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Wahlkampf via Internet. Online-Wahlen in Deutschland 1998 am Beispiel der SPD und CDU.

Stand 12.11.98
(Endgültige Fassung)

Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Akademie der Politischen Bildung. Unter der wissenschaftlichen Betreuung von Herrn Prof. Dr. Thomas Meyer. Vorgelegt von Aleksandra Sowa.

Bonn, den 19.01.1999

Inhaltsverzeichnis

Die Zielgruppe des Wahlkampfes per Internet

Das Internet scheint auf dem besten Wege zu sein, eines der wichtigsten Kommunikationsmedien aller Zeiten zu werden. Die Anzahl der WWW-Nutzer hat sich im letzten Jahr verdreifacht und steigt weiter. Alleine in Deutschland nutzen das Medium 5 Mio. Menschen.

Die Profile der Internet-Nutzer sind im Ländervergleich sehr unterschiedlich. Während bei den WWW-Nutzer in den USA bis zu 67% männlichen Geschlechts, überwiegend im Bildungsbereich oder in der Komputerbranche beschäftigt (53%) und im Durchschnitt 36 Jahre alt sind, sind die Webnutzer in Deutschland durchschnittlich 32 Jahre alt, in 90% der Fälle männlich und gehören hauptsächlich zur Gruppe der Studenten (22%) und Angestellten (39%). Der Anteil der Studenten an der Gruppe der Webnutzer ist in den letzten zwei Jahren in Deutschland erheblich geringer geworden und ist von 48% (1995) auf 22% (1997) gesunken. Dafür nutzen immer mehr Angestellte und Selbständige das Netz.

Diese Entwicklungen im Netz und die steigende Präsenz von Angestellten und Beamten, macht das Internet nicht nur für Unternehmen und Dienstleister attraktiv. Auch politische Parteien und NGOs interessieren sich stark für diese Gruppe, die mit Hilfe des neuen Mediums erreicht werden kann.

"In den Feedbacks können wir feststellen, daß sich mit der Ausbreitung der Online-Dienste und der großen Provider die Art der User verändert hat. Am Anfang kam hauptsächlich akademisches, studentisches Publikum, inzwischen nähert sich das immer mehr einem Querschnitt der Bevölkerung an: 60% kommen über kommerziellen Dienste, 40% über die Universitäten." - sagte Frau Anna Siebenborn, die in der SPD-Zentrale das Internet-Angebot verantwortet, im Interview mit der Landeszentrale für Politische Bildung NRW.

79 Prozent der Webnutzer nannte die aktuellen Informationen und Nachrichten und 76 Prozent die Unterhaltung als bevorzugtes Internet-Angebot. Da die Angebote der Parteien vorrangig eine informative Funktion erfüllen und grundsätzlich Interaktion sowie Kommunikation beinhalten, liegen deren Angebote in der heißen Phase der Wahlperiode klarerweise im Zentrum des Interesses bei den Internet-Nutzern.




© FES | net edition ola | März 1999