsoptionen für die deutsche und internationale Politik. Nur ein gemeinsamer internationaler Vorstoß mit einem politischen Gesamtkonzept kann die Krise in der Region entschärfen. Deutschland kann aufgrund seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutung und seiner Beziehungen zu den entscheidenden Akteuren hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Europäische Union und der postkommunistische Raum
Integration, europäische Nachbarschaftspolitik und strategische Partnerschaft

Michael Ehrke

Mai 2007

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Mit der Osterweiterung der EU wurde der einst als homogen wahrgenommene Ostblock in zwei Segmente geteilt: in die zentraleuropäischen Mitgliedsstaaten und die Nichtmitgliedsstaaten aus Ost- und Südosteuropa. Während für die neuen Mitgliedsstaaten eine weitere Transformation und Integration erwartet wird, ist das Verhältnis der EU zu den Nichtmitgliedern durch Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Gesellschaften und die Auswirkungen auf die EU geprägt. Die Zukunft der EU-Ostbeziehungen wird davon abhängen, ob und in welchem Ausmaß sich der für Zentraleuropa angestrebte "virtuous circle" durchhalten lässt und der erfolgreiche Transformationsprozess auf die anderen Länder ausstrahlt. Die EU sollte darauf achten, dass sie sich ihre wirksamste politische Waffe, das Angebot der Mitgliedschaft, nicht aus der Hand nehmen lässt, und abgestufte Integrationspolitiken sowie Nachbarschafspolitiken darauf ausrichten.

Grundzüge einer deutschen Russland-Strategie

Matthes Buhbe

März 2007

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Russland kehrt heute auf eine Weltbühne zurück, auf der NATO und EU den eigenen Landesgrenzen ständig näher gerückt sind. Es hat sich zwar kein „Ring von Feinden“ gebildet, doch die neuen Freunde im euro-atlantischen Raum werden zunehmend als geopolitische Rivalen wahrgenommen.
Der Beitrag entwickelt Szenarien für eine künftige deutsche Russland-Strategie und rät Deutschland eine Strategie der Partnerschaft, die auf dem Wege wachsender Interdependenzen im schlechtesten Fall eine divergente Entwicklung der Beziehungen verhindert und im besten Fall zur Integration Russlands in die euro-atlantischen Institutionen führt.

Sub-Sahara Afrika
Die Wiederentdeckung eines Kontinents

Ulrich Golaszinski

Mai 2007

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In Subsahara-Afrika hat sich in den vergangenen 15 Jahren ein Wandel vollzogen, der das Bild vom krisengeschüttelten Kontinent zumindest ergänzt: Die Ökonomien wachsen stetig, in vielen Ländern wurden formale parlamentarische Demokratien etabliert, Afrika organisiert sich in regionalen und subregionalen Einheiten und gewinnt insgesamt wieder an strategischer Bedeutung. Dennoch stehen die Länder der Region nach wie vor vor großen Herausforderungen: Afrika bleibt ein Armutskontinent mit gravierenden sozialen und gesundheitlichen Problemen, die Demokratien sind bisher nicht konsolidiert und gewalttätige Konflikte hemmen nach wie vor die Entwicklung in einigen Regionen Afrikas. Um die positiven Entwicklungen zu unterstützen, werden aus deutscher Sicht in den kommenden Jahren Fragen der Krisenprävention, die Entwicklung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel sowie die Förderung der Integration Afrikas in den Weltmarkt im Vordergrund stehen.

Südostasien

Sebastian Bersick & Paul Pasch

November 2007

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Eine friedliche und wirtschaftlich prosperierende asiatische Region ist ein zentraler Bestandteil sich neu formierender Ordnungsstrukturen in Asien. Es liegt im Interesse der EU und der Bundesrepublik Deutschland, dass die in der Entstehung begriffenen Normen und Regeln für das Verhalten von Staaten in Asien kooperative Handlungsmuster zwingend erforderlich machen – anstelle von militärischen. Vor diesem Hintergrund stellt die ASEAN den wichtigsten Ansprechpartner der EU und Deutschlands dar, um den Kooperations- und Integrationsprozess in Südostasien zu begleiten sowie zu unterstützen. Durch verstärkte Zusammenarbeit und eine stärkere institutionelle Anbindung der EU an die ASEAN können die Europäer ihren gestaltenden Einfluss auf die Integrationsprozesse in Südostasien sowie Ostasien weiterhin gewährleisten und zukünftig erhöhen. Der ASEAN kommt hinsichtlich der Neuordnung der regionalen Architektur Asiens ein wachsendes strategisches Potential zu. Die Effizienz der Zusammenarbeit der ASEAN-Staaten wird jedoch letztlich nicht von den Erklärungen und Dokumenten der ASEAN abhängen, sondern von den Handlungen und der Politik der einzelnen ASEAN-Staaten.

Die transatlantischen Beziehungen
Der Westen gemeinsam auf dem Weg zu neuen Ufern

Almut Wieland-Karimi

Juni 2007

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In der transatlantischen Partnerschaft wächst das gegenseitige Misstrauen. Der Irak-Krieg hat die Kluft zwischen den USA und Europa zwar weiter vertieft, die Risse im Westen aber waren schon länger sichtbar. Immer weniger gelang es den Regierungen diesseits und jenseits des Atlantiks, in wichtigen Fragen der internationalen Politik gemeinsame Positionen zu entwickeln. Während die transatlantische Wirtschaft – der stabilste und am stärksten vernetzte Bereich der Kooperation – vom Streit kaum berührt wurde, wird bei den Konflikten in der Sicherheitspartnerschaft deutlich, dass die transatlantischen Beziehungen eine neue Grundlage brauchen. Eine Rückkehr zu den vertrauten Rollen scheint nicht möglich; ohne eine kooperative Zusammenarbeit mit den USA können jedoch die meisten außenpolitischen Ziele Deutschlands schlechter oder gar nicht erreicht werden. Durch pragmatische und zielorientierte Projekte z.B. im Bereich der Klimapolitik, der Energiesicherheit oder des Welthandels könnte das Fundament der politischen Beziehungen neu aufgebaut werden.

Zentralasien
Kampf um Macht, Energie und Menschenrechte

Reinhard Krumm

Januar 2007

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Die fünf zentralasiatischen Republiken befinden sich nach 15 Jahren Unabhängigkeit weiterhin im Prozess des Systemwandels von der sowjetischen Planwirtschaft zu einer Art Marktwirtschaft, vom Totalitarismus zur gelenkten Demokratie. Die künftige Entwicklung – zwischen Tauwetter und Eiszeit – wird zeigen, ob die Region eine demokratische Transformation mit Nachdruck betreiben wird oder eine Fassadendemokratie errichtet, die angeblich die Besonderheiten der Mentalität und der Geschichte berücksichtigt. Deutschland bemüht sich um eine dauerhafte Stabilisierung Zentralasiens. Dazu könnten neben Sicherheit und Stabilität, Wirtschafts- und Energieinteressen und Rechtsstaatlichkeit auch die Förderung der regionalen Zusammenarbeit, eine Initiative zur Verbesserung der Ausbildung und die Intensivierung des politischen Dialogs auf höchster Ebene zählen.

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