Seit 1992 ist die Friedrich Ebert Stiftung mit einem Büro in Benin vertreten.
Das Landesprogramm wird von einer entsandten Mitarbeiterin koordiniert.
Im Laufe des Jahres 2008 verschärfte sich der Ton in der beninischen Politik deutlich. Die Auseinandersetzung zwischen Opposition und Regierung blockierte die Parlamentsarbeit über Monate. Anfang 2009 verschob sich der Fokus aus dem Parlament auf die Vorbereitung der 2011 geplanten Präsidentschaftswahlen. Bereits jetzt bringen die politischen Parteien ihre Kandidaten in Position und bemühen sich um Bündnispartner für den Wahlkampf. Eine kontroversere politische Diskussionskultur könnte Benins Status als demokratisches Musterland in Westafrika durchaus stärken. Ist diese jedoch von Partikularinteressen statt Sachthemen dominiert, wäre dies ein Rückschlag für die Demokratisierung und die soziale Stabilität in Benin, das in der Region bislang als Insel des Friedens gilt.
Boni Yayi setzt sich stark für die Bekämpfung der Armut und das Voranschreiten der wirtschaftlichen Entwicklung ein. Die Erfolge der Wirtschaftspolitik waren für die meisten Beniner 2008 jedoch kaum zu spüren, denn Benin wurde von den globalen Krisen nicht verschont. Trotz einer Wachstumsrate von 5% führten steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise zu einer Verschärfung der sozialen Situation. Auch für 2009 sind die Prognosen für das Land, mit Blick auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise pessimistisch.
In den Verhandlungen über ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) zwischen Westafrika und der Europäischen Union (EU) stellte die Unterzeichnung zweier bilateraler Interim-EPAs durch Ghana und die Côte d’Ivoire eine Belastungsprobe für die Verhandlungsgruppe der ECOWAS-Mitgliedstaaten dar. Nur mit Mühe gelang es, eine Zersplitterung der Region in Untergruppen wie in anderen afrikanischen Subregionen zu verhindern. Inzwischen ist es der westafrikanischen Delegation gelungen, sich auf grundlegende Positionen zu einigen; dennoch bleibt das Ergebnis der Verhandlungen offen. Benin hat als LDC Land die Möglichkeit auch ohne EPA in die EU zu exportieren. Als kleines Land, abhängig vom Transithandel und vom wirtschaftlichen Geschick des großen Nachbarn Nigerias, hat es aber auch ein überdurchschnittlich großes Interesse am Voranschreiten der regionalen Integration, die durch ein Scheitern der EPA Verhandlungen einen erheblichen Rückschlag erleiden würde.
Der ehemalige Primus der afrikanischen Medienfreiheit ist im letzten „Press Freedom Index“ noch weiter abgefallen. Inzwischen nimmt Benin nur noch den 70. Platz weltweit ein – vor zwei Jahren war es noch auf Platz 24. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Medienfreiheit haben sich zwar nicht verschlechtert, doch hatten in den letzten Jahren einerseits PR Verträge der Regierung, andererseits Einflussnahme und Einschüchterung durch regierungsnahe Personen zu einer Selbstzensur der Medien geführt, die kritische Berichterstattung zur Regierungsarbeit fast gänzlich unterdrückte. Nach dieser dramatischen Verschlechterung gab es 2008 wieder erste Lichtblicke für die beninische Medienfreiheit, die es im Jahr 2009 zu stärken gilt. Dies gilt umso mehr, da den Medien eine entscheidende Rolle in der kommenden Wahlkampfphase zukommen wird.
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