2.5 Auswahl von Partnerorganisationen

In vielen Ländern existiert mittlerweile ein großes Spektrum von Organisationen, die sich für Frauenbelange engagieren. Auf staatlicher Ebene wurden in den vergangenen Jahren - nicht zuletzt aufgrund der entwicklungspolitischen Konzeption zahlreicher Geber - Regierungsstellen zur Gleichstellung und Förderung von Frauen eingerichtet. Auch auf Ebene der NGO's hat sich in den meisten Ländern ein großes Spektrum von frauenpolitisch ausgerichteten Organisationen herauskristallisiert, so daß eine Vielzahl von Ansprechpartnern für die Umsetzung frauenbezogener Projektzielsetzungen zur Verfügung steht.
Die Umsetzungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Frauenförderung sind von der Akzeptanz und Umsetzungsbereitschaft dieses Zieles durch die nationalen Projektpartner abhängig. Ohne ausreichende Sensibilisierung der Projektpartner kann keine nachhaltige Frauenförderung erreicht werden.
bei jeder infrage kommenden Partnerorganisation muß die Akzeptanz der Frauenförderung überprüft werden, dies gilt auch für Frauenorganisationen. In staatlichen oder halbstaatlichen Organisationen werden häufig zentrale Positionen mit Frauen der politischen Machtträger besetzt, die möglicherweise nicht die Interessen der Mehrheit der Frauen verfolgen;
im Hinblick auf langjährige Projektpartner muß überprüft werden, inwieweit sie an der Integration von Frauen an Maßnahmen interessiert sind und welche Haltung sie im bezug auf die Frauenförderung einnehmen. Indikatoren für die (formale) Bereitschaft zur Förderung von Frauen sind Gleichstellungsbeauftragte, Quoten etc. Soweit erforderlich sollte hierzu "gender awareness", z.B. im Rahmen von Bildungsveranstaltungen geschaffen werden;
bei der Auswahl neuer Projektpartner sollte immer geprüft werden, ob Frauenförderung seriös verfolgt wird, oder ob es sich hierbei um eine aufgesetzte oder verordnete Zielsetzung handelt. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind vor allem solche Organiationen von Interesse, die Frauenförderung ernst nehmen und über Erfahrungen in diesem Bereich verfügen. In vielen Ländern kann es sich daher anbieten, zunächst themenorientiert in Einzelmaßnahmen zusammenzuarbeiten, um zusätzliche Informationen über das Engagement in diesem Bereich zu erhalten;
wichtig kann auch die Zusammenarbeit mit Frauen einzelner Berufsgruppen sein wie z.B. Juristinnen oder weibliche Medienschaffende, weil sie als Lobby und Multiplikatorinnen wirken.

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