SpezialModul-Seminar: Medienpolitischer Diskurs

Bild: Aus dem Programm 2016

Der MainzerMedienDisput und der dazugehörige Nachwuchsworkshop bilden im Programm der JournalistenAkademie das Spezial-Modul Medienpolitischer Diskurs. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen steht die kritische Betrachtung medienpolitischer Entwicklungen in Deutschland sowie die Diskussion der damit verbundenen Veränderungen der journalistischen Berufsrolle.

MainzerMedienDisput (MMD) 2011

16. MainzerMedienDisput: Workshop "Recherche und Interview" für NachwuchsjournalistInnen

Anlässlich des 16. MainzerMedienDisputs veranstaltete die JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung im November 2011 den Workshop "Recherche und Interview" für NachwuchsjournalistInnen. Unter der Anleitung versierter Medienprofis beschäftigten sich die JungautorInnen zunächst mit den theoretischen Grundlagen, um sich dann im Rahmen des bedeutenden Medienkongresses in der Interview-Praxis auszuprobieren.

Der Film zum MainzerMedienDisput 2011 von Frank Schnelle

Fotostrecke von Katrin Heyer


Interviews & Kommentare

Ein Interview mit Rolf Clement, Deutschlandfunk

"In dem Moment, in dem man von etwas überzeugt ist, schafft man es auch"

Interview: Katrin Königl

Der Weg in den Journalismus ist heute steiniger als früher. Wie kann man sich dennoch als Berufseinsteiger auf dem übersättigten Markt behaupten? Rolf Clement, Redakteur beim Deutschlandfunk, hat dazu ein paar Tipps und Tricks verraten.

Herr Clement, wie sind Sie dahin gekommen wo Sie heute sind?

Ich wollte von Anfang an Journalist werden und habe schon bei der Schülerzeitung mitgewirkt. Und dann hatte ich riesigen Dusel. Als ich mitbekommen habe, dass ein Kollege, der für eine Reihe von Regionalzeitungen tätig war, die Stadt verlassen hat, habe ich mich seinem Chef vorgestellt und er meinte „ok, fang hier an“. Dafür habe ich sogar mein Jurastudium geschmissen. So ist eines zum anderen gekommen. Erst war ich beim NDR und seit einigen Jahren bin ich Redakteur beim Deutschlandfunk. Ich habe es als Quereinsteiger geschafft, das ist heute leider kaum noch möglich.

Wie kann man heute dennoch den Durchbruch schaffen?

Journalismus ist für mich ein Beruf, den man nicht lernen kann. Ein paar handwerkliche Fertigkeiten sicherlich, aber wenn man es nicht im Blut hat, wird man auch kein guter Journalist. Deswegen kann ich auch jeden verstehen, der trotz der starken Nachfrage sagt, das ist mein Traumberuf, da gehöre ich hin. In dem Moment, in dem man von etwas überzeugt ist, schafft man es auch. Das sage ich auch meinen Kindern immer. Wenn man also an einer Story dran ist und sagt Mensch, da will ich ein Ergebnis haben, das will ich jetzt veröffentlichen, weil das die Leute interessieren wird, dann wird man seinen Weg gehen. Sie müssen sich immer anbieten. Sprechen Sie die Leute an. Knüpfen Sie Kontakte. Und fallen Sie denen auf die Nerven. Immer und immer wieder. Sagen Sie ich hab hier ne Story, die musst Du veröffentlichen, sonst sind Deine Hörer oder Leser völlig uninformiert. Mit dem Bewusstsein muss man an die Sache rangehen.

Sollte man sich am Anfang unter Wert verkaufen um "reinzukommen" oder macht man damit nur die Preise in der Branche kaputt?

Es ist traurig, aber Sie kommen anders nicht rein. Das gleiche Problem hat auch meine Tochter. Sie studiert Sportjournalismus und hat sich mal mit meiner Kollegin von der Sportabteilung unterhalten. Und die hat ihr erklärt, sie kann in der Woche ungefähr vier oder fünf Beiträge einkaufen. Das ist ja eigentlich überall so. Wenn dann einer ankommt und sagt ich hab hier ne Story und er bekommt zur Antwort ich finde die Story hochinteressant, ich würde sie sofort senden, aber ich kann sie nicht bezahlen, dann sollte er das trotzdem tun. Und wenn er dann sagt ok, die ersten drei kriegst du so, den vierten bezahlst du mir, dann machen die mit. Ich würde Ihnen raten das zu tun, denn Ihr erstes Ziel ist es nicht die Preise hochzuhalten, Ihr erstes Ziel ist reinzukommen. Da ist das eigene Interesse stärker als irgendwelche übergeordneten medienpolitischen Interessen. Preise hochhalten müssen Sie dann später, das ist klar. Sie müssen ja davon leben können. Wenn Sie irgendwann drin sind, dann machen Sie das.

Ein Kommentar von Susanne Wagner

"Die Mauer des Schweigens" durchbrechen und Unabhängigkeit bewahren

Es wurde viel diskutiert auf dem 16. MainzerMedienDisput. Über die Überpräsenz der Bundeswehr in Medienberichten zu Afghanistan beispielsweise. Die Konsequenzen, die ein vollständiger Abzug der Bundeswehr und der US-Truppen hätte. Die schwierigen Bedingungen für Journalisten und die Hürden bei der Berichterstattung.

Ein Disput, laut Duden ein "kontrovers geführtes Gespräch" oder gar "Streitgespräch", kam dabei nicht zustande. Leider.

Was ist also hängengeblieben?

