Sozial-ökologische Transformation

Bild: Grüne gefärbte Weltkarte von Matvienko Vladimir, Shutterstock / FES Transformación lizenziert unter Shutterstock.com

Lateinamerika ist wirtschaftlich in hohem Maße von der Ausbeutung fossiler und mineralischer Rohstoffe abhängig. Nach einer Dekade des Aufschwungs machen sich der drastische Preisverfall im Ölsektor und der Rückgang der Preise für Rohstoffe in der Region deutlich bemerkbar, so dass die Diversifizierung der Wirtschaftsstrukturen für die weitere wirtschaftliche und soziale Entwicklung zentrale Bedeutung erhält. Politische und wirtschaftliche Eliten profitierten in den vergangenen Jahrzehnten von der Ausweitung des Primärsektors. Strukturelle Reformen zur Verringerung der Abhängigkeit von volatilen Weltmarktpreisen und der extremen Ungleichheit auf dem Kontinent blieben aus. Die ungezähmte Ausweitung der Rohstoffausbeutung führte gleichzeitig zu einem rasanten Anstieg sozial-ökologischer Konflikte, beispielsweise im Umfeld von Bergbauprojekten, da die verheerenden Umweltfolgen die Lebensgrundlagen vieler lokaler Gemeinschaften akut gefährden.

Trotz der vielfältigen Krisenerscheinungen sind die politischen Debatten im lateinamerikanischen Kontext häufig von Lippenbekenntnissen und dem vermeintlichen Mangel an Alternativen geprägt. Die Diskussion um sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Entwicklungsansätze hat es bislang nicht in den Fokus der öffentlichen Debatten geschafft. Gleichwohl haben die internationalen Vereinbarungen wie das Klimaabkommen von Paris (COP 21) und die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen sowie akute Umweltkrisen und der Druck einer organisierten Zivilgesellschaft zum wachsenden Interesse an der Thematik in einzelnen politischen Strömungen beigetragen. Ebenso steigt der Handlungsdruck auf politische Entscheidungsträger_innen, die Abkehr von fossilen Rohstoffen einzuleiten und die soziale Lage der weitgehend marginalisierten Bevölkerungsmehrheiten zu verbessern.

Ziel des Projekts der Sozial-ökologischen Transformation der FES in Lateinamerika mit Sitz in Mexiko ist es, die Debatten um neue, alternative Entwicklungspfade in den kommenden Jahren länderübergreifend zu fördern. Eine Expert_innen-Gruppe treibt die Diskussion um alternative Entwicklungsansätze voran, die den realen Rahmenbedingungen der Region Rechnung tragen. Die FES setzt mit Publikationen, Expert_innen-Gesprächen und öffentlichen Debatten Impulse, um der bislang nur sehr zögerlichen Neuorientierung an Konzepten zum demokratischen und solidarischen Umbau der Volkswirtschaften hin zu einer nachhaltigen Produktions- und Lebensweise mehr Nachdruck zu verleihen.

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