Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika

Medina von Meknes
Bild: Medina von Meknes von Lasse Thorwesten 

Marokko

Marokko erlebte seit dem Frühjahr 2011 eine Phase der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche. Zehntausende Menschen gingen in den großen Städten auf die Straße und forderten politische Teilhabe, Rechtsstaatlichkeit und soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit. Anders als in Tunesien kam es jedoch nicht zum Systemwechsel, sondern lediglich zu einem Systemwandel: Bereits kurze Zeit nach Beginn der Proteste verkündete der König eine Verfassungsreform. Die neue Verfassung wurde 2011 im Eiltempo abgestimmt und kam vielen Forderungen der seit Jahren aktiven Menschenrechts- und Frauenbewegungen entgegen. Ihre tatsächliche Umsetzung- in der Verwaltung und den Institutionen schreitet voran, wenn auch die Langsamkeit des Prozesses häufig kritisiert wird. Erst in den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob sich ein neues, demokratisches Gewaltengleichgewicht etablieren kann und ein Rückzug des Königs aus dem politischen Tagesgeschäft erfolgt. Ob neue Protestbewegungen entstehen hängt davon ab, ob sich die schwierige wirtschaftliche und soziale Lage eines großen Teils der Bevölkerung verbessert.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist seit 1984 in Marokko vertreten. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, politischen Parteien, Gewerkschaften, Parlament und Ministerien, Wissenschaft und internationalen Organisationen entwickelt. Ihnen bietet sich die FES als politische Beratungs- und Kompetenzagentur an. Zudem organisiert sie in enger Kooperation mit ihren Partner_innen gesellschaftliche Dialoge verschiedener politischer und sozialer Akteure. So möchte die FES gemeinsam mit ihren progressiven Partner_innnen die vielfältigen Demokratisierungs- und Reformprozesse Marokkos begleiten und einen friedlichen Interessensausgleich zwischen den unterschiedlichen Belangen der Gesellschaft unterstützen.

Deshalb konzentriert sich die Projektarbeit der FES in Marokko darauf politische Parteien, Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft, insbesondere Menschenrechts-, Frauen- und Jugendbewegungen, zu stärken und ihre Teilhabe am politischen Prozess zu fördern. Ziel ist es, soziale Gerechtigkeit zu stärken und Reformen im Bereich Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu unterstützen. Zudem trägt die Friedrich-Ebert-Stiftung zur Verbesserung der regionalen und internationalen Kooperation bei, indem sie politische und soziale Akteure regional und international vernetzt.

Erfahren Sie mehr auf der Seite des Landesbüros.

Publikationen zu Marokko

Natter, Katharina

Mehr als nur Herkunftsländer

Migrationsmuster in Algerien, Marokko und Tunesien
Berlin

Publikation herunterladen (1,4 MB PDF-File)


Natter, Katharina

Au-delà de pays d'origine

Etude : schémas migratoires en algérie, au Maroc et en Tunisie
Algier

Publikation herunterladen (660 KB, PDF-Fle)


Jenseits von Lampedusa

Flucht und Migration im Nahen Osten und Nordafrika
Berlin

Publikation herunterladen (300 KB, PDF-File)


Storck, Ulrich

Demokratie kann schockieren

das islamistische Experiment der Marokkaner
Berlin ; Bonn

Publikation herunterladen (590 KB, PDF-File)


Storck, Ulrich

Arab Spring Light - der marokkanische Königsweg

Berlin ; Bonn

Publikation herunterladen (172 KB, PDF-File)


nach oben