Die Situation in Afghanistan ist heute durch die Taliban viel schwieriger als beispielsweise noch in den 80er Jahren, meint Auslandskorrespondent Ulrich Tilgner. Wo früher "Freiheitskämpfer" waren, sprechen wir heute von "Terroristen".

Christoph Reuter vom Spiegel kritisiert die fehlenden Hintergrundinformationen bei den meisten Medienberichten. Es sei oft schwierig, "die Situation richtig darzustellen". Er spricht außerdem von einer "Mauer des Schweigens", vor der viele Journalisten in Afghanistan stehen. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass oft der Zugang zu banalsten Informationen versperrt wird. Diese Mauer gilt es also zu durchbrechen.

Prof. Dr. Günter Meyer sieht in Afghanistan nach Abzug der Militärtruppen einen Bürgerkrieg bevorstehen. Zu groß sei das Anschlagspotential im letzten Jahr geworden und wird weiter zunehmen. Reuter glaubt dagegen nicht an einen schnell durchführbaren Abzug der Truppen bis 2012 und ist der Meinung, den "Rückfall ins große Chaos" wird es nicht geben. Ein Disput wird aus diesem durchaus streitwürdigen Thema leider nicht.

Die Meinungen stehen für sich im Raum, der Moderator setzt sich nicht ins gemachte Nest und greift die Kontroversen erneut auf…nein…er springt zum nächsten Thema.

Und was sagt die einzige Frau in der Runde, Dr. Dietlinde Quack? Sie sieht Spendengelder in falsche Hände fließen, fordert daher die Förderung kleinerer Projekte, die sich dann auch umsetzen lassen.

Und was ist mit dem Medieninteresse? Wird das überhaupt noch bestehen bleiben, sollte die Bundeswehr nicht mehr länger in Afghanistan präsent sein? Auch hier: ein Konsens. Alle verneinen. Sind der Meinung, dass das Medieninteresse stark nachlassen wird. Und steigen erneut in die bereits leidige Diskussion ein, dass der Fokus bei der Berichterstattung zu sehr "Bundeswehrlastig" sei. Man über viel anderes in Afghanistan berichten könnte.

Konkret wird es nur bei Christoph Reuter: Er sieht Afghanistan als unglaublich dynamisches Land mit enormen Umbrüchen, "über die Serien entstehen sollten in den Medien". Ganze Landstriche sind zu Städten geworden und haben Afghanistan verändert. Reuter fordert Konzepte, die es dem Zuschauer bzw. Leser ermöglichen, sich überhaupt erst ein Bild von der Situation in Afghanistan zu machen und das Interesse der Rezipienten an Themen über Afghanistan zu wecken. Ein konstruktiver Beitrag. Klingt vielversprechend. Ein gutes Schlusswort. Fast.

Denn abschließen darf Ulrich Tilgner, der jeden Journalisten auffordert, sich seine Unabhängigkeit bei der Berichterstattung zu bewahren. Auch wenn es gefährlich ist. Auch wenn es bald ziemlich sicher keinen Schutz mehr durch die Bundeswehr-Truppen geben kann. "Objektiv embedded"? Bald nicht mehr.

"Der Blick des Journalisten fällt durch den Sehschlitz des Panzers. Und der ist nicht sehr groß", wie Friedrich Nowottny, ehemaliger Intendant des Westdeutschen Rundfunks, 2003 so treffend formulierte. Das ist die Kehrseite der Medaille. Dann vielleicht besser bald "unabhängig released"?!

Ein Interview mit Prof. Dr. Kurt Imhof, Universität Zürich

"Masse statt Klasse?"

Interview mit Tanja Mattews

Karl Theodor zu Guttenberg ist wieder zurück: ohne Brille und mit neuem Look. Wer das noch nicht mitbekommen hat, lebt fernab der Medienwelt, denn egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, egal ob Qualitätsanspruch oder nicht: Es ist das Thema in sämtlichen Medien Deutschlands. Ist es da nicht langsam egal, wie viele Sender und wie viele Zeitungen wir haben, wenn eh alle die gleichen Themen auf die Agenda setzen?

Über die Zukunft des Journalismus und darüber, ob Medien heutzutage ein Alleinstellungsmerkmal benötigen, sprach ich mit Prof. Dr. Kurt Imhof vom Soziologischen Institut der Universität Zürich.

Herr Imhof, "Interessant vor Relevant" war das Motto des 16. Mainzer Mediendisputs. Sollte man heutzutage nur massentaugliche Themen bringen oder sich durch ein Alleinstellungsmerkmal von der Masse abheben?

Bei den neuen Formen des Billig-Journalismus lässt sich immer mehr eine Annäherung zu Soft-News und Massenangeboten erkennen und wenn wir die qualitätsorientierten Formate betrachten, dann sollten die sich weniger von den Agenden des Billig-Journalismus beeinflussen lassen. Wir beobachten beispielsweise diese Rückkehr oder versuchte Rückkehr Guttenbergs. Da stürzen sich alle drauf und zwar sowohl die Medien mit Qualitätsanspruch als auch diejenigen, die überhaupt keinen Qualitätsanspruch haben.

Gibt es bei den Medien Alleinstellungsmerkmale die Sie empfehlen können?

Als Alleinstellungsmerkmal ist mir die eigenständige Agenda wichtig, dass sich eine Redaktion überlegt, was für eine Agenda sie eigentlich hat und sich die nicht durch die Billig-Label oder den Billig-Journalismus vorschreiben lässt. Es ist offensichtlich, dass eben die Soft-News-Themen auch im Bereich der qualitätsorientierten Medien Raum finden. Man muss die relevanten Themen anbieten: Politik, Wirtschaft und kulturelle Themen. Aber die eigenständige Agenda und die Diskussion über die eigenständige Agenda ist das wichtigste Alleinstellungsmerkmal.

