Jeden Tag bloggt eine Autorin oder ein Autor für das Fortschrittsforum aus einer der Veranstaltungen der Themenwoche ZEIT FÜR GERECHTIGKEIT!.
Aus der Auftaktveranstaltung am 7.11. hat Thomas Hartmann gebloggt:
Flyer "Zeit für Gerechtigkeit!"
mit allen Veranstaltungen & Orten
zum download
Bei Fragen zur FES-Themenwoche "Zeit für Gerechtigkeit!" schreiben Sie an:
gerechtigkeitswoche@fes.de

Was ist heute gerecht, was ist ungerecht? Diese Fragen zu beantworten, fällt bereits im nationalen Kontext schwer. Es geht um die gerechte Verteilung von Ressourcen und Rechten in einer Gesellschaft sowie zwischen den Generationen. Und es geht um die gesellschaftliche Gleichheit von Mann und Frau. Damit ist eine Politik der sozialen Gerechtigkeit eng verknüpft mit der Frage nach Chancengleichheit, sozialer und politischer Teilhabe sowie Freiheitsrechten für alle BürgerInnen.

Der Vorwurf, die soziale Gerechtigkeit komme zu kurz, hat schon mancher Partei die Macht gekostet. Was aber sozial gerecht ist, daran scheiden sich die Geister: Pochen die einen darauf, dass die so genannten „Leistungsträger“ zu entlasten seien, weisen die anderen darauf hin, dass die sich konstant weitende Schere zwischen Arm und Reich zu schließen sei und einzig und allein mehr Gleichheit Gesellschaften gerechter machen könne.

Ist damit der Inbegriff von Gerechtigkeit die Gleichheit? Und welche moralische Handlungspflicht hat dann folglich der Staat, um nicht nur Grundrechte zu garantieren, sondern soziale Ungleichheit auszugleichen?

Wenn nun aber die Gerechtigkeitsfrage schon im nationalen Kontext so kontrovers diskutiert wird, wie sinnvoll ist es dann, die Gerechtigkeitsfrage im globalen Kontext zu stellen?

Globale Gerechtigkeit muss in der „einen“, ökologisch und wirtschaftlich verflochtenen Welt zur Leitlinie politischen Handelns werden. Aber inwiefern ist Gerechtigkeit tatsächlich ein universeller Wert und Maxime politischen Handelns? Inwiefern wird sie kulturell geprägt? Und warum haben wir keinen Weltsozialrat?

Diese Fragen müssen im internationalen politischen Dialog zwischen staatlichen und
gesellschaftlichen Akteuren immer wieder neu beantwortet werden. Daher ist der öffentliche Diskurs über Gerechtigkeit in der internationalen Politikgestaltung wichtig.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung will mit VertreterInnen aus dem Norden und Süden im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Gerechtigkeitswoche in Berlin Denkanstöße zu dieser Debatte geben.

Begrüßung durch Jürgen Kocka, Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Ebert-Stiftung
Ab 18 Uhr diskutierten mit Conny Czymoch (PHOENIX):
Gesine Schwan, Professorin und Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance,
Thomas Pogge, Professor für Philosophie und Internationale Beziehungen, Yale University,
Ronald Llamas, Berater des philippinischen Präsidenten Benigno Aquino III,
Francisco Whitaker Ferreira, Mitbegründer des Weltsozialforums und Träger des Alternativen Nobelpreises, Brasilien.

Die Berliner Straßenkünstler Various & Gould befassten sich ab 17 Uhr in einem Live Painting mit dem Thema Gerechtigkeit. Mehr über die Künstler

Konferenzsaal 1, Haus 1 der Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastraße 17 in Berlin-Tiergarten
Die Veranstaltung wurde simultan gedolmetscht.
Und auch beim anschließenden Imbiss wurde den Gästen das Thema nicht erspart: ebenfalls eine Installation von Various & Gould:
