1.5 Frauengerechte Medienprojekte
Projektbeispiel: Indien

Die Durchsetzung der geschlechtlichen Gleichberechtigung ist eine demokratische Grundforderung, wobei die Medien als Foren der Öffentlichkeit, Vermittler von Informationen und Träger von Meinungsvielfalt eine Schlüsselrolle einnehmen. Frauengerechte Medienpolitik kann einen gesellschaftlichen Bewußtseinswandel unterstützten. Unter Einbeziehung des gesamten zur Verfügung stehenden Projektinstrumentariums ergeben sich als Ansatzpunkte die
"klassische Medienförderung" durch eine Professionalisierung von weiblichen Medienschaffenden durch eine verstärkte Einbeziehung in Beratungs- und Trainingsmaßnahmen sowie Hospitanzprogramme
"gesellschaftspolitische Medienarbeit", um einen Beitrag dazu zu leisten, daß in den Medien die Rolle der Frauen als Entwicklungsträgerinnen gezeichnet werden kann. Hierzu müssen Journalisten und (Rundfunk)-Programmverantwortliche sensibilisiert und motiviert werden, Frauenfragen als wichtiges gesellschaftspolitisches Thema aufzugreifen.
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Projektbeispiel: Indien
Im integrierten Ansatz zur Frauenförderung wird in Indien auch der Medienbereich einbezogen. Eine frauengerechte Medienpolitik ist nur möglich, wenn die diskriminierende Darstellung der Frauen in den indischen Medien konkret analyisert und entsprechende Richtlinien zum Abbau der Benachteiligung und ihre Durchsetzungsmöglichkeiten definiert werden.
Unter dem Oberziel "eine frauengerechte Medienpolitik ist eingeleitet" wurden 1993 mit Partnern aus dem staatlichen Bereich, Medienschaffenden und Medienaktionsgruppen zu folgenden Themen gearbeitet:
Sensibilisierung von Medienschaffenden zu frauenrelevanten Themen:
Grundlagen waren die Publikation "A Pressing Matter", in der die Darstellung von Frauen in indischen Printmedien analysiert wurde und ein Handbuch über existierendes Medienmaterial mit positiver, differenzierter Darstellung von Frauen sowie JournalistInnen, FilmemacherInnen und Institutionen, die solches Material erarbeiten. Durch die Unterstützung bei einem Fortbildungsseminar für Absolventen eines renommierten Journalistenstudiums konnten auch junge Journalisten für die Problematik sensibilisiert werden.
Formulierung einer frauengerechten Medienpolitik:
bei der Durchführung von regionalen und nationalen Konferenzen und Workshops konnten in Zusammenarbeit mit der National Comission for Women, dem Informationsministerium sowie Medienaktionsgruppen Verbesserungsvorschläge und Gesetzesentwürfe für eine frauengerechte Medienpolitik erarbeitet und diskutiert sowie wichtige Kontakte zwischen den im Medienbereich aktiven Gruppen und Institutionen geknüpft werden;
Einsatz von Medien für Ausbildungszwecke durch NGO's und andere Institutionen:
Für die Arbeit vieler NGO's sind audiovisuelle Trainingsmaterialien für die Arbeit dieser Organisationen besonders wichtig, da ihre Zielgruppen meist ärmere Bevölkerungsgruppen sind, die nicht oder nur unzureichend alphabetisiert sind. NGO's haben meist wenig Erfahrung mit den diversen Medien und können somit deren Einsatzmöglichkeiten nicht abschätzen. In Kooperation mit der Partnerorganisation JANVIKAS konnten Materialien zur Rechtsberatung für Frauen in der regionalen Landessprache entwickelt werden, die auch als Video auch anderen NGO's zur Verfügung stehen.

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