2. Projektkonzeption und -durchführung
2.1 Projekttypen

In der aktuellen Diskussion lassen sich 3 Projekttypen unterscheiden:
Frauenspezifische Projekte sind im wesentlichen auf die Zielgruppe Frauen ausgerichtet.
Projekt mit Frauenkomponente beinhalten Maßnahmen, die auf die Zielgruppe Frauen als einer von mehreren Zielgruppen ausgerichtet sind.
In Integrierten Frauenprojekten sind Frauen in gleichem Maße wie andere Gruppen Adressaten und Nutznießerinnen des Projektes, d.h. Frauen sind anderen Zielgruppen gleichgestellt.
Entsprechend der Definition von Frauenförderung, wonach eine Verbesserung der gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen für Frauen angestrebt wird, muß sichergestellt werden, daß Frauen auch in dem Maße, in dem sie durch ihre Arbeit einen Beitrag an der Entwicklung leisten, auch von dieser profitieren.
Der Projekttyp "intergriertes Frauenprojekt" scheint daher am geeignetesten, Frauenförderung in den Projekten zu realisieren. Unklare Kenntnisse über den Inhalt des Begriffes "Integrierte Frauenförderung" haben in der Praxis vielfach zu der Annahme geführt, daß die Teilnahme von Frauen an Projektmaßnahmen oder ihre Einbeziehung in irgendeiner Weise bereits Indikatoren für eine integrierte Frauenförderung sind. Diese Annahme beinhaltet die Gefahr, daß Frauen auch weiterhin wenn überhaupt nur indirekt vom Projekt berücksichtigt werden. Dabei wird übersehen, daß der Nutzen für die Frauen häufig nur indirekt und in der Regel nicht quantifizierbar ist.
Integrierte Frauenförderung beinhaltet aber, daß das Projekt in seiner Konzeption das Geschlechterverhältnis berücksichtigt. Der englische Begriff "gender" nimmt auf das Verhältnis der Geschlechter zueinander Bezug, wobei die Geschlechterrolle als gesellschaftlich "erlernt" betrachtet wird. Beeinflußt wird diese durch Klasse, Ethnie, Alter, Religion sowie historische Faktoren. Damit die spezielle Situation von Frauen und die bestehenden Ungleichheiten in ausreichendem Maße in die Projektplanung und -durchführung miteinbezogen werden, ist auch im Rahmen einer integrierten Frauenförderung die Hervorhebung von Frauen als Zielgruppe notwendig.

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