
Unsere Gesellschaft befindet sich mehr und mehr im Umbruch.
Ökonomischer Strukturwandel, Migrationsprozesse, demografischer Wandel und grundlegende Veränderungen in den Familien- und Lebensformen gefährden die gesellschaftliche Integration breiter Bevölkerungsschichten.
Der sozio-ökonomische Wandel der Gesellschaft stellt dabei nicht nur ein Problem der klassischen Randgruppen dar. Soziale Verunsicherung erreicht auch zunehmend die gesellschaftliche Mitte. Insbesondere durch fehlende Teilhabe an (Aus-)Bildung und Arbeit sowie unterstützenden sozialen Netzwerken entstehen Risiken von Armut und sozialer Ausgrenzung.
Politikverdrossenheit und wachsende fremdenfeindliche Ressentiments in der Bevölkerung entwickeln sich zudem zu besorgniserregenden Indizien für die mangelnde Integrationsleistung von Politik und Gesellschaft.
Fragen nach sozialer Gerechtigkeit und stärkerer politischer und sozialer Teilhabe müssen daher neu gestellt und ausgehandelt werden.
Die Begrifflichkeit "Integration" wird oft unmittelbar mit der Integration von Migrant/innen in die Mehrheitsgesellschaft in Verbindung gebracht.
"Integration" umfasst jedoch noch weitere gesellschaftliche Dimensionen der Gesellschaft - nicht nur entlang des Migrationshintergrundes, sondern auch entlang der sozialen, ökonomischen und kulturellen Bruchstellen der Gesellschaft.
Die Diskussion über Konzepte und Begrifflichkeiten von "Integration" und "Desintegration" ist dabei wichtiges Element in der momentanen Debatte über die neuen sozialen Fragen. Oft transportieren unexakte Begrifflichkeiten Zuschreibungen, Vorurteile und Stigmatisierungen, die möglicherweise Ausgrenzungen provozieren bzw. verstärken und Dialog- und Diskussionsbereitschaft behindern.
Das Projekt "Gesellschaftliche Integration" greift diese Problemstellungen auf und begleitet konstruktiv die Debatte um einen stärkeren sozialen und politischen Zusammenhalt. Im Dialog mit Politik, Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft wollen wir konkrete Handlungskonzepte bezüglich eines stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalts für die Politik entwerfen, Ideenschmiede sein, Akteure zusammenbringen beraten und fördern.