Referat Lateinamerika und Karibik

25.10.2017

Viel mehr als Machu Picchu – die FES in Peru stellt sich vor

Bild: Das Team der FES Peru als Fotomontage vor Machu Picchu von © FES Peru

Amazonasgebiet, Andenhochland und Küste – Peru ist viel mehr als Machu Picchu, das meist besuchte Tourismusziel in Lateinamerika.

Seit 1972 ist die FES in Peru präsent, in der Anfangszeit mit Büros in Lima, Piura und Puno. Mit dem Terrorismus des Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen drastisch, und die Programme außerhalb der Hauptstadt Lima mussten eingestellt werden. Trotz dieser direkten Bedrohung blieb die FES als einzige politische Stiftung zwischen 1980 und 1992 in Peru. Zwar besserte sich die Sicherheitssituation unter Präsident Fujimori, allerdings schränkten nun Misstrauen und Kampagnen gegen internationale Organisationen den Arbeitsspielraum ein. Seit dem Ende der autoritären Regierung Fujimoris und der Rückkehr zur Demokratie 2001 begleitet die Stiftung den Prozess der Konsolidierung der peruanischen Demokratie.

Hauptprobleme Perus sind die schwachen Institutionen, die weit verbreitete Korruption und die große Informalität der Wirtschaft – so finden über 70 Prozent der Bevölkerung nur ungesicherte und prekäre Beschäftigung im informellen Sektor. Wir setzen daher die Schwerpunkte auf gute Arbeit und soziale Sicherung, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sowie Bürger_innen-Beteiligung und Korruptionsbekämpfung. Unsere Partner sind progressive politische Parteien und Kongressabgeordnete, Gewerkschaften und Interessenvertretungen des informellen Sektors, Hochschulen, Ministerien und Nichtregierungsorganisationen. Besonders hervorzuheben ist das 1987 von der FES initiierte Jugendnetzwerk Red Interquorum, in dem sich gesellschaftspolitisch engagierte Jugendliche landesweit organisieren. Die Stiftung bietet den Partnern neben Studien und Analysen vor allem Räume zur gesellschaftspolitischen Diskussion und zum Erfahrungsaustausch.

Trotz des eingeleiteten Dezentralisierungsprozesses fallen wichtige Entscheidungen weiterhin in Lima. Mit einem landesweiten Fortbildungs- und Informationsangebot für Entscheidungsträger_innen in Kommunen und Regionen stärken wir daher die Kompetenzen vor Ort, begleitend werden Bürger_innen motiviert, sich aktiv an der Gestaltung ihrer konkreten Lebensbedingungen zu beteiligen.

Seit Jahrzehnten setzten peruanische Regierungen auf ein neoliberales Wachstumsmodell, basierend auf Bergbau und Exportlandwirtschaft. Die geringe Beschäftigungswirkung, steigende Umweltzerstörung und fehlende Bürger_innen-Beteiligung führen zu sozialen Konflikten und der Migration vor allem junger Menschen in die Großstädte. Verstärkt werden diese Effekte durch die Herausforderungen des Klimawandels: Peru gehört weltweit zu den drei am stärksten betroffenen Ländern. Wir greifen in unserem Veranstaltungsangebot die vermehrte gesellschaftliche Kritik am peruanischen Wachstumsmodell auf, fördern die Erarbeitung von Strategien zur Diversifizierung der Wirtschaft und von Vorschlägen für eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung und stellen diese landesweit zur Diskussion.

Mehr zur Arbeit der FES in der Karibik finden Sie auf der spanischsprachigen Bürowebseite sowie auf der facebook-Seite.

Arbeitseinheit: Stimmen aus Lateinamerika und der Karibik


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    Bild: von FES 

    Das Referat Lateinamerika und Karibik arbeitet in folgenden Themenfeldern:

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    Wir fördern den politischen Austausch zwischen Lateinamerika, Deutschland und Europa.

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