Deutsche Demokratische Republik - Berlin

Blick auf die Ruppiner Straße in Ost-Berlin, im Vordergrund Stacheldraht und Soldaten

Blick auf die Ruppiner Straße in Ost-Berlin, 15.08.1961 (AdsD).

Nachdem 1946 die Sozialdemokraten mit den Kommunisten in der SED zwangsvereinigt worden waren, gab es die SPD als Partei in Ostdeutschland nicht mehr. Lediglich Berlin nahm eine Sonderstellung ein. Aufgrund des besonderen alliierten Status der Stadt war die SPD ab Mitte des Jahres 1945 in ganz Berlin – einschließlich der acht Bezirke Ostberlins – als Partei wieder zugelassen worden und konnte bis 1961 – allerdings nur unter enormen Schwierigkeiten – politisch aktiv bleiben. Bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung im Oktober 1946 wurde auch in Ostberlin die SPD in allen Bezirken stärkste Partei. Die sowjetische Besatzungsmacht und die SED behinderten jedoch die Arbeit der SPD, weshalb ein großer Teil der politischen Tätigkeit von Westberlin aus organisiert werden musste. Da es immer schwieriger für die SPD wurde, die Stadtpolitik im östlichen Teil Berlins aktiv mitzubestimmen, behielten die acht Kreisorganisationen nur noch einen – wenn auch aufgrund der vielen Mitglieder hohen – „Symbolwert“.

An der Volkskammerwahl in der DDR am 15. Oktober 1950 nahmen die Ostberliner aufgrund des Vier-Mächte-Status ihrer Stadt nur indirekt teil. Die 66 Ostberliner Abgeordneten, die von der Kommunalvertretung entsandt wurden, hatten in der Volkskammer formal kein Stimmrecht.

Auch bei dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 nahm die Stadt eine wichtige Rolle ein, schließlich begannen die Massenproteste ein Tag zuvor mit einem Arbeiterstreik auf zwei Großbaustellen in Berlin-Friedrichshain und auf der Stalinallee. Nachdem für den sowjetischen Sektor Berlins der Ausnahmezustand ausgerufen worden war und sowjetische Soldaten und Panzer gegen die Demonstranten vorrückten, gelang es der SED-Führung, den Aufstand niederzuschlagen, wobei mehrere Menschen ums Leben kamen. Im Zuge des Volksaufstands wurden zahlreiche Personen in der DDR verhaftet.

Um den Strom von Flüchtlingen nach Westberlin gewaltsam zu stoppen, wurden am 13. August 1961 provisorische Absperrungen an den Sektorengrenzen errichtet, welche schließlich durch eine feste Mauer – im DDR-Jargon als „antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnet – ersetzt wurde und Berlin endgültig teilte. Nach dem Mauerbau sah der Berliner Landesvorstand der SPD die Bedingungen für eine gemeinsame politische Arbeit als nicht mehr gegeben an und löste am 23. August die acht sozialdemokratischen Kreisorganisationen in Ostberlin auf. Trotzdem gab die SPD nie den Anspruch auf, auch weiterhin im Ostteil der Stadt aktiv zu bleiben. Offiziell konnten die Sozialdemokraten aber erst wieder 1989 mit der Gründung der „Sozialdemokratische Partei in der DDR“ (SDP) sowie im Zuge des Falls der Berliner Mauer (9. November 1989) und der deutschen Vereinigung (3. Oktober 1990) in Ostberlin politisch aktiv werden.

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