Im Zeitalter des Internets haben wir zahlreiche formationsplattformen. Können die überhaupt noch überleben?

Die können so nicht überleben, weil die Werbung mehr zu Facebook und zu den Suchmaschinen geht. Das heißt: Wenn sich der Informationsjournalismus auf das Netz verlagert, brauchen wir zusätzliche Mittel, weil die alte Ehe zwischen Werbung und Publizität in der Zukunft immer weniger funktioniert.

Wir leben in einer schnellen Zeit, in der Journalisten immer schneller arbeiten müssen und es immer mehr Angebote gibt. Können sie einen Ausblick geben, was noch kommen wird?

Ich glaube nicht, dass grundsätzlich neue Angebote kommen. Es ist klar, die Inhalte rücken im Netz zusammen. Das heißt aber nicht, dass wir keine Zeitungen oder kein klassisches Fernsehen mehr haben. Das Publikum ist nach wie vor da. Aber diese Konvergenz im Netz bedeutet bis jetzt eine Entprofessionalisierung des Journalismus, weil die Ressorts aufgelöst werden und die Journalisten für verschieden Geschichten fähig sein und verschiedene Kanäle gleichzeitig bedienen sollen. Diese Entprofessionalisierung, die kommt uns nicht entgegen, weil wir in allen anderen Berufsbereichen in modernen Gesellschaften eine funktionale Ausdifferenzierung haben. Das bedeutet sie professionalisieren und spezialisieren sich. Im Journalismus findet das Gegenteil statt, weil die Ressourcen nicht ausreichend zu den neuen Möglichkeiten nachwachsen und diese Ressourcenstärkung, die muss sich eine Demokratie leisten, wenn sie der sanften Gewalt des besseren Arguments weiterhin zum Durchbruch verhelfen will.

Wie sieht es auf der Seite des Rezipienten aus, der mittlerweile auch Soziale Netzwerke als Informationsquelle nutzt. Welche Entwicklung sehen Sie?

Wenn wir auf Social Media gehen, dann sind hier die themenzentrierten Öffentlichkeiten interessant, beispielsweise die "Von Guttenberg Fansite", die es gegeben hat und eine "Sarrazin-Debatte". Das ist die ‚indiskrete Geschwätzigkeit‘ in den Freundesnetzwerken. Aber es ergeben sich in Social Media auch themenzentrierte Öffentlichkeiten gegenüber einem anonymen Publikum, und diese themenzentrierten Öffentlichkeiten, die müssen wir immer mehr im Zusammenhang sehen mit den Flussöffentlichkeiten, d.h. den Kommunikationsereignissen, die permanent und nebeneinander durch den Informationsjournalismus hergestellt werden. Wir brauchen diesen Informationsjournalismus mit seinen Infrastrukturen, mit gut bezahlten Leuten und mit einem guten Status. Die Wechselwirksamkeit zwischen themenzentrierten Öffentlichkeiten, Social Media und den Flussöffentlichkeiten durch den Informationsjournalismus, die wird immer wichtiger werden für beide.

Ein Kommentar von Fabian Franke

"Dann fragt doch gar nicht erst!"

Wie sich die Führungsriege des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Kreis dreht

Ein Kommentar von Fabian Franke

Wo soll es hingehen mit dem Journalismus? Wohin mit den Medien? Fragen, die die Welt bewegen – zumindest für die Medienmacher und Journalisten des 16. Mainzer Mediendisputs. Denn wo einst Zeitungen aus Händen gerissen und Sofaplätze vor dem Fernseher umkämpft wurden, herrscht heut bedrückende Gemächlichkeit, besonders bei der jüngeren Generation. Die Quoten mies, die Konkurrenz aus dem privaten Sektor groß und schon geht in den Chefetagen der Rundfunkanstalten die nackte Panik um. Identitätsverlust, Kontrollverlust, Jobverlust. Die Lösung: Debatten, Podiumsdiskussionen und Talkshows zu der Frage, wie man junges Publikum an die Medien bindet und warum eigentlich manchmal alles so langweilig und dröge ist, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Dabei in einer Talkshow zu argumentieren, dass das deutsche Fernsehen mit Talkshows überflutet ist, dürfte dem ein oder anderen paradox erschienen sein.

Besonders für junge und werdende Medienmacher sind solche Showdebatten oft nur noch ein Kopfschütteln wert. In lahmen, klar durchorganisierten Diskussionen unterhalten sich grauhaarige, anzugtragende „Experten“ darüber, wie junges Publikum zu begeistern ist. Kein einziger junger Mensch wird auf die Bühne gelassen, kein Ideengeber und Katalysator für frischen Wind. Denn diese sind dazu verdammt zuzugucken, wie sich die alten Herren in ihrem Elfenbeinturm im Kreis drehen und vorgeben, an einer Lösung interessiert zu sein. Die Gremien öffnen, die Parteistruktur aufsprengen und das Rätesystem des Rundfunks transparenter und offener für junge Ideen zu machen, sind nur spontane Einfälle. Doch es geschieht stattdessen gar nichts – dann fragt doch gar nicht erst!

