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Aktivitäten der Friedrich-Ebert-Stiftung in Tansania

Bereits seit 1971 ist die Friedrich-Ebert-Stiftung mit einem Büro in Dar es Salaam vertreten. Zur Zeit wird das Landesprogramm von einem entsandten Mitarbeiter koordiniert.

Rahmenbedingungen

Allgemein

Tansanias politische und ökonomische Stabilität erhöht die Attraktivität für Investitionen und fördert den Fremdenverkehr; internationale Geberorganisationen sind zufrieden. Präsident Jakaya Kikwete wurde 2008 zum Vorsitzenden der AU gewählt; die Regierungspartei Chama Cha Mapinduzi (CCM) befindet sich auf dem Weg zur Reformpartei.

 

Eine neue demokratische Kultur gegen die zahlreichen Korruptionsfälle entsteht. Parlamentarische Untersuchungen zwingen Kikwete zum Handeln; er entließ den Premierminister und zwei weitere Minister wegen Korruption und setzte 2008 ein neues kleineres Kabinett ein. Die Reform des öffentlichen Dienstes und der Polizei trägt langsam Früchte, die Kriminalitätsquote ist wieder geringer. Der Ausbau des Bildungssektors stockt, viele neue Sekundarschulen, aber wenige ausgebildete Lehrer. Die Teilrepublik  Sansibar bleibt ein Konfliktgebiet; die Gespräche (Muafaka) zwischen Regierungspartei CCM und CUF sind ausgesetzt.

 

Wirtschaft

Das Investitions- und Geschäftsklima hat sich während der letzten zehn Jahre deutlich verbessert. Tansania hat eine relativ gute makroökonomische Leistung aufzuweisen (ca 6 % durchschnittliches Wachstum von 2002 bis 2008). Die tansanische Bevölkerung wächst um gut 2 % pro Jahr. Doch die ungleichmäßige Verteilung bleibt ein Problem: Während in Dar es Salaam ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum zu verzeichnen ist, stagnieren andere Regionen. So gibt es nur in Dar es Salaam einen erkennbaren Rückgang der Armut. Landesweit öffnet sich die Einkommensschere immer weiter. Während einige schnell zu Reichtum kommen, bleiben „trickle-down“-Effekte für die Ärmsten meist aus. Tansania wird die Millenniumsziele (MDGs) nur teilweise erreichen und gehört daher trotz aller wirtschaftlichen Erfolge weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt. Priorität der Regierung ist neben der Intensivierung der Investitionspolitik die Armutsbekämpfung. Wichtige Ansätze sind die Steigerung der Selbstversorgung, die Entwicklung einer (verarbeitenden) Agrarindustrie und die qualitative Verbesserung der Exportprodukte.

 

Projektrelevante Problemfelder

Ziel der FES ist es, zur Entwicklung von beständigen ökonomischen Strategien beizutragen, die auf dem Potenzial des Landes basieren, die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen und die regionalen und internationalen Zusammenhänge einbeziehen.

Konsequenzen von Globalisierung, Handelsliberalisierung und Zollunion, die Bedeutung internationaler Verträge wie Cotonou- (EPAs) oder WTO-Abkommen sowie die regionalen Zusammenschlüsse in der East African Community, EAC, und in der Southern African Development Community, SADC, sind noch nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Führungspersönlichkeiten in Politik und Wirtschaft mangelt es an fundierten Kenntnissen und Fähigkeiten zur (richtigen) Entscheidung. Hier sieht die FES einen zentralen Arbeitsschwerpunkt durch Capacity Building und Leadership-Training.

Demokratisierung und Reformbereitschaft innerhalb der CCM kommen nur langsam voran. Problemfelder stellen internes Management,  basisorientierte Entwicklung politischer Positionen und organisierte Teilnahme der Mitglieder am Entscheidungsprozess dar. Ziel der FES für die nächsten Jahre ist es, die Zusammenarbeit mit der CCM zu intensivieren (Aufbau der Bibliothek) und reformbereite Strömungen auch bei der Erarbeitung der Programmatik  zu unterstützen.

Kompetente Führungspersönlichkeiten sind rar. Durch komplexe Vorgänge wie Regionalisierung (EAC etc.) und Globalisierung wird sich dieser Trend noch verstärken. Die Ausbildung qualifizierter Führungskräfte soll  intensiviert werden (Youth Leadership Training Program, YLTP, und neuer Economic Leadership Dialog); Frauen sollen gleichberechtigt teilnehmen.

Auf Sansibar sind historische, politische und ökonomische Differenzen zwischen den konkurrierenden Parteien CCM und der Civic United Front, CUF, sehr  komplex und schwer lösbar. Um gewalttätige Auseinandersetzungen zu reduzieren bzw. zu vermeiden, werden Verfahren der Konfliktreduzierung durch Gespräche und Vereinbarungen (demokratische Regeln, Transparenz, Fairness) eingeübt.

Freie Gewerkschaften und Verbände werden seit Ende der 90er Jahre durch die FES gefördert, besonders die Dachverbände TUCTA und ZATUC. Die oft noch "althergebrachte" männliche Führung ist teils wenig flexibel für die notwendige  marktwirtschaftliche Anpassung und Öffnung vis-à-vis der globalen, regionalen und nationalen Herausforderungen. Organisations- und Strategieentwicklung (decent work, Arbeitsrechte) und kompetente (weibliche) Leadership werden deshalb von der FES noch stärker gefördert.

 

Genderrelevanz

Trotz partieller Verbesserungen und mancher "affirmative action" durch Präsident und Politik sind Frauen, besonders im ländlichen Bereich, strukturell benachteiligt. Frauen sind zu über 75 % in der Landwirtschaft tätig und hauptverantwortlich für die Produktion von Nahrungsmitteln. Tradierte, autoritäre (ländliche) Herrschaftsstrukturen verhindern mehr Partizipation und Gleichberechtigung. Oft kennen die Frauen ihre Rechte nicht . FES fördert die Gleichberechtigung und das Ziel: mehr Frauen in Führungspositionen.

 

Partnerspektrum

Themenschwerpunkte

 

Abkürzungen

 

Kurzer Überblick über zentrale politische und wirtschaftliche Entwicklungen in Tansania

 

Kontakt

Anschrift:
Friedrich-Ebert-Stiftung, Büro Tansania
P.O. Box 4472
EAT Dar es Salaam
TANZANIA

Tel. 00255-22-266 85 75 / -266 87 86
Fax 00255-22-266 86 69
E-Mail:info@fes-tanzania.org
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net-edition: Blanka Balfer
Aktualisiert: Februar 2010
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