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Aktivitäten der Friedrich-Ebert-Stiftung in Nigeria

Seit 1976 ist die Friedrich-Ebert-Stiftung mit einem Büro in Nigeria vertreten.
Das Landesprogramm wird von einem entsandten Mitarbeiter koordiniert.

Rahmenbedingungen

Das Jahr 2007 hat Nigeria stark verändert. Sowohl die Präsidentschafts- wie auch die Gouverneurswahlen für die Bundesstaaten waren von zahlreichen Manipulationen begleitet. Auf der anderen Seite hat der neue Präsident Umaru Yar’Adua erste Schritte unternommen, eine Reihe von Problemen Nigerias wie beispielsweise die Energieversorgung, den Konflikt im Niger-Delta, das Wahlsystem des Landes oder die weitreichende Korruption anzugehen. Während das Urteil über die Ernsthaftigkeit und den Erfolg dieser Reformversuche noch aussteht, so ist die Reformtendenz alleine eine wichtige Möglichkeit für das Land, auf dem Weg zur Konsolidierung der Demokratie voranzukommen. Zwei Beispiele für diese positive Entwicklung können genannt werden: zum ersten die Absetzung zahlreicher Gouverneure, die bei den Wahlen 2007 durch Gerichtsbeschlüsse unrechtmäßig ins Amt gekommen waren. Zweitens ist die Einrichtung eines Wahlsystemreformkomitees zu nennen, welches Vorschläge zur Reform des nigerianischen Wahlsystems machen soll.

Eine zentrale projektrelevante Rahmenbedingung ist die generalisierte Korruption im Lande. Politiker und Geschäftsleute sind oft gleichermaßen in diese verwickelt. Darunter leidet das Vertrauen in demokratische Spielregeln enorm. Am direktesten erfahren die Bürger diese Korruption auf bundesstaatlicher oder lokaler Regierungsebene. Dort werden ihnen öffentliche Dienstleistungen vorenthalten und das Geld fließt in andere, oft nicht bekannte oder nachvollziehbare private Kanäle. Im Gegensatz zur nationalen Ebene lag die Korruption auf diesen Ebenen lange Zeit im Schatten der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Nigeria ist ein Land mit zahlreichen potentiellen Konfliktlinien, zum Beispiel geopolitische Diversität, zahlreiche Ethnien, Christentum und Islam. Diese Konfliktlinien müssen querschnittsartig bei allen Maßnahmen mitbedacht werden. Dies gilt ebenso für die Gender-Dimension. Das Verhältnis von Mann und Frau in Nigeria ist stark patriarchal geprägt, Frauen werden oft nicht die gleichen Rechte und Möglichkeiten zugestanden wie Männer und dies wird oft nicht als problematisch gesehen.

Weiterhin bedeutsam ist die öffentlich-politische Rolle der Gewerkschaften in Nigeria. Sie erfüllen teilweise die Rolle einer politischen Opposition und sind eine der wenigen Organisationen, die sich über die Mitglieder hinaus für das allgemeine öffentliche Wohl einsetzen. Dies haben sie in 2007 rund um die Wahlen erneut eindrucksvoll deutlich gemacht.

International spielt Nigeria sowohl für die Region als auch auf globaler Ebene für Afrika eine wichtige Rolle. Insbesondere unter dem neuen, außenpolitisch eher unerfahrenen Präsidenten ist jedoch keine klare außenpolitische Linie und Strategie zu erkennen.

Der Energiesektor spielt in Nigeria eine zentrale Rolle und begründet im wesentlichen Ausmaß auch die internationale Aufmerksamkeit für Nigeria. Die Rolle der Öl- und Gasförderung und Lieferungen für die Demokratie sowie die internationale Rolle Nigerias ist daher von zentraler Bedeutung.

Themenspektrum

Partnerspektrum

Kurzer Überblick über zentrale politische und wirtschaftliche Entwicklungen in Nigeria

Kontakt

Anschrift:
Büro Nigeria, Friedrich-Ebert-Stiftung
P.M.B. 5142
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NIGERIA

Tel. 002349413 7976/ 7
Fax 002349413 88 20
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net-edition: Blanka Balfer
Aktualisiert: 06/2008
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