Jeder Staat Südosteuropas ist geprägt von seinen eigenen gesellschaftspolitischen Herausforderungen, spezifischen Bedingungen und Merkmalen - eine Reihe von zentralen Herausforderungen sind jedoch allen gemein: Sämtlich stehen sie vor der Notwendigkeit, im ökonomischen und gesellschaftlichen Bereich den Transitionsprozess hin zu demokratisch und sozial-marktwirtschaftlich organisierten Systemen zu vollziehen. Die meisten der Länder, die aus dem früheren Jugoslawien hervorgegangen sind, müssen zudem die Folgen von Kriegen und Konflikten überwinden, die die nachbarlichen Beziehungen teilweise erheblich belastet haben und noch immer ein Hindernis für das friedliche Zusammenleben und die Integration in die Europäische Union darstellen. Letzteres, der Beitritt zur Europäischen Union, ist aber gleichzeitig Ziel aller südosteuropäischen Länder. So sind sowohl die Rahmenbedingungen als auch die Interessen dieser Länder vergleichbar und daher nur in enger Zusammenarbeit angemessen und nachhaltig zu lösen. Vor diesem Hintergrund wurde auch der Stabilitätspakt für Südosteuropa gegründet, an dessen Zielen und Kooperationsmethoden sich die Friedrich-Ebert-Stiftung orientiert. Mittlerweile wurde die Verantwortung für die Koordinierung der regionalen Kooperation vom Stabilitätspakt zum „Regionalen Kooperationsrat“ (RCC) in Sarajewo übertragen und liegt somit in den Händen der Region Südosteuropa selbst. Die Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt den RCC in seiner Mission. Der Austausch von Informationen und Erfahrungen sowie die Weitergabe erfolgreicher Lösungsansätze sind besonders dazu geeignet, Fragen der Vergangenheitsbewältigung und mit ihnen auch gesellschaftspolitischen Herausforderungen zu begegnen. Die Europäische Idee einer Gemeinschaft demokratischer Staaten, in denen die Bürger ohne Ansehen ihrer religiösen und ethnischen Herkunft gleichberechtigt und solidarisch für ihre Rechte eintreten können und ihre Pflichten als Staatsbürger erfüllen, ist für diese Region Europas von besonderer Bedeutung.
Stefan Dehnert , Regionale Programmkoordination Südosteuropa
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