Friedliche Revolution (1989/90)

Demonstranten auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor

Demonstranten auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor, Dezember 1989
(Fotoarchiv Jupp Darchinger im AdsD der FES).

Die Friedliche Revolution 1989/90 führte zur Auflösung der DDR. Voraussetzung für die Überwindung der SED-Diktatur und die Durchsetzung der Demokratie im Osten Deutschlands war der Machtwechsel in der Sowjetunion, wo Staatschef Michail Gorbatschow seit 1985 für das Ende des Kalten Krieges eintrat. Seine Entspannungs- und Reformpolitik, die er unter die Leitbegriffe Glasnost ("Offenheit") und Perestroika ("Umbau") stellte, ermunterte immer mehr DDR-Bürger, sich gegen das Regime der SED aufzulehnen. Der Großteil der Bevölkerung war mit der gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Situation unzufrieden, zumal die von Erich Honecker geführte Regierung jedwede Reformbestrebungen unterdrückte. Die staatliche Planwirtschaft stand vor dem Bankrott. Im September 1989 fand in Leipzig erstmals eine so genannte Montagsdemonstration statt. Die wachsende Opposition, darunter Bürgerrechtler und kirchliche Gruppierungen, die häufig der Sozialdemokratie nahe standen, forderte eine weitreichende Demokratisierung des Gemeinwesens. Etliche andere nutzten dahingegen die von Moskau eingeleitete Aufweichung des "Ostblocks", um in den Westen zu fliehen, was den ostdeutschen Staat zusätzlich destabilisierte. Am 7. Oktober 1989 gründete sich in Schwante bei Berlin die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) und stellte damit das Machtmonopol der SED in Frage. Zu den Initiatoren zählten die Theologen Markus Meckel und Martin Gutzeit, beide vertraten ihre Partei nach dem Fall der Mauer an dem als zentrales Bürgerforum eingerichteten Runden Tisch. Bei der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 erfüllte sich die Hoffnung der SDP auf eine Mehrheit nicht. Unterdessen stand die Führungsspitze der westdeutschen Sozialdemokratie vor der Herausforderung, ihren deutschlandpolitischen Kurs zu bestimmen. Wenige Tage vor dem Ende der deutschen Zweistaatlichkeit am 3. Oktober 1990 vereinigte sich die SPD mit der SDP.

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