So werden innovative Sendungen wie auf ZDF_neo weiter dem Quotendruck ausgesetzt, ohne zu beachten, dass die Zielgruppe eben genau nicht mit den herkömmlichen Erfassungsmethoden eingerechnet wird. Fast alle Studierende nutzen ausschließlich die Mediatheken, die aber nicht in die normale Quotenrechnung einfließen. So wünscht man sich gerade auf solchen Diskussionsveranstaltungen kreative, junge Menschen, die einfach sagen, was sie möchten. Dass sie eben nichts halten von Parteigeplänkel in einem Medium, das Information, Kultur und Unterhaltung vermitteln soll. Dass sie nichts wissen wollen von Intransparenz und Willkürentscheidungen in den Gremien; von grauen, verstaubten Gedanken in abgetretenen Talkshowformaten.

Ein Interview mit Hans Hoyng, Der Spiegel

"man on the spot" – or not?

Was kann oder sollte sich der Journalismus leisten?

Interview: Fabian Franke

Hans Hoyng ist Chefredakteur des Ressorts Ausland bei Der Spiegel. Er war selber lange Auslandskorrespondent und in den Krisengebieten der Welt direkt vor Ort. Also selbst ein „man on the spot“, der nun aus Hamburg das Geschehen koordiniert.

Franke: Was leistet sich Der Spiegel? Wie viele Auslandskorrespondenten gibt es?

Hoyng: Wir haben insgesamt 22 Redaktionsvertretungen im Ausland, die zwar nicht alle dem Auslandsressort unterstellt sind, von denen wir aber Informationen bekommen. Die Zuordnung ist hier sehr flexibel – je nach Situation. Zum Beispiel haben wir ein Redaktionsbüro in Griechenland eingerichtet, dafür ein anderes geschlossen. Man muss immer nach Nachrichtenlage entscheiden, was sich lohnt und was unverhältnismäßig ist.

Franke: Sind in Zeiten der weltweiten Vernetzung so viele Korrespondenzen überhaupt noch notwendig?

Hoyng: Die Erfahrungen die ein Korrespondent vor Ort sammelt sind unersetzlich. Das muss nicht einmal immer derselbe Redaktionsvertreter sein, aber einfach eine direkte Verbindung in das Geschehen zu haben ist wichtig. Da entstehen Kompetenzen, Erfahrungen und notwendige Einschätzungen. Es gibt zwar auch gute Blogs, aber die Aufgabe des Journalisten ist letztendlich die Informationen zu sammeln und zu filtern.

Franke: Hat sich diese Sichtweise im Laufe der Jahre geändert?

Hoyng: Früher war jemand vor Ort nicht unbedingt notwendig, man schrieb oft aus den Leitartikeln der Vor-Ort-Blätter oder großer Nachrichtendienste ab. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Anforderungen an die Texte sind nicht nur inhaltlich sondern auch schriftlich enorm gestiegen. Es reicht heute nicht, ein reißerischer Reporter zu sein. Man muss auch überragend schreiben und mehrsprachlich fehlerfrei arbeiten können.

Franke: Die Investition in Korrespondenten also als Marktstrategie?

Hoyng: Die Philosophie unseres Chefredakteurs ist es, dass Investitionen in Auslandskorrespondenten heute auch ein Alleinstellungsmerkmal sind. Die Anzeigeneinnahmen sind zurückgegangen, der Umsatz entscheidet sich über die Auflage. Der Inhalt wird somit immer bedeutender, und diesen inhaltlichen Mehrwert versuchen wir mit einer qualitativ hochwertigen Auslandsberichterstattung zu erreichen.

Franke: Wie entscheiden Sie dann, wenn Sie jemanden rausschicken? Für die Sicherheit oder für die Auflage?

Hoyng: Allgemein sind wir schon vorsichtiger geworden. Die Korrespondenten haben ein viel größeres Mitspracherecht. Sie müssen nirgends hingehen. Manchmal ist das verständlich, manchmal auch hinderlich. Übertriebene Vorsicht kann wie zum Beispiel bei Fukushima dazu führen, dass die Nachrichtenlage lückenhaft ist. Aber trotzdem geht die Sicherheit vor – auch wenn wir in Konkurrenz zu anderen Blättern stehen.

Franke: Also nicht mehr die "Augen zu und durch"-Taktik?

Hoyng: Diese Spezies der rücksichtslosen Kriegs- und Krisenberichterstatter ist weniger geworden. Es gibt nicht mehr viele, die Kopf und Kragen riskieren ...

Franke: Finden Sie das schade?

Hoyng: (grinst) Naja…So wie wir es machen ist es schon okay.

Franke: Vielen Dank für das Gespräch.

Ein Interview mit Ulrich Tilgner, Schweizer Fernsehen

"Ich bin anders, ich denke anders, ich funktioniere anders"

Ulrich Tilgner ist Korrespondent des Schweizer Fernsehens und berichtet seit den 80er Jahren aus dem Orient. Nach der Islamischen Revolution war er in Teheran als Korrespondent akkreditiert und leitete dort von 2002 bis 2008 das ZDF-Büro. Sein Berichtsgebiet umfasst außerdem den Irak und Afghanistan. Neben aktuellen Beiträgen fertigt Tilgner Dokumentationen über die Region.

Von Emily Senf

Ulrich Tilgner hatte den richtigen Riecher. Er zweifelte. Während der Islamischen Revolution Ende der 70er Jahre in Iran glaubte noch jeder andere an die unerschütterliche Macht von Schah Mohammad Reza Pahlavi. Tilgner tat es nicht. In seinen Berichten nach Deutschland sagt der damals noch junge Auslandskorrespondent das Ende der iranischen Monarchie vorher – und er behält Recht. Der Schah ging, aber Tilgner blieb und gilt seither als einer der wichtigsten Berichterstatter über den Nahen Osten.

