Unsere Arbeit in den Regionen

Lateinamerika und Karibik

© G. Vanobu

Politische Rahmenbedingungen und Situation der Gewerkschaften

Nach Einschätzung des Internationalen Gewerkschaftsbunds (IGB) ist Lateinamerika die gefährlichste Weltregion für die Ausübung von Gewerkschaftsaktivitäten. Die Formen von Behinderung und Diskriminierung sind dabei vielfältig. Gleichzeitig hat das wirtschaftliche Wachstum der vergangenen Jahre nicht zu einem Abbau der grundlegenden strukturellen Probleme auf dem lateinamerikanischen Arbeitsmarkt geführt. Fast 45 Prozent aller Lateinamerikaner_innen arbeiten im informellen Sektor, 70,5 Prozent der niedrig entlohnten Beschäftigungen sind Arbeitsverhältnisse ohne Vertrag, und im lateinamerikanischen Durchschnitt werden nur 37 Prozent der Erwerbstätigen von sozialen Sicherungssystemen erfasst. Dazu kommen geschlechtsspezifische Diskriminierung, hohe Jugendarbeitslosigkeit und Diskriminierung aufgrund ethnischer Zugehörigkeit.

Trotz dieser besorgniserregenden Situation haben sich die politischen Rahmenbedingungen für Gewerkschaften in einer Reihe von Ländern verbessert. Dies gilt insbesondere für Staaten, in denen Parteien des Mitte-Links-Spektrums Regierungsverantwortung tragen. Die lateinamerikanische Gewerkschaftslandschaft ist durch ein regionales Ungleichgewicht geprägt: Der Großteil der relevanten Organisationen konzentriert sich im südlichen Lateinamerika. In einigen andinen und zentralamerikanischen Ländern spielen Gewerkschaften hingegen nur noch eine marginale Rolle. Eine Besonderheit der lateinamerikanischen Gewerkschaftsbewegung ist die Existenz starker und unabhängiger Regionalorganisationen, von denen in zunehmendem Maße gewerkschaftspolitische Impulse ausgehen, die auf die nationale Ebene zurückstrahlen. Zu den wichtigsten regionalen Gewerkschaftsstrukturen zählen die 2008 als Regionalorganisation des IGB gegründete Confederación Sindical de Trabajadores/as de las Américas (CSA), in der sich 65 Gewerkschaftsdachverbände mit ca. 24 Millionen Mitgliedern zusammengeschlossen haben, sowie die subregionalen gewerkschaftlichen Koordinationsinstanzen.

Die Gewerkschaftsarbeit der FES

Die 18 Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Lateinamerika beraten und unterstützen die Gewerkschaftsarbeit auf nationaler Ebene. Die klassischen Handlungsfelder der Gewerkschaften werden dabei zunehmend von globalen Trends und regionalen Entwicklungen beeinflusst. Grenzüberschreitende Kooperation, regionale Abstimmung und gemeinsame Strategieentwicklung spielen eine zentrale Rolle. Das regionale Gewerkschaftsprojekt der FES mit Sitz in Montevideo stärkt die regionale und internationale Arbeit der Gewerkschaften und pflegt enge Beziehungen zu den subregionalen Koordinationsinstanzen und zur Regionalorganisation CSA. Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem die Unterstützung des europäisch-lateinamerikanischen Gewerkschaftsdialogs, die regionale Integration und der innergewerkschaftliche Reformprozess. Die FES bietet dabei eine Dialogplattform und fördert den Austausch der lateinamerikanischen Gewerkschaftsbewegung mit anderen politischen Akteuren. In Kooperation mit dem Globalen Gewerkschaftsprojekt der FES vernetzen die Büros in der Region und das regionale Gewerkschaftsprojekt die regionale und nationale Gewerkschaftsarbeit in Lateinamerika mit den Global Union Federations (GUFs).

Kontakt:

Kontakt in Deutschland

Katja Meyer
Friedrich-Ebert-Stiftung
IEZ / Referat Lateinamerika und Karibik
Hiroshimastraße 28
D-10785 Berlin
Tel.: 030-26935 7405
Fax: 030-26935 9253
Katja.Meyer[at]fes.de


Regionales Gewerkschaftsprojekt in Lateinamerika

Uta Dirksen
Friedrich-Ebert-Stiftung / FESUR
Casilla 10578
11100 Montevideo, Uruguay
Tel.: +59-82-9022938
Fax: +59-82-9022941
udirksen[at]fesur.org.uy
www.fes-sindical.org

 

Interview:

mit Uta Dirksen, Leiterin des regionalen Gewerkschaftsprojektes der FES, Uruguay, November 2016
Für die Demokratie, gegen den Neoliberalismus!


Weiterführende Informationen:

FES Lateinamerika und Karibik auf >facebook

Arbeitsmarktpolitik in Uruguay
Simone Reperger, Juli 2015

Freedom of Association and
the Right to Strike

S.E. Lula, Juni 2015



Weitere Publikationen zur Region Lateinamerika und Karibik finden Sie hier