Superwahljahr in den palästinensischen Autonomiegebieten: Zum Jahreswechsel 2005/06 fanden Präsidentschaftswahlen sowie die landesweit ersten Kommunalwahlen statt. Die im März 2006 folgenden Parlamentswahlen waren die ersten nach zehn Jahren. Für viele junge Menschen - etwa 20% der Bevölkerung sind im Alter von 17 bis 24 Jahren - war dies der erste Gang zur Wahlurne. Die FES konzipierte daher gemeinsam mit dem langjährigen Partner HDIP (Health, Development, Information and Policy Institute) ein Programm zur Aufklärung und Mobilisierung dieser großen Bevölkerungsgruppe.
In insgesamt nahezu 300 Veranstaltungen sowie Sommercamps in der Westbank und im Gazastreifen diskutierten Jugendliche über den Stellenwert freier Wahlen und ihre Vorstellung von demokratischen Werten und Strukturen. Durch Planspiele lernten sie politische Abläufe und Funktionen politischer Gremien kennen.
Das Thema Wählerregistrierung wurde heftig diskutiert. Als Ergebnis erklärten sich insgesamt rund 350 Jugendliche bereit, während der Registrierungsperiode in Zweiergruppen in ihren Gemeinden von Haus zu Haus zu gehen, um die Bevölkerung über die bevorstehenden Wahlen zu informieren. Um vor allem auch die weiblichen Haushaltsmitglieder zu erreichen, bestanden die Gruppen aus je einer Frau und einem Mann.
Auch nach den Wahlen geht die Arbeit weiter. Ein Netzwerk der damals geschulten jungen Leute organisiert regelmäßig Veranstaltungen zur politischen Bildung:
Wie gewährleistet man Parteienpluralismus und Meinungsvielfalt?
Wie können junge Leute in der Politik mehr Gehör finden?
Wie demokratische Werte mit traditionellen Vorstellungen vereinbaren?
Nur ein Projekt ist bisher gescheitert: Ein Zusammentreffen von Jugendlichen aus Gaza und der Westbank - ein Wunsch, der bisher aufgrund der strengen Einreiseregelungen Israels nicht realisiert werden konnte.
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