Regionale Migration in Zentralamerika

Bild: Migrant_innen von Fishman64 / Shutterstock.com 

In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich die Arbeitsmigration in Zentralamerika zum zentralen Bestandteil bestehender Wanderungsströme. Diese intra- wie extraregionale Migration ist zumeist irregulär, saisonal und auch illegal, jedoch ist sie oft von entscheidender Bedeutung für die jeweilige Wirtschaft, sowohl im Herkunfts- als auch im Empfängerland. Die Ströme der Arbeitskräfte unterscheiden sich innerhalb Zentralamerikas erheblich. Auf der einen Seite stellt Costa Rica im südlichen Dreieck des Isthmus mit seinen Plantagenwirtschaften und relativ vermögenden Privathaushalten das maßgebliche Ziel für gering qualifizierte Migrant_innen aus Nicaragua und Panama dar; dort erwirtschaften sie unter zumeist prekären, aber im Vergleich zu ihren Heimatländern immer noch sehr viel besser entlohnten Bedingungen ihr Einkommen. Auf der anderen Seite ist das nördliche Dreieck aus El Salvador, Guatemala und Honduras eine nahezu unerschöpfliche Quelle von Auswanderungswilligen oder -gezwungenen, vor allem via Mexiko in Richtung USA. Die Rücküberweisungen (Remesas) der ca. 5,5 Millionen zentralamerikanischen US-Immigrant_innen (aus El Savador, Guatemala, Honduras und Nicaragua) garantieren vielen Daheimgebliebenen ihr Auskommen und machen bis zu 19 Prozent des BIP im entsendenden Land aus.

Auch wenn die Migrant_innen überwiegend aus einfachen sozialen Verhältnissen stammen, reihen sich doch verstärkt auch Angehörige der Mittelschicht in diesen Strom mit ein. Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung zwingen sie zur Emigration sowie zur Aufnahme von Arbeiten weit unter ihren Fähigkeiten und in oftmals irregulären Verhältnissen. Erschwerend kommt hinzu, dass trotz der Existenz völkerrechtlicher Instrumente zum Schutz von Migrant_innen die Staaten wie auch die Gewerkschaften aus Mangel an Kenntnis oder Interesse bisher kaum die erforderliche Aufmerksamkeit für diese Bevölkerungsgruppen gezeigt haben. Frauen und Kinder sind in mehrfacher Hinsicht besonders betroffen: Neben wirtschaftlicher Benachteiligung und Ausbeutung sind sie oft auch Opfer von sexueller Gewalt und Menschenhandel.

Die FES konzentriert sich mit ihren Aktivitäten auf einen zentralamerikaspezifischen, nationalen und regionalen Ansatz für eine würdige Migrationspolitik. Ziel ist es, Gewerkschaften, soziale Bewegungen und progressive Kräfte zu konstruktiven Politikvorschlägen zu diesen Themen zu befähigen.

Die Publikationsreihe „Migration in (Latein-)Amerika“ analysiert die unterschiedlichen Aspekte der Migrationsbewegungen und damit verbundene Herausforderungen für die Entsende-, Transit- und Zielländer in Zentralamerika, Mexiko und den USA.

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    Bild: von FES 

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