Zum Tode von Helga Grebing

Bild: von J.H. Darchinger / FES 

Mit Helga Grebing ist am 25. September 2017 eine der bedeutendsten Historikerinnen für die Geschichte der Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts verstorben.

Helga Grebing wurde am 27. Februar 1930 als Tochter eines Maurers und einer Fabrikarbeiterin geboren. Ihre Kindheit verbrachte Grebing in Berlin und Brandenburg, wo sie zunächst die Handelsschule besuchte und einen Abschluss als Kauffrau erlangte. Durch ein Begabtenabitur konnte Grebing mit 17 Jahren ein Studium der Geschichte, Germanistik, Philosophie und des Staatsrechts in Ostberlin aufnehmen, wechselte jedoch aufgrund der ideologischen Ausrichtung an die Freie Universität Berlin und promovierte 1952 bei Hans Herzfeld mit dem Thema "Zentrum und katholische Arbeiterschaft in der Weimarer Republik".

Im Jahr 1970 habilitierte sich Helga Grebing an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Einem breiteren Kreis bekannt wurde sie bereits früher, mit der 1966 erstmals veröffentlichten "Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung", die mehrere Neuauflagen erlebte. An der Universität Göttingen forschte und lehrte Grebing ab 1972 als Professorin zur Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und übernahm von 1988 bis 1995 die Leitung des Instituts zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung an der Ruhr-Universität Bochum. Auch nach ihrer Emeritierung 1995 war Grebing weiterhin aktiv, unter anderem als Mitherausgeberin der Quellenedition Berliner Ausgabe Willy Brandt der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung.

Eng verbunden mit der Arbeiterbewegung war Helga Grebing nicht nur über ihre eigene Kindheit und späteren wissenschaftlichen Forschungen. Sie trug selbst aktiv zur Identifikation der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mit ihrer Geschichte und den Errungenschaften der Demokratie bei. So war Grebing Ende der 1950er-Jahre unter anderem Dozentin an der Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel, leitete im Anschluss die Abteilung für Politik und Geschichte an der Volkshochschule München und arbeitete ab 1964 als Referentin der hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Prägend für die Sozialdemokratie war nicht zuletzt ihre langjährige engagierte Tätigkeit in der Historischen Kommission beim Parteivorstand der SPD.

Auch der Friedrich-Ebert-Stiftung war Helga Grebing eng verbunden als langjähriges Mitglied des Vereins der Stiftung. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren!

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Veröffentlichungen von Helga Grebing finden sich im Katalog der FES-Bibliothek.

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