Sein Vorhaben war mutig: Als die Revolution in Iran begann, war er gerade Chef vom Dienst im dpa-Landesbüro Südwest. Sein Interesse am Nahen Osten zog ihn dann in die kritische Region. "Ich war ledig", sagt er achselzuckend. "Also habe ich mir zehn Tage Urlaub genommen und bin nach Teheran geflogen." Studienfreunde vermittelten ihm vor Ort Kontakte zu den Einheimischen – Piloten, Politiker, Opfer. "Dadurch hatte ich andere Zugangsquellen als meine Kollegen", erklärt Tilgner.

Es war der entscheidende Faktor, der seinen Erfolg ausmachte.

Durch sein Studium der Kultur- und Politikwissenschaft hatte sich Tilgner ein Vorwissen über den Orient angeeignet, das ihm in Iran zugute kam. Ein bisschen Farsi sprach er auch. "Wir waren damals die ersten Auslandskorrespondenten in der Region", sagt Tilgner. Jede Information musste er sich mühsam erarbeiten, jede Quelle selber auftun. Dennoch – oder gerade deswegen – ließ ihn die Leidenschaft nicht los. "Ich habe dann gekündigt und bin als Freier hin", erzählt der 63-Jährige. Die öffentliche Meinung war zersplittert, die Politiker zerstritten. "Eine fantastische Situation für Journalisten."

Er drehte Berichte für die ARD und schrieb als Korrespondent für die dpa und mehrere Tageszeitungen. Bereits kurze Zeit später wurde er jedoch aus Iran ausgewiesen. In einem Fernsehbericht über die Hinrichtung von Schülern habe er übertrieben, lautete die Begründung des iranischen Botschafters. "Die suchten bewusst Schwachstellen", meint Tilgner. Der Auslandsberichterstatter bewegte sich schon während der Revolution am liebsten alleine durchs Land. Mit dabei waren immer ein Übersetzer und ein Fahrer. "Denen muss man vertrauen können", betont Tilgner. Schließlich wolle man nicht von ihnen an radikale Entführer übergeben werden. "Damals war das Reisen aber noch viel einfacher als heute", erzählt er. "Häufig bin ich einfach mit dem Bus zu meinen Kontakten gefahren."

Ganz nah dran sein, das ist Tilgners Erfolgsrezept: "Ich will darüber berichten, wie es wirklich ist." In den 80ern war er meistens mit Oppositionellen unterwegs, "aber nie zu lange mit einer Gruppe." Dann sei eine unabhängige Berichterstattung nicht mehr gewährleistet. Für Tilgner unvorstellbar. Der Korrespondent behauptet: "Auf meinen Reisen in den Nahen Osten bin ich anders, denke ich anders, funktioniere ich anders." Im Irak-Krieg hat er einen Gasangriff überlebt, und bei einer Live-Sendung nach Deutschland sind in seiner Nähe Raketen eingeschlagen. Der Sender wollte abbrechen, aber Tilgner machte weiter. "Ich wusste ja, dass mir nichts passieren kann", erklärt er gelassen.

"Ich habe gelernt, zu hören, wie nah eine Rakete ist oder ob das Feuer in die Stadt rein- oder rausgeht." All das würden Journalisten heute bezahlten Sicherheitsfirmen überlassen. "Aber gerade dadurch erschweren sie sich doch den Zugang zur Bevölkerung", kritisiert Tilgner. "In Bagdad hocken alle in der Grünen Zone und trauen sich nicht auf die Straße." Er selber sei zwar schon häufiger festgenommen, nach ein paar Stunden in einer Gefängniszelle aber wieder freigelassen worden. Er sagt deutlich: "Ich habe noch niemals mein Leben riskiert." In allen Berufsgruppen gebe es Risiken, das sei bei Journalisten eben auch so. Alles andere, die Angst vor Überfällen und Entführungen, "ist eine Riesen-Show", meint Tilgner. Der Begriff Kriegsreporter existiert für ihn nicht. "Dann müsste es auch Friedensreporter geben", sagt er entschieden.

Seit fast vier Jahren arbeitet Tilgner nun schon für das Schweizer Fernsehen. Die Berichterstattung dort sei völlig anders als in Deutschland. "Die Schweizer haben viel mehr Auslandserfahrung", findet er. "Sie sind neutral und verstehen sich als Helfer, die das Kriegselend in der Bevölkerung mindern wollen." Aber auch sie glichen sich ihren nördlichen Nachbarn immer mehr an, gibt Tilgner zu. Der Wegfall eigener Nachrichtendienste lasse keine ihnen keine andere Möglichkeit.

Nach fast 40 Jahren als Nachrichtenkorrespondent mit Büros im jordanischen Amman und in Teheran hat der Mann mit der "tiefen Seele", der, wie er über sich sagt, heute mehr denn je gegen Kriege eingestellt ist, noch immer diese Leidenschaft für die unmittelbare Berichterstattung, die ihn schon in der Islamischen Revolution antrieb. Für seine Korrespondenz über den Irak-Krieg erhielt Tilgner 2003 sogar den Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für Fernsehjournalismus. Er hätte "unter den extremen Bedingungen der Kriegsberichterstattung seine professionelle Qualität und seine journalistische Unabhängigkeit bewahrt und bewiesen", lautete die Begründung des Trägervereins in Hamburg. Aber Tilgners Traum von einst ist zerplatzt. "Ich war überzeugt, mit meinen Berichten etwas ändern zu können", sagt er. "Das bin ich heute nicht mehr."

