Die Reform des Familiengesetzes (Moudawanat al-usra) im Jahr 2004 hat den legalen Status der Frauen in Marokko deutlich verbessert und gilt in der arabischen/muslimischen Welt als richtungweisend.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat die an der Reform beteiligten zivilgesellschaftlichen Organisationen von Beginn an unterstützt und war so maßgeblich an der Reformbewegung beteiligt: Bereits seit 2004 engagiert sich die FES in Kooperation mit Ihren Partnern für die Umsetzung der Reformen, so z.B. mit der im März 2007 veröffentlichten Studie „Das Familienrecht: Wahrnehmung und juristische Praxis“ ( Le Code de la famille: la perception et la pratique juridique ) . Diese Studie untersuchte, in welchem Maße Richter und Anwälte die Familiengesetzgebung kennen und bei der Urteilsfindung und –begründung anwenden. Die auf französisch und arabisch publizierte Studie wurde in ganz Marokko öffentlich vorgestellt und ist bis heute im In- und Ausland stark nachgefragt. Sie gilt als Maßstab für die Beurteilung der Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen.
Über die Sachstandsberichte „Gleichstellungspolitik“, „Arbeit der Parlamentarierinnen“ und „Frauenbewegung nach der Novelle des Familiengesetzes“ sowie zahlreiche Debatten über die Umsetzung der Reformen in marokkanischen Kommunen im Ausland hat die FES immer wieder auf Defizite in der Umsetzung der Gleichstellungspolitik hingewiesen.
Entscheidend für eine gelungene und tatsächlich bahnbrechende Reform für mehr Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung ist nicht nur der politische Wille, sondern auch die richtigen Rahmenbedingungen: fünf Jahre nach der Reform wird sich die FES mit einer Follow-up-Studie zur Evaluierung der Anwendung des neuen Familiengesetzes nun der Frage widmen, welche strukturellen Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die neue Moudawana ihre volle Wirkung entfalten kann.
Hinweis: Bitte ersetzen Sie bei allen mail-Adressen in Ihrem Mailprogramm [at] durch @.