Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist seit 1988 mit einem Büro in Yaounde vertreten.
Das Landesprogramm wird von einem entsandten Mitarbeiter koordiniert.
Im Jahr 2002 leitete die FES eine inhaltliche Neuorientierung ihrer Arbeit ein. Die strategischen Beschlüsse von Weimar (Sept. 2002) basieren auf der Erkenntnis, dass zunehmend globale Themen die Arbeit der FES bestimmen. „Global zu sozialer Gerechtigkeit und mehr Sicherheit beitragen“ bedeutet, eine neue Organisationskultur mit verstärkter Themenorientierung und inhaltlicher Schwerpunktsetzung zu etablieren. Die Verzahnung der Arbeit auf nationaler und globaler Ebene macht die verstärkte Behandlung regionaler Ansätze notwendig. 2007 präsentierte die FES im Rahmen eines umfassenden Qualitätsverbesserungsprozesses (EFQM) ihre strategischen Ziele, strukturierte die Themenfelder bis hin zu Details wie den Grundsätzen zur internationalen Medienarbeit der FES.
Die Region Zentralafrika (ZA)
In der Region Zentralafrika prägen Rohstoffreichtum, hohe politische Instabilität und autoritäre Regime, so genannte „Fassadendemokratien“, das politische Profil des Kongobeckens. Keines der Länder kann auch nur im Ansatz menschliche Sicherheit garantieren. Folgende Themen sind von überragender Bedeutung: Regionale Integration, Handelsliberalisierung, Konfliktprävention und Erstellung einer regionalen Sicherheitsarchitektur. Die Staaten der Region können viele gesellschaftliche Probleme alleine nicht lösen. Im Rahmen eines ergänzenden regionalen Ansatzes ZA gilt es, folgende Themen aufzugreifen: „Demokratische Gestaltung der regionalen Integration“, „Demokratisch kontrollierte regionale Sicherheitspolitik“ und Transparenz in der Verwendung der Einnahmen aus Rohstoffen. Die beiden erstgenannten Themen wurden bereits in 2005 und 2006 aufgenommen. Das dritte Thema bildet 2007 einen Schwerpunkt. Die regionale Komponente wird in den Jahren 2008 – 2010 weiter ausgebaut, insbesondere um die Regionalisierung sozial zu gestalten und den Dialog sowie die Kooperation von Gewerkschaften/Zivilgesellschaft und Politik zu etablieren.
Kamerun
Seit 1988 arbeitet die FES in Kamerun. In 2005 wurde das nationale Projekt Kamerun durch einen regionalen Ansatz erweitert. Paul Biya (74) wurde am 11. Oktober 2004 für weitere 7 Jahre zum Präsidenten Kameruns gewählt. 2008 beginnt er die Diskussion zur Verfassungsänderung, um weitere Kandidaturen über 2011 hinaus für sich zu ermöglichen. Die seit Jahren zersplitterte Opposition verharrt ohnmächtig. Die Zivilgesellschaft Kameruns kritisierte massiv die schwerwiegenden Missstände bei den Wahlen. Transparency International stuft Kamerun als eines der korruptesten Länder der Welt ein. Das System gilt als neopartrimonal. Biyas neues Kabinett expandierte von 52 auf 65 Ministerstellen, das Resultat einer innenpolitischen „balance of power“-Politik. Mehr als 50 % des staatlichen Haushalts fließen in den administrativen Sektor.
Außenpolitisch pflegt Kamerun vor allem die Kontakte zu Frankreich, Europa, China und den USA, verhandelte erfolgreich den Bakassi-Konflikt und sucht neue Partner in Asien. Statistisch geht es seit Jahren wirtschaftlich aufwärts. Der einfache Bürger merkt davon nichts. Als HIPC II - Land erreichte Kamerun im April 2006 den mehrmals verschobenen „Decision point“. Seitens der internationalen Geber kritisierte man Kamerun massiv bezüglich seines Engagements in Sachen Armutsbekämpfung. Die Bundesrepublik erließ Kamerun bislang mindestens 1,4 Mrd. Euro Schulden. Nur Frankreich erließ mehr Schulden.
Die soziale Entwicklung ist tendenziell negativ. Es fehlt das Geld für Bildung, Gesundheit, Infrastruktur etc. Die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau macht Fortschritte. In der Praxis findet die Diskriminierung weiterhin statt, z.B. durch die „traditionelle Genitalverstümmelung“. Es betrifft ca. 20 % der weiblichen Bevölkerung. Die Lage der Menschenrechte ist unverändert kritisch. Arbeits- und Gewerkschaftsrechte werden weiterhin verletzt. Die Pressefreiheit ist nicht garantiert. Zensur findet statt. Je nach politischer Lagebeurteilung bricht die Regierung das Grundrecht. Die Jugend Kameruns ist politisch schwach organisiert. Wer kann, versucht zu emigrieren.
Kurzer Überblick über zentrale politische und wirtschaftliche Entwicklungen in Kamerun
Anschrift:
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KAMERUN
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