Arbeit mit Geflüchteten und Helfer_innen

Bild: FES / Kornelia Danetzki

Wir wollen nicht über Geflüchtete reden, sondern mit ihnen!

Für die in Deutschland ankommenden Geflüchteten zeigt die Bevölkerung eine enorme Hilfsbereitschaft. Die Einwanderung von über einer Millionen Menschen stellt für die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfer_innen, die Verbände und die Kommunen eine große Herausforderung dar. Mit beeindruckendem Einsatz gelang es innerhalb weniger Wochen, den vor Hunger, Krieg, Bürgerkrieg oder Terror geflohenen Menschen eine Unterkunft und Grundversorgung zu vermitteln. Gleichzeitig hat dieser unter hohem Stress zu bewältigende Prozess auch zu Missverständnissen, Reibereien und Konflikten zwischen den Beteiligten geführt.

Nachdem in den ersten Monaten die Notversorgung Priorität hatte, stehen wir jetzt vor strukturellen Integrationsaufgaben für die vielen Menschen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit für einige Jahre in Deutschland bleiben werden. Eine von mehreren Herausforderungen ist die Vermittlung zwischen Unterstützungsangeboten seitens Institutionen und Unternehmen und den Bedarfen der Geflüchteten. Auch zwischen ehrenamtlichen und kommunalen Strukturen treffen teils unterschiedliche Logiken aufeinander, die des Austausches und gegenseitigen Verständnisses bedürfen. Von Seiten der Ehrenamtlichen, der Vereine, Initiativen, Projekte, der kommunalen Verwaltung oder auch Agenturen sowie den geflüchteten Menschen selbst wird ein vermehrter Bedarf an spezifischen Beratungsangeboten, an Erfahrungstausch und auch (über)regionaler Vernetzung festgestellt und benannt.

Reihen & Formate

NETZ Werkstatt für Integration

Das Kennenlernen und die Vernetzung von Geflüchteten, ehrenamtlichen Helfer_innen sowie lokaler Verwaltungen sind uns wichtig.

Im Fokusprojekt „Arbeit mit Geflüchteten und Helfer_innen“ bietet die Friedrich-Ebert-Stiftung dafür das Format „NETZ Werkstatt für Integration“ an, das den Austausch zwischen den vor Ort in der Flüchtlingshilfe tätigen Akteur_innen ermöglicht. NETZ steht dabei für „Networking, Empowerment, Transparenz und Zusammenhalt“. Eine „NETZ Werkstatt für Integration“ stellt in der jeweiligen Stadt/der Region/im Landkreis ein Forum für fachliche Beratung, für Austausch und Vernetzung dar. Sie bildet einen geschützten und zugleich kreativen Raum für gegenseitige Wertschätzung und Visionen gemeinsamer Entwicklung. Nachhaltige Strukturen von Kooperation der beteiligten Akteur_innen vor Ort sollen angeregt werden, die für das Gelingen integrativer Prozesse nutzbar sind.

Seminare „Demokratische Bildung auf Arabisch bzw. Persisch“

Neben einer verstärkten Einbindung von geflüchteten Menschen in das Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt, ist auch die Vermittlung von demokratischen Werten sowie von Partizipationsmöglichkeiten essentiell für eine gelungene Integration. Dies kann nicht warten, bis ein ausreichendes Deutschniveau vorliegt.

Daher führen seit Ende 2015 arabisch- und persischsprachige Trainer_innen im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Seminare zur demokratischen Bildung mit geflüchteten Menschen in mehreren Bundesländern durch. Die Vermittlung von Grundmustern deutscher Politik, zentrale Werte und Regeln des Grundgesetzes und ebenso Mitwirkungsmöglichkeiten in der Gesellschaft unabhängig vom Aufenthaltsstatus stehen im Mittelpunkt. Methodisch legen die Seminare einen Schwerpunkt auf interaktive Methoden wie Planspiele, Zukunftswerkstätten und ähnliche Formate. Bisher haben mehr als 400 Geflüchtete an über 30 solcher Seminare teilgenommen.

„Miteinander in NRW"

Bild: von ® FES-Landesbüro NRW 

Im Rahmen der Reihe „Miteinander in NRW“ reist die Friedrich-Ebert-Stiftung seit Anfang 2016 quer durch das Bundesland. Thema: Die Integration von Geflüchteten. Von Bonn bis Bielefeld und von Düsseldorf bis Dortmund werden unterschiedlichste Aspekte der Integration von Geflüchteten diskutiert – wie der Zugang zum Arbeitsmarkt, an den Hochschulen, Integration durch Sport oder im Stadtteil. So heißt es dann: „Miteinander arbeiten in Dortmund“, „Miteinander studieren in Köln“ oder „Miteinander bewegen in Iserlohn“.

Geflüchtete werden aktiv in die Veranstaltungen und Gespräche einbezogen. Dazu diskutieren Akteure aus Politik, Verwaltungen, Unternehmen, Verbänden und Zivilgesellschaft. Prominente Engagierte wie Ranga Yogeshwar und Gerald Asamoah waren nur zwei von bislang knapp 100 Referent_innen. Insgesamt etwa 2.000 Gäste nahmen an den bisher 14 Veranstaltungen quer durch das Bundesland teil.

Mehr Informationen und Veranstaltungsberichte finden Sie hier

Landesbüro NRW: Seminare für ehrenamtliche Helfer_innen in der Flüchtlingsarbeit

Seit Anfang 2016 bietet das Landesbüro NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung Seminare für ehrenamtlich engagierte Helfer_innen in der Flüchtlingsarbeit an. Mit den Seminaren sollen den Helfer_innen fachliche Unterstützung, Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Möglichkeit geboten werden, sich gegenseitig auszutauschen und Netzwerke aufzubauen. Nicht zuletzt soll mit dem Format auch Anerkennung für die unermüdliche Arbeit gezeigt werden, ohne die die Integration von Geflüchteten in Deutschland nicht funktionieren würde.

Derzeit bietet das Landesbüro fünf Themen an: Einführung ins Asylrecht, Interkulturelle Sensibilisierung, Umgang mit Anfeindungen und Gewalt von rechts, Austausch von ehrenamtlichen Helfer_innen sowie Arbeitsmarktintegration. Die Seminare finden an Wochenenden und in Nordrhein-Westfalen statt.

Kontakt: Martin Pfafferott, Landesbüro NRW


28.07.2016 | Arbeit mit Geflüchteten und Helfer_innen | News

Im Land der „Schimanskis“ und „Podolskis“ – Integration praktisch gelebt

NRW ist das Einwanderungs-Bundesland Nummer eins. Hier hat Migration und Integration sowohl Tradition als auch Zukunft.


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- | Arbeit mit Geflüchteten und Helfer_innen | Training/Seminar

Flüchtlinge brauchen Schutz - aber wie?

Ein Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung

Freitag, 02.12.16 bis Sonntag, 04.12.16 - Würzburg


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29.06.2016 | Arbeit mit Geflüchteten und Helfer_innen | Publikation

MuP-Arbeitshilfe

Die MuP-Arbeitshilfe "Interkulturelle Begegnungen: Verständnis fördern - Missverständnisse minimieren!" fokussiert auf interkulturelle...


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29.06.2016 | Arbeit mit Geflüchteten und Helfer_innen | Publikation

MuP-Praxisblatt: Engagementmöglichkeiten

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