Unsere Arbeit in den Regionen

Europa

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Politische Rahmenbedingungen und Situation der Gewerkschaften

Die bis 2008 zu verzeichnenden Konvergenzerfolge bei Arbeits-und Lebensbedingungen in der EU wurden in den letzten Jahren erschüttert, deutlich verlangsamt und zum Teil vernichtet. Die soziale Ungleichheit in Europa hat wieder zugenommen, die Arbeitslosigkeit insbesondere von Jugendlichen bleibt vielerorts auf als skandalös empfundenen Höhen, so genannte „atypische“ Arbeitsverhältnisse wurden immer „normaler“ und sind überdurchschnittlich häufig prekärer Natur.

Politiken „zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit“ der europäischen Länder zielten in ihrer Summe stets auch auf eine Absenkung der Lohnniveaus und die Schwächung von Gewerkschaften.Als ein Ergebnis auch dieser Politik ist die Entwicklung der Reallöhne in vielen europäischen Ländern seit 2008 vorrangig negativ und bleibt meist hinter den Entwicklungen der Produktivität zurück – auf jeden Fall in den von dieser Politik mehrheitlich gewollten, wachsenden Bereichen ohne tarifvertragliche Bindungen. Zugleich bleibt die Transformation von Wirtschafts- und Unternehmensstrukturen sowie der Sozialbeziehungen in vielen mittel- und südöstlichen Ländern Europas hinter den Erwartungen der eigenen Bevölkerungen zurück.

Der Zulauf von populistischen und nationalistischen Strömungen und – als bisheriger Höhepunkt – der Brexit machen deutlich, dass wachsende Teile der europäischen Bevölkerung die Globalisierung und Europäisierung inzwischen eher als Risiko denn als Chance sehen und das soziale und das Wohlfahrtsversprechen Europas grundlegend in Frage stellen.

Die Gewerkschaftsarbeit der FES

Die internationale Gewerkschaftsarbeit der FES steht für die Überzeugung, dass die zentrale Grundvoraussetzung für ein soziales Europa Arbeitsplätze sind, von deren Einkommen Menschen tatsächlich und gut leben können. Starke und zukunftsorientierte Gewerkschaften wiederum sind der beste Garant dafür, dass Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und faire Einkommen in Einklang gebracht werden können.

Deshalb fördert die Friedrich-Ebert-Stiftung die Vernetzung und Strategiebildung von Gewerkschaften und unterstützt den Dialog zwischen den Sozialpartnern sowohl auf nationaler, sub-regionaler als auch auf europäischer Ebene.

Unsere zentralen Anliegen dabei sind
• den Dialog zwischen Gewerkschaften und Politik zu intensivieren,
• die Entwicklung gemeinsamer strategischer Ansätze von Arbeitnehmervertretungen innerhalb von Sektoren und entlang von Wertschöpfungsketten zu befördern sowie
• Arbeitnehmerorganisationen bei der Erarbeitung inhaltlicher Beiträge zu besonders dringlichen Sachthemen der europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik zu begleiten.

Besondere Bedeutung kommt dabei unserem Projekt zur Förderung von Gewerkschaften in den Staaten Mittel-und Osteuropas zu.

Kontakt:

Kontakt in Deutschland

Jörg Bergstermann
Friedrich-Ebert-Stiftung
ID / Referat Mittel- und Osteuropa
Hiroshimastraße 28
D-10785 Berlin
Tel.: (030) 26935-77 44
Fax: (030) 26935-92 49
Joerg.Bergstermann[at]fes.de


Regionales Gewerkschaftsprojekt ID/MOE

Matthias Weber
Friedrich-Ebert-Stiftung
Maróthyho 6
SK-81106 Bratislava
Slowakische Republik
Tel.: +421-2-59308271
Matthias.Weber[at]fesmoe.eu
www.fes-socialdialogue.org

 

 

 

 


"Europe is not in a good shape.“
J. C. Juncker, September 2015







Weiterführende Informationen:

Jahresanalysen der sozialen und Gewerkschaftssituation in ausgewählten Ländern

Buchtipp: Rough waters
European trade unions
in a time of crises

von Lehndorf, Dribbusch, Schulten (Hrsg.), 2017

FES Perspektive:
Work in the Future

Reiner Hoffmann, Vorsitzender des DGB, August 2015

FES Studie:
Mindestlohnregime in Europa

Thorsten Schulten, Februar 2014

FES Studie:
Atypische Beschäftigung als Herausforderung für die Alterssicherung
Karin Schulze Buschoff, November 2015

FES Briefing:
Verschwindet das Streikrecht? Eine weltweite Erhebung zu neuesten Trends
Edlira Xhafa, May 2016
- Englische Version
- Französische Version
- Spanische Version

Unsere deutschsprachigen Publikationen zur Region Europa finden Sie hier
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