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Vorbereitung des WWW-Angebots für den Wahlkampf
Die Parteien haben die Strukturveränderungen der Zielgruppe sowie die Verlagerung der Interessensschwerpunkte wahrgenommen. Daraufhin erfolgten ab Ende des Jahres 1997 Relaunches der Webseiten. Als erste stellte die SPD im Dezember 1997 graphisch und inhaltlich überarbeiteten Seiten ins Internet. "Witziger und spritziger" sollte jetzt das Angebot gestaltet werden, um für die neuen Webnutzer attraktiver und zugänglicher zu sein.
Der Übergang hin von der überwiegend technisch gebildeten Internet-Elite der frühen Internet-Jahre zu den Gruppen, die das Internet vorerst als Quelle qualitativ gute Informationen nutzten und für die es nicht nur (oder sogar gar nicht) ein Arbeitsplatz ist, stellte neue Ansprüche an die benutzerfreundliche Gestaltung der Inhalte und Graphiken im Web.
So wurden zum Beispiel die Webseiten der SPD nicht nur mit statischen Informationen wie Statut oder Programm ausgestattet. Dem Nutzer wurden zusätzlich interaktive Dienste wie Diskussionsforen zu wöchentlich wechselnden Themen oder "Schwarze Bretter" etc. zur Verfügung gestellt, um den Besuch auf der SPD-Homepage attraktiver zu gestalten.
Die Themen im Bereich "Schwarze Bretter" wurden von einer Redaktion bestimmt, in deren Kompetenzen auch die inhaltliche und technische Betreuung der Diskussionen lag. In den "Schwarzen Brettern" diskutierte jeder mit jedem. Die Voraussetzung für die Teilnahme an Foren war jedoch eine Anmeldung per Online-Formular. Die Themen wurden regelmäßig, anfangs alle zwei Wochen, gewechselt. Im Laufe der Zeit wurden die Schwerpunkte vom "Schwarzen Brett" allerdings deutlich auf die Inhalte der Foren verlegt und die Themen weniger oft geändert.
Die Studien haben gezeigt, daß bei der Online-Kommunikation die Inhalte deutlicher im Vordergrund stehen als bei den klassischen Medien. Diskussionsteilnehmer bewerten einander nicht nach sozialem Status, Geschlecht oder Parteizugehörigkeit, sondern nach der Sachorientierung und den Inhalten ihrer Aussagen, die im nüchternen ASCII-Code ausgetauscht werden.
Die Interaktivität zwischen Anbieter und Nutzer wird jedoch vor allem durch Diskussionsforen unterstützt: " Da legen Prominente einen Einstiegstext vor und greifen auch in die Diskussion ein.", sagt die Chefin der Internet-Redaktion der SPD, Anna Siebenborn. "Das vermittelt die Vorstellung 'Ich finde Gehör, da sind reale Personen bei der SPD, die auch wahrnehmen, was ich denen schreibe.'"
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© FES | net edition ola | März 1999 |
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