Bild: CCM Gemeinderätinnen in Urambo bei einem FES-Seminar zu Politischer Partizipation, 2014 von Rolf Paasch, FES Tansania 

Tansania

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist seit 1968 in Tansania aktiv. Dadurch besitzt sie direkte Zugänge zu wichtigen staatlichen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medien. Aufgrund der kontinuierlichen und werteorientierten Zusammenarbeit mit der Regierungspartei CCM kann die FES einen solidarisch-kritischen Dialog über Defizite des politischen Systems führen und dabei auf die Kenntnis des sozialdemokratischen Gesellschaftsmodells bei den politischen Eliten zurückgreifen.

Die Dominanz der Regierungspartei CCM und die Schwäche von Opposition und gesellschaftlichen Akteuren haben zu einer Verknöcherung des dominant party systems geführt. Dem formalen Mehrparteiensystem fehlt es offensichtlich an innovativer Kraft. Die Politik schafft es nicht, den politischen und wirtschaftlichen Anschluss an die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) zu finden und eine strategische Debatte über eine Wirtschaftspolitik für die Zukunft einzuleiten. Den Wünschen der Bevölkerung nach demokratischer Teilhabe, transparenter Regierungsführung und einer sozial gerechteren Verteilung der Staatseinnahmen wird nicht entgegengekommen.

Bei den sich andeutenden sozialen Konflikten konzentriert sich die Stiftung auf Fragen sozialer Gerechtigkeit. Dabei spielt auch der politisch motivierte Konflikt um die Union zwischen Festland und Sansibar eine Rolle. Seit der zweiten demokratischen Wahl im Jahr 2000 kommt es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen der oppositionellen, sansibarischen Regionalpartei CUF und der tansanischen Regierungspartei CCM. Versuche, die unvollkommene und deswegen konfliktträchtige Union in eine ausbalancierte Föderation zu verwandeln, sind bisher am Widerstand der CCM gescheitert.

Der 2012 begonnene Verfassungsreformprozess ist für die Stiftung Ansatzpunkt für eine Debatte über die Verbreiterung und Vertiefung der demokratischen Teilhabe der Bürger_innen und Konfliktverminderung. Ihre Zugänge zur Regierungspartei, zu Ministerien, Medien, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Akteuren und Jugendorganisationen nutzt die FES dabei, um in öffentlichen Foren eine Diskussion über konkrete Reformpläne und haltbare Lösungsvorschläge für die aktuelle Verfassungskrise herbeizuführen.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit in Tansania auf der Website des Landesprojektes.

Publikationen zu Tansania

Tanzania oil and gas almanac

a reference guide
Dar es Salaam, 2016 , 2016

Publikation herunterladen (2,7 MB PDF-File)


Paasch, Rolf

Rebranding oder Reform?

Tansanias dominante Regierungspartei nach einem weiteren Wahlsieg
Berlin

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African media barometer

the first home grown analysis of the media landscape in Africa ; Tanzania 2015
Windhoek ; Bonn

Publikation herunterladen (930 KB, PDF-File)


Mwanga, Sixbert

Exploring sustainable low carbon development pathways

mapping and assessment of existing low carbon development initiatives in Tanzania
Berlin

Publikation herunterladen (2,4 MB PDF-File)


Paasch, Rolf

Verfassungsreform als Verteidigung des Status quo in Tansania

zwischen neopatrimonialer Regierungsführung und modernem Konstitutionalismus
Berlin

Publikation herunterladen (580 KB, PDF-File)


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