Referat Lateinamerika und Karibik

31.05.2017

Lateinamerikas Vergangenheit – Europas Zukunft? Ungleichheit gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Bild: Denisse Legrand von © FES, Fotograf Jens Schicke

Bild: 6. Internationale Themenwoche der Friedrich-Ebert-Stiftung | Zeit für Gerechtigkeit von © FES

Im Rahmen der Gerechtigkeitswoche widmete sich die Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem Ibero-Amerikanischen Institut am 31.05.2017 dem Zusammenhang zwischen Ungleichheit, Gewalt und Unsicherheit in Lateinamerika und Deutschland.

Im Gespräch zwischen Denisse Legrand, politischer Aktivistin aus Uruguay, dem Mexiko-Experten Prof. Dr. Markus-Michael Müller und Frank Zimmermann, dem innenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, wurde schnell deutlich, dass hohe wirtschaftliche und soziale Ungleichheit zur gesellschaftlichen Belastungsprobe wird. In vielen Ländern Lateinamerikas vertiefen fehlende Aufstiegschancen die durch soziale Ungleichheit verursachte Spaltung der Gesellschaft, die ihren Ausdruck u. a. in der räumlichen Abschottung der Reichen findet. Gerade für junge Menschen, die keine Chance auf dem formalen Arbeitsmarkt haben, stellen Geschäfte in der Illegalität einen hohen Anreiz dar. Die Stigmatisierung von einmal straffällig gewordenen tue ihr übriges, um die gesellschaftliche Ausgrenzung zu zementieren. Ein Phänomen, das in Lateinamerika ebenfalls seit längerem zu beobachten ist: Die wohlhabende Schicht fühlte sich kaum an Gesetze gebunden, Korruption und Steuervermeidung gelten als Kavaliersdelikt.

Wenngleich die Realitäten in Deutschland und Europa weit voneinander entfernt sind: Zimmermann stellte fest, dass auch hier der gesellschaftliche Zusammenhalt zu erodieren droht und eine andere Verteilungspolitik notwendig ist. Es gilt zu verhindern, dass gesellschaftliche Gruppen ausgegrenzt und abgehängt werden.

Lesen Sie hier ein Interview mit Denisse Legrand im spanischen Artikel der Deutschen Welle.


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    Bild: von FES 

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