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Beispiele aus unserer Arbeit
China: Dialog auf Augenhöhe

Yang Jiemian, Präsident der „Shanghai Institutes for International Studies“ (SIIS) besuchte im September 2011 mit einer sechsköpfigen Delegation Brüssel und Berlin.

Professor Yang’s Europareise diente einem doppelten Zweck: in Berlin hielt der Leiter des renommierten außenpolitischen Think Tanks im Rahmen des FES-eigenen „China-Frühstücks“ einen Vortrag zur chinesischen Sicht auf Europa und unterzeichnete anschließend bereits zum 10. Mal die Verlängerung des Kooperationsabkommens zwischen den SIIS und der FES; in Brüssel informierte sich der Leiter der SIIS über die Auswirkungen der europäischen Finanzkrise auf die strategische Partnerschaft zwischen China und Europa.

„Kooperation“ war also der Leitgedanke des viertägigen Informationsbesuchs der Delegation. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem SIIS und der FES nannte Prof. Yang in diesem Zusammenhang eine vorbildliche „Miniatur der deutsch-chinesischen Beziehungen“.

Auch FES-Geschäftsführer Dr. Roland Schmidt würdigte diese bemerkenswerte Partnerschaft, die in den Worten des Gastes auf die Visionen der Reformpolitik Deng Xiaopings sowie der Ostpolitik Willy Brandts und Egon Bahrs zurückgehe.

Eine Generation später hat sich aus diesen vorsichtigen Anfängen eines Austauschs ein reger Dialog auf internationalen Foren und eine enge Beziehung zwischen den FES-Büros und chinesischen Organisationen wie dem SIIS entwickelt. Heute sei China, so formulierte es Dr. Schmidt, „wieder ein wichtiger Partner Chinas bei allen globalen Themen, die in den zahlreichen Konferenzen von SIIS und FES auch in diesem Jahr wieder gemeinsam behandelt wurden.

Zu Europa befragt, fand Prof. Yang allerdings, dass zu einer verstärkten strategischen Partnerschaft zwischen Europa und China auch die Anerkennung des Gegenübers gehöre; oder genauer gesagt  - die Anerkennung von Chinas Marktwirtschaftsstatus durch die EU.

Doch der Präsentation chinesischen Selbstbewusstseins durch die Besucher folgten auch selbstkritische Töne. Denn das Europa von heute, so Prof. Yang, sei das China von morgen. Wenn man sich nur die soziale Fragmentierung in Europa und in seiner Heimatstadt Schanghai anschaue, dann stoße man auf ähnliche Phänomene sozialer Spaltung und Desintegration. Für Ihn ein Grund mehr für Europäer und Chinesen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Mit seiner Mischung aus außenpolitischem Selbstbewusstsein und Selbstkritik in sozialen Fragen demonstrierte Prof. Yang Jiemian, dass zwischen den SIIS und der FES, aber auch im europäisch-chinesischen Verhältnis, längst ein „Dialog auf Augenhöhe“ geführt wird – solange jedenfalls, wie Europa seine Rolle als strategischer Partner Chinas auch in Zeiten der Krise ausfüllen kann.

 

 

 

FES | 2012

net-edition:Almut WeilerFES | 2012
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