MainzerMedienDisput (MMD) 2010

MainzerMedienDisput (MMD) 2010 und Nachwuchsworkshop zum MMD 2010

Die JournalistenAkademie und JugendMedienAkademie der FES hatten zum MMD Nachwuchsjournalisten eingeladen, die im Rahmen des Nachwuchs-Workshops „Interview und Recherche“ den MMD besuchten und dort Gelegenheit hatten, Gespräche und Interviews mit Berufskollegen und anderen Akteuren der Medienwelt zu führen. Hier die Eindrücke und Ergebnisse:

Fotostrecke von Katrin Heyer

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Entstandene Teilnehmer-Beiträge

Artikel: Zwischen Aufbruch und Untergang von Nina Schwarz

Auf dem Podium hatten sie sich versammelt; zu ihren Füßen lauschte ihresgleichen. Beim 15. Mainzer Mediendisput diskutierten Medienmacher mit Rang und Namen über ihre Zukunft. Sie stritten, als ginge es um das nackte Überleben. Die Evolution der Kommunikationsmedien und in herausragender Weise das Web 2.0 schien eine Aussterbensangst unter einem Teil der Journalisten ausgelöst zu haben. Denn die interaktive Kommunikationsplattform Internet verhilft deren Nutzern, Meinungen mit großem Wirkungsradius zu vertreten. Gleichzeitig nimmt es den klassischen medialen Akteuren aber ihr basales Lebensmittel: die Aufmerksamkeit. Diese zu erobern, geling nur den Anpassungsfähigen, die gemäß des Evolutionsprozesses neue Funktionen ausbilden und andere ablegen.

Wie der Journalistenberuf sich der Zeit und der technischen Möglichkeiten gemäß entwickeln könnte, erörterten im Zwiegespräch der Heddesheimer Blogger Hardy Prothmann und Werner Kaltefleiter, pensionierter TV- Reporter und Autor. Ausgesorgt hat laut Hardy Prothmann zuvorderst die unkritische Berichterstattung. Wegen der "Hurraberichterstattung" von Lokalzeitungen legte er selbst die Tätigkeit als Redakteur ad acta. Dass Lokaljournalisten ganz konform mit den lokalen Akteuren während einer Unternehmensansiedelung Berichterstattung geleistet hatten, hatte Prothmann dazu gebracht, seinen ersten regionalen Blog aufzumachen. Für Ingredienzien eines Erfolgsrezeptes hält Prothmann die Augenhöhe mit Mitbürgern und am Puls der Zeit zu sein. Nur wer gegen den Strom schwimme, erlange am Besten die Aufmerksamkeit auch von Medienzappern. Die Beteiligung am Austausch im Internet sei mittlerweile rege. Nun hat Prothmann sechs ähnliche aufs Lokale bezogene Blogs, sowie das Ziel, diese zu einem Regionalen zu vereinen. Kritisches Informieren zählt für den studierten Politologen zu den obersten Tugenden. Zum prothmannschen investigativem Journalismus gehört es daher, seiner Meinung freien Lauf zu lassen. Damit machte er sich Freunde genau wie Feinde, die ihre Meinung auf dem von Prothmann geschaffenem Portal sogleich austauschen können. Sollten sich dann im Diskurs gemeinsame Interessen herausbilden, könnte Prothmanns Blog grundsätzlich Bürger miteinander verbinden.

Das ist ein großer Pluspunkt des Internet- Formates. In einem Blog kann außerdem potenziell jeder "ein bisschen Journalist" sein. Dieser positive Aspekt bietet gleichzeitig aber auch den Nährboden für die Pessimisten des Mainzer Mediendisputs: Für private Boulevardberichterstattung im Internet werden nicht mal Journalisten gebraucht. So verstärkt sich die Endzeitstimmung auf dem Mainzer Mediendisput unter einem Teil der Anwesenden. Optimistische Kollegen dagegen meinten, dass sich die Medienwelt weiter im gewohnten Takt der tagestäglichen Zeitungen drehe. Ursache dafür sei, dass Printmedien Orientierung bieten, weil in ihnen im Idealfall eine begründete Auswahl der relevantesten weltweiten und lokalen Ereignisse im Überblick dargestellt wird. Dieser Auffassung folgend, bezeichnete Werner Kaltefleiter Journalisten als "Dienstleiter des Volkes". Deren originäre Aufgabe bestünde darin, Menschen ausgewogen und umfassend zu informieren. Der langjährige Politikredakteur und Reporter aus dem Hause ZDF war aus Berufung Journalist geworden. In den Mittelpunkt seiner TV- Reportagen hatte er Mensch und Ethik gestellt. "Heute", so kritisierte Kaltefleiter, "spart man sich kritische Reflektionen aus". Statt dass Zeitungsredaktionen gut recherchierte Hintergrundberichte zu Ereignissen lieferten, die im Sinne des "online first" auf der Website zeitnah veröffentlicht werden, berichte man in Tageszeitungen übereilt einseitiges. Den Bau einer Schule zu lobpreisen, aber zu verschweigen, dass keinerlei Transportmittel zu ihr führen, das sei eben nur die halbe Wahrheit. "Dabei birgt das Internet Chancen: Qualitätsjournalismus ist gerade durch das Internet möglich". Es bringe nicht nur Konkurrenz- und Zeitdruck, sondern biete auch die Möglichkeit, Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt sofort zu prüfen. "Crosscheck"- so heiße das Mittel, das zur gegenseitigen Kontrolle der Journalisten genutzt werden kann.

Das Fazit: Statt Bedrohung birgt das Internet Potenziale zur Überlebenssicherung. Nun muss auf diese Einsicht das Bemühen um Zeit und Mittel zur Veränderung folgen. So können Journalisten der neuen Informationsflut in den Redaktionen Herr werden und neue Wege gehen, um unverzichtbare journalistische Dienstleistung für Menschen zu erbringen.

