Südamerika

Die FES in Südamerika

Südamerika blickt auf ein Jahrzehnt zurück, das mehrheitlich von progressiven Regierungen gestaltet wurde. Die Linksregierungen im Cono Sur und in den Andenländern unterschieden sich zwar in ihrem ideologischen Diskurs, ihrer Rhetorik und ihrer politischen Praxis. Ihnen allen aber ist oder war gemeinsam, dass sie nach Alternativen und neuen Leitbildern im Verhältnis von Staat und Markt, von Wachstum und Ökologie suchten sowie ein sozial gerechtes Verteilungsmodell anstrebten. Mit dem Rückenwind wirtschaftlichen Wachstums ist es den progressiven Regierungen in der Mehrzahl der Länder gelungen, die Armut zu reduzieren, den Sozialstaat auszubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und den benachteiligten Schichten den sozialen Aufstieg zu ermöglichen.

Doch soziale Proteste auf der Straße und Niederlagen an den Wahlurnen zeigen auch die Erwartungen großer Teile der Bevölkerung an eine weitergehende Transformation der südamerikanischen Gesellschaften auf. Die Qualität der öffentlichen Güter wie Bildung oder Gesundheit lässt in vielen Ländern der Region weiterhin zu wünschen übrig; die Demokratien weisen gravierende institutionelle Defizite auf (Klientelismus, Korruption, schwache Rechtsstaatlichkeit); die organisierte Kriminalität bedroht die öffentliche Sicherheit und schränkt die Lebensqualität der Bürger_innen ein; das Entwicklungsmodell stützt sich nach wie vor auf die Ausbeutung natürlicher Ressourcen.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der FES, gemeinsam mit unseren reformorientierten linken Partnern eine progressive Agenda zu erarbeiten, um die begonnenen Reformen zu vertiefen. Wir unterstützen Parteien und Interessenverbände wie Gewerkschaften darin, ihre Kapazitäten zur Problemlösung zu erhöhen und beraten sie programmatisch in ihrem Prozess, moderner, offener und artikulationsfähiger gegenüber der Zivilgesellschaft zu werden. Über Vertretungen und Projekte vor Ort unterstützt die FES zudem den regionalen Erfahrungsaustausch und bietet Foren der regionalen politischen Zusammenarbeit. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, die Steuerpolitik, die Vertiefung der Demokratie, die öffentliche Sicherheit und die Gestaltung einer sozial-ökologischen Transformation.

Länderbüros

Argentinien

Die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Argentinien begann 1970, musste jedoch während der Militärdiktatur (1976-1983) ausgesetzt werden. Die langfristigen Ziele bestehen darin, die Qualität der Demokratie zu erhöhen, zur Entwicklung eines demokratischen Parteien- und Gewerkschaftssystems beizutragen und eine Diskussion über die Entwicklungsagenda des Landes zu fördern.

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Bolivien

Nach der Einführung eines demokratischen Systems Anfang der 1980er Jahre begann die Friedrich-Ebert-Stiftung 1985 ihre Arbeit in Bolivien. Vor dem Hintergrund schwacher demokratischer Institutionen sowie der politischen Polarisierung versucht die Friedrich-Ebert-Stiftung, den pluralistischen und sachorientierten Dialog zwischen progressiven Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft zu stärken.

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Brasilien

Die Friedrich-Ebert-Stiftung arbeitet seit 1976 in Brasilien. Sie unterstützt parteipolitische Partner, Gewerkschaften sowie Jugendorganisationen dabei, die Agenda des Landes mitzugestalten, programmatische Positionen zu erarbeiten und sich am internationalen Politikdialog zu beteiligen. Die FES leistet einen Beitrag zu der Stärkung demokratischer Institutionen, einem sozial gerechten und nachhaltigen Entwicklungsmodell, der Reform der Politik öffentlicher Sicherheit sowie zu außenpolitischen Debatten.

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Chile

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist seit 1967 in Chile vertreten. Sie leistet einen Beitrag zur Stärkung der demokratischen Kultur Chiles, indem sie den progressiven Akteuren einen Raum zur programmatischen Debatte und zur Erarbeitung von Politikentwürfen bietet. Die Stiftung verfügt über langjährige und vertrauensvolle Kooperationsbeziehungen mit allen progressiven Parteien des Landes und den ihnen nahestehenden politischen Stiftungen sowie mit den Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Wissenschaftler_innen.

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Ecuador

Die Friedrich-Ebert-Stiftung eröffnete ihr Büro in Ecuador im Jahr 1974. Seither hat sich die Stiftung als progressive Plattform für demokratische Dialoge etabliert. Die Vertiefung der sozialen Dimension der Demokratie, die Förderung von sozialer Gerechtigkeit, die Konstruktion einer gerechten Wirtschaftsordnung und die Stärkung der regionalen Integration sind Ziele der Arbeit.

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Kolumbien

Das Friedrich-Ebert-Stiftung-Büro in Kolumbien ist seit 1979 dort tätig und hat sich zur anerkannten Plattform für progressive politische und wissenschaftliche Debatten entwickelt. Darüber hinaus fördert die Friedrich-Ebert-Stiftung den gesellschaftspolitischen Dialog zu den Friedensverhandlungen und kooperiert dazu auch mit den Friedenskommissionen des Parlaments.

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Paraguay

Die Friedrich-Ebert-Stiftung arbeitet seit 1984 in Paraguay. Ihre Aktivitäten zielen darauf ab, Transparenz, Demokratie und Partizipation in der politischen Kultur des Landes zu verankern. Durch Zusammenarbeit mit progressiven Akteuren auf kommunaler und nationaler Ebene sollen soziale Reformen unterstützt werden.

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Peru

Seit 1969 arbeitet die Friedrich-Ebert-Stiftung in Peru. Die Friedrich-Ebert-Stiftung bietet Dialogforen an und stärkt die potenziellen Agenten des notwendigen Wandels in Peru in ihrer politischen Handlungsfähigkeit, insbesondere Gewerkschaften, soziale Organisationen und progressive Parteien.

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Uruguay

Die Friedrich-Ebert-Stiftung Uruguay nahm 1984 ihre Arbeit auf. Sie unterstützt Entwicklungen, die zu einer arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsmarktpolitik hinführen sowie den Ausbau der Gewerkschaften.

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Venezuela

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat 1973 das Instituto Latinoamericano de Investigaciones Sociales (ILDIS) in Caracas gegründet. Heute hat das ILDIS den Charakter eines pluralistisch angelegten Forschungs-, Beratungs- und Ausbildungsinstituts.

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  • Kontakt

    Claudia Ehing (Argentinien, Paraguay, Uruguay)

    +49 30 269 35-7470

    Claudia.Ehing(at)fes.de


    Albrecht Koschützke (Bolivien, Ecuador, Peru, Venezuela)

    +49 30 269 35-7488

    Albrecht.Koschuetzke(at)fes.de


    Ingrid Roß (Kolumbien)

    +49 30 269 35-7412

    Ingrid.Ross(at)fes.de


    Andreas Wille (Brasilien, Chile, Nueva Sociedad)

    +49 30 269 35-7457

    Andreas.Wille(at)fes.de

  • Expertise
    Bild: von FES 

    Das Referat Lateinamerika und Karibik arbeitet in folgenden Themenfeldern:

    • Soziale Gerechtigkeit
    • Demokratie
    • Sozial-ökologische Transformation
    • Friedens- und Sicherheitspolitik
    • Internationale Politik

    Wir fördern den politischen Austausch zwischen Lateinamerika, Deutschland und Europa.

    Hier finden Sie unsere thematischen Ansprechpartner_innen

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