Einleitung

Als einer den Ideen und Grundwerten der sozialen Demokratie und der Arbeiterbewegung verpflichteten Institution ist für die Friedrich-Ebert-Stiftung die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frau und Mann ein wichtiges Anliegen.
In der Sozialdemokratie hat die Forderung nach der Gleichstellung von Frau und Mann eine lange Geschichte. Am 20. Oktober 1891 beschloß die SPD als erste deutsche Partei in ihrem Erfurter Grundsatzprogramm die Forderung nach dem Frauenwahlrecht und nach der rechtlichen Gleichstellung der Frauen. Im November 1918 entschied die sozialdemokratische Revolutionsregierung, das Frauenwahlrecht einzuführen. In der ein Jahr später gewählten Weimarer Nationalversammlung war jedes zehnte Mitglied eine Frau. Bis heute ist die Forderung nach Gleichstellung von Frau und Mann ein besonderes Anliegen der SPD. Ein wichtiger Schritt in jüngster Vergangenheit war die Einführung der Frauenquote und die hierdurch angeregten Diskussionsprozesse.
Parallel zu der Intensivierung frauenpolitischer Aktivitäten in Deutschland wurde Mitte der 80er Jahre in der internationalen Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung die Frauenförderung verstärkt. Heute ist Frauenförderung ein wichtiger Arbeitsbereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung. Dabei geht es vor allem um die Verbesserung der gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen, damit Frauen gleichberechtigt an den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklungen ihrer Länder mitwirken können.
Aufbauend auf umfangreichen Erfahrungen aus der Projektpraxis wurden die Leitlinien zur Förderung von Frauen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in einem gemeinsamen Diskussionsprozeß erarbeitet. Sie sollen die Integration von Frauenförderung in die Projektkonzeptionen und Maßnahmen erleichtern sowie Förderschwerpunkte und neue Aktionsfelder aufzeigen.
Die Leitlinien zur Förderung von Frauen in der IEZ richten sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie an Organisationen aus dem Partnerspektrum. Als Arbeitsinstrument sollen sie aufzeigen, welchen Beitrag die FES mit dem ihr zur Verfügung stehenden Instrumentarium innerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten leisten kann, um zur Verbesserung des Status von Frauen in den Ländern der Dritten Welt beizutragen.

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