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Planspiel Kommunalpolitik
„Es war toll, soviel über Kommunalpolitik zu erfahren“ Der Platz reicht gerade aus für die 27 jungen Abgeordneten der etwas anderen Stadtratssitzung. Mit am großen Oval sitzt der Bürgermeister Peter Wirtz und alle vier Beigeordneten der Stadtverwaltung Königswinter. Kurz zuvor wurden in den fiktiven Fraktionen noch die Köpfe zusammengesteckt und das letzte Mal das grundlegende Abstimmungsverhalten zu den Anträgen diskutiert. Nun werden die Schülerinnen und Schüler vom Veranstalter, dem Forum Jugend und Politik der FES, und dann vom Bürgermeister als Sitzungsleiter begrüßt. Etwa 45 Gäste und Beobachter haben sich zusätzlich im Ratssaal in Oberpleis eingefunden. Darunter die Fraktionsvorsitzenden, der Schulleiter des Gymnasiums am Oelberg Dr. Krautschneider, Eltern und auch die Presse. „Meine Schülerinnen und Schüler haben auf diese Weise eine ganze Menge mehr gelernt als im herkömmlichen Unterricht.“ Anschließend werden die Anträge der fiktiven Fraktionen debattiert. Hier wird die Diskussion so manches mal etwas hitziger. Zum Beispiel, wenn es um die Sicherheit am Busbahnhof und die Einstellung eines Streetworkers geht. Doch Bürgermeister Wirtz hat die Leitung stets gut im Griff. Es wird gelacht und nach einer Richtigstellung durch die Verwaltung auch schon mal geschwiegen. Alles normal, sagt der Bürgermeister und ruft den nächsten Tagesordnungspunkt auf. Die Schülerinnen und Schüler habe sich an zwei Projekttagen auf diese Sitzung vorbereitet. Sie haben eine Einführung in die Kommunalpolitik bekommen und haben sich über die Strukturen vor Ort informiert. Zum Programm gehört auch der Besuch einer richtigen Stadtratssitzung. Dort lernten sie die Fraktionsvorsitzenden kennen, mit denen sie am nächsten Tag die Anträge und Anfragen erarbeitet haben. Die Themen allerdings suchen sich die Schülerinnen und Schüler allein, damit am Ende auch wirklich nur über das gesprochen wird, was sie selber betrifft. Die Stadtratssitzung, mit einem deutlich geringeren Durchschnittsalter als gewohnt, zeigt den Jugendlichen wie Kommunalpolitik funktioniert. Manchmal muss ein Antrag modifiziert werden, einige müssen nach hitzigen Debatten auch Abstimmungsniederlagen verkraften. Das alles gehört zum demokratischen Entscheidungsfindungsprozess, den die Schülerinnen und Schüler lernen. Und weil es um Themen geht, die sie sich selber gestellt haben, sind auch alle hochmotiviert dabei. „Ich persönlich habe viel gelernt und außerdem hat es Spaß gemacht. Es war toll, soviel über Kommunalpolitik zu erfahren“ resümiert Dominika Jankowski (15), Teilnehmerin des Planspiels. Im Planspiel Kommunalpolitik können Jugendliche Politik aktiv nachvollziehen lernen. So wird die Brücke zwischen Jugend und Politik geschlagen. Von Politikverdrossenheit kann in diesem Moment keine Rede mehr sein. Das Format des Planspiels wurde im Landesbüro in Dresden entwickelt. In diesem Jahr wurde es erstmals durch das Forum Jugend und Politik in Nordrheinwestfalen und das Fritz-Erler-Forum in Stuttgart in Baden-Württemberg erfolgreich durchgeführt. Dort, sowie in anderen Bundesländern, soll das Planspiel Kommunalpolitik 2007 fester Bestandteil der Jugendarbeit in der Politischen Akademie werden. |

