Opposition und Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)/Deutschen Demokratischen Republik (DDR)

OuW_sbz_ddr_FB007082.jpg

Justiz; DDR Politische Haftanstalt [Luckau] (Legende zu Luckau anliegend); Wachturm retuschiert, 26.11.1956 (AdsD).

Opposition und Widerstand in der SBZ/DDR änderten sich im Verlauf der vierzigjährigen Geschichte ebenso wie die Sanktionen und Repressionen durch Besatzungsmacht, SED-Herrschaft und ihren stetig ausgebauten Unterdrückungsapparat. Eine Besonderheit ergab sich einmal aus der Teilung des Landes und der Hoffnung auf deren Überwindung. Zum anderen entstand in den westlichen Besatzungszonen und dann mit der Bundesrepublik ein attraktives Gegenmodell zu dem sich frühzeitig herausbildenden stalinistischen Herrschaftssystem. Der Westen bot Orientierung und war Fluchtpunkt, und er unterstützte teilweise direkt Widerstandsarbeit.

Nach der Zulassung von "antifaschistisch-demokratischen" Parteien 1945 in der SBZ konzentrierte sich Opposition auf das Eintreten für demokratische Verhältnisse und wandte sich bald schon gegen die Stalinisierung. Bereits mit der Zwangsfusion von SPD und KPD wurde sozialdemokratisches Denken und Handeln kriminalisiert und für illegal erklärt. Illegalität war dann nicht nur für Sozialdemokraten die Folge, sondern auch für andere Demokraten. Denn nach der Vereinnahmung und Ausschaltung der Sozialdemokraten wurden die anderen demokratischen Parteien nach und nach gleichgeschaltet mit der Folge der Flucht und Inhaftierung von Tausenden von Funktionären, Mitgliedern oder Anhängern.

Die bis 1961 (Mauerbau) gegebene Fluchtmöglichkeit schwächte zwangsläufig personell Opposition und Widerstand, auch wenn es sie auf allen gesellschaftlichen Ebenen gab (Jugend, Studenten, Schriftsteller, Wissenschaftler), auch als innerparteiliche SED-Opposition.

Nach mehreren Repressionswellen und verstärkt nach dem Mauerbau von 1961 wandelten sich Formen der Opposition, allerdings auch die der Repression, die flexibler und "weicher" (Ausbürgerungen) wurden. Die Hoffnungen und Möglichkeiten schwanden, das SED-Regime beseitigen zu können. Opposition setzte zunehmend auf Veränderungen des Regimes von innen, was zunächst auch für die sich in den achtziger Jahren im Zusammenhang mit der umfassenden Systemkrise formierende Bürgerrechtsbewegung galt.

Quellen und Materialien

Artikelaktionen

Startseite | Epochen | Themen | Datenbanken | Zeitschriften | Archive | Netz-Quellen | Kontakt
Archiv der sozialen Demokratie | Bibliothek der FES | Karl-Marx-Haus