Friedrich-Ebert-Stiftung in Korea

Die Aktivitäten der Friedrich-Ebert-Stiftung in Korea

Im dreißigsten Jahr nach der „demokratischen Revolution“ hat Südkoreas Demokratie so etwas wie eine Wiederbelebung erfahren. Nachdem massive Anschuldigungen wegen Machtmissbrauchs und Korruption gegen die konservative Präsidentin Park Geun-hee erhoben worden waren, ist es zu wochenlangen Demonstrationen gekommen, bei denen Millionen von Menschen die Amtsenthebung der Präsidentin forderten. Der politische Druck auf die Abgeordneten wuchs dermaßen, dass sie im Parlament einen entsprechenden Beschluss fassten, der dann im verfassungsrechtlich vorgesehenen Verfahren vom Verfassungsgericht überprüft und letztendlich bestätigt wurde. All dies geschah, ohne dass es aus dem Lager der Verfechter_innen von Transparenz, Rechenschaftspflicht und Rechtstaatlichkeit zu irgendwelchen Ausschreitungen kam.

Bei den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen siegte der Kandidat der Demokratischen Partei Moon Jae-in. Dieser hatte schon im Wahlkampf versprochen, die überfälligen Reformen in Angriff zu nehmen, die zukünftige Entgleisungen des politischen Systems und Regressionen der Demokratie verhindern sollen. Dabei geht es darum, die Machtfülle im Zentrum zu verringern, parlamentarische und juristische Kontrollmechanismen zu stärken und mehr Raum für zivilgesellschaftliche Partizipation zu schaffen. Weiterer Reformbedarf ergibt sich daraus, dass die soziale Ungleichheit zunimmt, Frauen immer noch benachteiligt werden und einige wenige übermächtige Großkonzerne die Wirtschaft dominieren.

Außen- und sicherheitspolitisch steht die Entwicklung Südkoreas weiterhin im Schatten der Teilung des Landes und anhaltender Phasen extremer Spannung. Die zwischenzeitliche Phase der Entspannung zwischen Nord- und Südkorea unter der so genannten „Sonnenscheinpolitik“ ist erneuter Konfrontation gewichen. Gegenseitiges Misstrauen prägt die innerkoreanischen Beziehungen, wechselseitige Kontakte und politischer Dialog liegen auf Eis. Moon Jae-in hat sich es zur Aufgabe gemacht, eine neue Phase von Dialog und Kooperation einzuleiten und nachhaltige Entspannung herbeizuführen. Die Bereitschaft Nordkoreas, diesen Weg einzuschlagen, hängt aber nicht nur von den Angeboten aus Seoul ab. Vielmehr erwartet Nordkorea auch, dass sich gleichzeitig die Beziehungen mit Washington verbessern. Solange dort aber die Vorbedingung einer Aufgabe des Atomwaffenprogramms dafür zur Voraussetzung gemacht wird, sind die Aussichten eher düster.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) eröffnete in Korea erstmals 1967 ein Büro. Die Verschärfung der Diktatur unter Park Chung-Hee veranlasste die Stiftung, das Büro 1972 zu schließen. 1984 wurde die Arbeit in Korea wieder aufgenommen und 1989 konnte schließlich erneut ein selbständiges Büro eröffnet werden.
Ziele der FES in Korea sind, gemeinsam mit Partnern aus Regierung und Verwaltung, Forschung und Lehre sowie Arbeitswelt und Zivilgesellschaft eine soziale und partizipative Demokratie zu fördern, eine sozial gerechtere Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialordnung zu unterstützen und zur Entspannung und Zusammenarbeit auf der koreanischen Halbinsel beizutragen. Die Stärkung der Interessen von Arbeitnehmer_innen ist dabei ein wichtiges Anliegen der Projektarbeit, ebenso wie die Förderung der politischen und wirtschaftlichen Partizipation von Frauen, die insbesondere in der Arbeitswelt nach wie vor deutlich benachteiligt sind.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit auf der Website des FES-Büros in Korea

Publikationen

Yun, Aelim

Trade unions in transformation

Rebuilding workers' power beyond corporate boundaries in South Korea
Berlin

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Anwerben, Ankommen, Anpassen?

Koreanische Krankenpflegerinnen in Deutschland - Erfahrungen aus fünf Jahrzehnten und neue Wege für die Zukunft : Veranstaltungsdokumentation
Bonn

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Ahn, Doo-Soon

[Cultural heritage protection policy of Germany and restoration after German Reunification

Seoul

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Saxer, Marc

[Mind the transformation trap

laying the political foundation for sustainable development
Seoul

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Cho, Hyo-Je

[An overview of human rights discourse in contemporary Germany

Seoul

Publikation herunterladen (560 KB, PDF-File)


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    Bild: von FES 

    Im Mittelpunkt der Arbeit des Referats Asien und Pazifik steht die Förderung der demokratischen Entwicklung und der sozialen Dimension des Wirtschaftswachstums in Süd-, Südost- und Ostasien. Dem internationalen Dialog in Asien selbst sowie zwischen Asien und Europa und den Fragen der Krisenprävention misst die Stiftung in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung bei.

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