Artikel: Islamophobie in Deutschland: Haben die Medien versagt? von Selina Bölle

Unter dieser Überschrift fand die interessante Podiumsdiskussion im Rahmen des Mainzer Mediendisputs 2010 statt. Mit dem Wort Islamophobie kann nicht jeder etwas anfangen. Phobie steht eigentlich für Angst zum Beispiel vor engen Räumen, Höhe oder Spinnen. Aber eine Phobie vor dem Islam, einer Religion? Dieses Klima der Angst ist in Deutschland im Jahr 2010 regelrecht greifbar geworden. Doch es geht nicht nur um die Angst vor Agression, die mit dem Islam in Verbindung gebracht wird. Eher spürt man sie in den Äußerungen vieler Menschen. Man könnte das vorherrschende Klima als ein diffuses Unbehagen gegenüber dem Islam und den Muslimen beschreiben. Auch in den Medien ist der Islam aktuell ein sehr wichtiges Thema. Auf der Podiumsdiskussion des Mainzer Mediendisputs sollte nun geklärt werden, inwieweit Islamophobie in Deutschland vorhanden ist, und wie die Öffentlichkeit und vor allem die Medien damit umgingen und umgehen. Verwunderlich war jedoch, dass ein Vertreter des Islam in der Diskussionsrunde fehlte, was auch zu der Frage führte, warum so selten Bürger mit muslimischem Migrationshintergrund in politischen Diskussionsrunden zu sehen sind. Auf die Frage, warum immer nur alle über den Islam und die Angst vor ihm reden, nie aber ein Vertreter desselben eingeladen wird, um seinen Standpunkt deutlich zu machen, wussten auch die Teilnehmer dieser Podiumsdiskussion keine zufriedenstellende Antwort. Die Debatte führte zum derzeit unvermeidlichen Thema in diesem Zusammenhang, wenn nach Medienversagen in Bezug auf Islamophobie gefragt wird:

Es ging schon nach kurzer Zeit primär um Thilo Sarrazin, der mit seinem Buch zum einen für Medienversagen sorgte, und der zum anderen diese Angst wie kein anderer schürte.

Integrationsverweigerung, Deutschfeindlichkeit, Parallelgesellschaft, Bildungsverweigerung, Fundamentalismus, Zuwanderungsstopp! Schlagworte, die einschlugen. Sie bestimmten und bestimmen wie kein anderes Thema in der aktuellen Integrationsdebatte den medialen Alltag. Natürlich kennen wir diese Diskussion nicht erst seit seinem berühmt berüchtigten Buch "Deutschland schafft sich ab", aber er hat es geschafft, dieses schwierige Thema zum Thema Nummer 1 zu machen, das nicht nur in Deutschland wochenlang für heiße Diskussionen und viele Schlagzeilen sorgte. Jetzt kam die Podiumsdebatte auf das Problem "Medienversagen" zu sprechen und rekonstruierte nochmals die komplexe Situation, in der sich die deutschen Medien im Umgang mit diesem Buch und seinem Autor befanden.

Sarrazin ist bereits vor dem Erscheinen seines Buches in allen politischen Talkshows zu sehen und badet geradezu in der medialen Aufmerksamkeit. Doch warum ist es so interessant für Zuschauer und Leser, wenn jemand ein Buch schreibt, das vielleicht im Kern logische Ansätze hat, in seinen Ausführungen aber doch nichts weiter als polarisieren will? Warum zerbrechen sich Journalisten der renommiertesten Zeitungen den Kopf über die beste Schlagzeile, den reißerischsten Artikel? Sein Rezept, mit dem er die Medien um den Finger wickelt, ist eigentlich sehr simpel. Natürlich ist das Thema Minderheiten immer ein sogenanntes "Aufregerthema" und die anwesenden Journalisten verteidigen sich zu Recht: Sie müssen darauf reagieren. Trotzdem wurden solche Bücher schon häufig veröffentlicht und traten nicht annähernd solch eine Lawine los.

Herr Sarrazin hat das Ganze jedoch gekonnt gewürzt. Zunächst werden Vorurteile, sowohl über Muslime als auch über Juden, die zweifelsohne in der Gesellschaft vorhanden sind, essentialistisch dargestellt. Sein Buch ist gespickt mit provokanten Formulierungen.

