2.3 Zielgruppen der Frauenförderung

Obwohl für die Charakterisierung der Situation von Frauen als Gemeinsamkeit der im Vergleich zu den Männern wesentlich geringere Anteil an Macht, Bildungsmöglichkeiten und Eigentum bezeichnend ist, stellen sie keine homogene Zielgruppe dar, sondern können z.B. in Abhängigkeit von ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Ausbildung durchaus unterschiedliche Interessen verfolgen. Die Vielschichtigkeit der Probleme kann dabei Lösungsansätze auf unterschiedlichen Ebenen erfordern, nämlich auf der Ebene der Überlebenssicherung (practical gender needs) oder der direkten und institutionalisierten Diskriminierung (strategic gender needs).
Es muß daher klar definiert werden, welche Frauen(gruppen) in das Förderprogramm einbezogen werden sollen, z.B. die Zusammenarbeit mit privilegierten Frauen der Mittel- und Oberschicht oder die wesentlich zahlreicheren Frauen, die auf dem Land und in den Armutsvierteln rasch wachsender Großstädte leben. Bei der Projektkonzipierung muß daher geklärt werden, welche Frauen vom Projekt mit welcher Zielsetzung erreicht werden können und welche Frauen durch die Projektzielsetzung und -strategie mit eingeschlossen sind bzw. wie die Maßnahmengestaltung und -planung darauf abgestimmt werden kann.
Das Ziel der Frauenförderung, nämlich eine Verbesserung der gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für Frauen, impliziert eine Veränderung in den herrschenden Gesellschafts- und Machtverhältnissen. Damit werden auch Männer zur Zielgruppe im Rahmen der Frauenförderung. Ohne deren ausreichende Sensibilisierung und die Bereitschaft zur Veränderung der Machtverhältnisse ist keine nachhaltige Frauenförderung möglich.

...to the top...