Internationale Arbeit

08.09.2017

Die Nueva Sociedad – ein linkes Debattenmagazin im Wandel der Zeit

Bild: Team der Nueva Sociedad im Tangoviertel San Telmo von Buenos Aires von © Nueva Sociedad

Bild: NuSo Logo von Nueva Sociedad/FES

Die Nueva Sociedad ist ein Aushängeschild der Friedrich-Ebert-Stiftung in Lateinamerika. Das Projekt hat eine lange und starke Tradition. Gleichzeitig kommt die „NuSo“ recht juvenil daher. Nur zwei der aktuell acht Mitarbeiter_innen waren schon geboren, als die heute in der Region weithin bekannte Zeitschrift vor 45 Jahren gegründet wurde. Jetzt blickt sie bereits auf 270 Ausgaben zurück. Gegründet wurde sie zur Zeit der Militärdiktaturen Anfang der 1970er Jahre. Sie bot kritischen Denkerinnen und Denkern eine Stimme, die in ihrer Heimat meist nicht veröffentlichen konnten. Die Nueva Sociedad leistete auf diese Weise ihren Beitrag zur Demokratisierung der Region. Heute sind die Umstände zwar weniger dramatisch, doch weiterhin geht es um die Verankerung progressiven Denkens in Lateinamerika. Wirtschaftliche Entwicklung, soziale Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen und die Konsolidierung der Demokratie sind dauerhafte Aufgaben. Die Zeitschrift spiegelt eine breite Debatte innerhalb des politischen Mitte-links-Spektrums um alternative Entwicklungsmodelle und politische Reformen wider. Ziel ist es, statt Schwarz-Weiß-Malerei einen differenzierten Blick zu liefern. Dass dies nicht immer einfach ist, zeigt die aktuelle Debatte zur Krise der Linken in Lateinamerika. Der Verdruss über die Defizite des demokratischen und wirtschaftlichen Modells in der Region wächst wieder. Das linke Lager muss Versäumnisse der jüngeren Vergangenheit aufarbeiten und Strategien für die Zukunft entwickeln. Nueva Sociedad setzt hier an. Sie bietet Analysen und Meinungsbeiträge ebenso wie die Schilderung von Best Practice-Ansätzen. Derzeit stehen beispielsweise politische Reformen zur Finanzierung von Parteien und Wahlkämpfen, Strategien zur Bekämpfung der Korruption sowie Wege zur Eindämmung der Macht transnationaler Konzerne ganz oben auf der Agenda der Nueva Sociedad.

Die Zeitschrift ist akademisch genug für ein wissenschaftliches Publikum sowie allgemein und politisch genug für die breite, interessierte Öffentlichkeit. Die Homepage hat sich inzwischen zu einem elektronischen Medium auf der Höhe der virtuellen Kommunikation gewandelt: Artikel, Analysen, Studien, Interviews, Video-Statements, Blogs, Chroniken und Social Media-Kampagnen erschließen neue Nutzerkreise, gerade auch unter den jüngeren Leser_innen. Zudem erlaubt das digitale Angebot die Debatte aktueller Geschehnisse. Das ist wichtig in Zeiten, in denen global bedeutsame Ereignisse immer rascher aufeinander folgen. Im Rahmen von internationalen Konferenzen bietet die Nueva Sociedad die Möglichkeit des Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik. Dabei steht zunehmend der Austausch zwischen Akteuren des Globalen Südens im Mittelpunkt.

Ihren Sitz hat die Redaktion in Buenos Aires, im Stadtviertel San Telmo. San Telmo ist eine Hochburg des Tangos. Und so wird die Arbeit des NuSo-Teams ganz stilecht von Tango-Klängen begleitet. Die intensiven Debatten über die Entwicklung von Politik und Gesellschaft in Lateinamerika kann das nur beflügeln.

Mehr zur Arbeit der Nueva Sociedad finden Sie auf der spanischen Bürowebseite sowie auf der facebook-Seite der NuSo.

Arbeitseinheit: Stimmen aus Lateinamerika und der Karibik


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