Hinzu kommt, dass Herr Sarrazin ein Paradebeispiel für ein personalisiertes Auflagengoldstück ist. Wir lieben Themen, die auf eine Person zurückzuführen sind UND eine Story bieten. Bei dieser Debatte geht es nicht nur um Inhalte, sondern vielmehr darum, wer sie gesagt hat und wie sie gesagt wurden: ein SPD -Parteimitglied, das sehr rechte Thesen äußert und zudem noch Bundesbankvorstand ist; ein Skandal, auf den sich alle stürzten, weil Menschen Skandale lieben; insbesondere die Medien, denn Skandale bringen Auflage bzw. Quote. Doch was hier passiert, ist eine geradezu peinliche Huldigung eines Autors, der sich in dieser Rolle gefällt und seine Gedanken bereitwillig wieder und wieder ausführt. Und das Publikum hängt an seinen Lippen! Wo Sarrazin auch hinkommt, Scharen von Journalisten, Kameras und Mikrofonen. Der Reaktionen konnte er sich sicher sein. Egal, ob Sympathien nach dem Motto: "Endlich spricht es mal jemand aus!" oder Antipathien: "Wie kann man nur so etwas schreiben!", die Gier der Leser und Zuschauer ist ihm gewiss. Doch das ist nur ein Teil seiner Strategie. Seine PR- Kampagne, mit der er die Massenmedien um den Finger wickelt, ist filmreif. Um seinen Thesen die nötige Aufmerksamkeit zu beschaffen und die gewünschte allgemeine Erregung und Entrüstung zu provozieren, hat er sich mit der BILD-Zeitung die beste Partnerin für seine Strategie an die Seite geholt. Die auflagenstarke Boulevardzeitung macht noch vor der Veröffentlichung des Buches mit der Schlagzeile auf: "Deutschland wird immer ärmer und dümmer!" und verspricht, ab sofort in einer großen Analyse, Auszüge aus Sarrazins‘ Buch zu veröffentlichen. Sein zweiter wichtiger Partner ist der "Spiegel". Auch dieses Blatt, das für Qualitätsjournalismus steht, hat sich, trotz langwieriger Überlegungen und Diskussionen, wie der Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron versichert, darauf eingelassen, die provokativen Thesen in einem Vorabdruck zu veröffentlichen. Gleichzeitig verteidigt er sich: "Um Debatten einzuleiten, müssen wir auch Beiträge drucken, mit deren Aussagen wir nicht einverstanden sind."

Damit hat Sarrazin erreicht, dass Ausschnitte seines Buches an prominentester Stelle platziert werden. Mit der BILD-Zeitung und dem "Spiegel" ist der Weg geebnet, um die gewünschte mediale Hysterie auszulösen. Keine Zeitung, kein Radio oder TV-Sender kann das Thema jetzt noch ignorieren. Das bestätigt auch der Journalist der Sueddeutschen Zeitung Michael Drobinski im Gespräch nach der Debatte: "Bei so einem Thema mit dieser Aktualität können wir gar nicht anders, als darüber zu berichten." Er geht sogar so weit zu fragen, ob die Medien vielleicht wirklich mehr dazu da seien, über Negatives zu berichten und begründet es damit, dass es schlicht niemanden interessiere, ob irgendwo Menschen zufrieden und glücklich zusammenleben. In wiefern das zutrifft, sei dahingestellt. Im Fall Thilo Sarrazin jedenfalls verrennen sich die Medien in eine Hysterie. Es liegt vor allem daran, dass sie der Bild-Zeitung und dem "Spiegel" natürlich in nichts nachstehen wollen. Der Wettkampf der Medien beginnt! Talkrunden, bevor Journalisten und Politiker das Buch überhaupt gelesen haben. Was für ein Paradebeispiel dafür, wie es nicht sein sollte.

Was haben die Medien damit bewirkt? Führen die nicht enden wollenden Artikel, Talk-Shows und Blogs wirklich zu einer Intensivierung der Integrationsbemühungen? Nein! Vielmehr vergiften sie das Zusammenleben der Gesellschaft, was wiederum als Beweis für Sarrazins’ Theorie gedeutet werden könnte. Die Medien in der Gewalt eines Autors und seiner Thesen, obwohl sie als so genannte vierte Gewalt eigentlich das Gegenteil sein sollten. Unabhängig von Auflage und Quote ist es ihr Auftrag, zum Prozess der politischen Meinungs- und Willensbildung beizutragen. Diesen Grundsatz vergessen wohl viele, wenn es darum geht, die Integrationsdebatte zu kommentieren. Aber gerade aus dieser Erfahrung sollen und müssen die Medien lernen. Deshalb ist es gut und wichtig, Veranstaltungen wie den Mainzer Medien Disput zu haben. Er stellt einen offenen Ort für Selbstkritik dar. Dadurch, und indem man aus dieser Debatte die richtigen Schlüsse zieht, um es beim nächsten Mal besser zu machen, kann sich etwas verändern in der deutschen Medienlandschaft.

Interview: Vom Schwabe ist ein neues Bild entstanden von Christa Roth

Josef-Otto Freudenreich ist gebürtiger Oberschwabe und das hört man. "Klar, mach mer des! Isches ok, wenn immer vorher no schnell ne Zigarette genehmige?", antwortet der 60-jährige auf die Frage, ob er Zeit für ein Gespräch hätte.

Bereits am Abend zuvor, dem ersten Tag des 15. Mainzer Mediendisputs, durfte er in schönster Mundart über die Mangelerscheinungen des deutschen Journalismus referieren. Als Ersatz für Alexander Kissler von der Süddeutschen Zeitung ist Freudenreich, Autor und ehemaliger Chefreporter der Stuttgarter Zeitung, die perfekte Besetzung während der abendlichen Diskussionsrunde im voll besetzten SWR-Landesfunkhaus. Immerhin dreht sich an den beiden Tagen eine Vielzahl der Debatten um die anhaltende Politisierung der Stuttgarter Bürgerschaft gegen das geplante Bahnprojekt Stuttgart 21 (S 21).

Kurz vor zwölf Uhr, Panel 2 zum Thema "Beim Rückzug in Lokale: örtlich betäubt" ist gerade zu Ende gegangen. Nach seinem zweiten Auftritt bahnt sich Freudenreich – ein Päckchen Tabak in Hand – von der Bühne kommend einen Weg durch das ZDF-Kongresszentrum. Wo sich hungrige Teilnehmer bereits das Mittagessen schmecken lassen, dreht sich Freudenreich genüsslich eine schmale Zigarette und wirkt dabei auf den ersten Blick fast so lässig wie sein Jeans-Outfit.

Roth: Sie sind nicht nur kritischer Autor, sondern sicher auch ein umweltbewusster Verkehrsteilnehmer. Sind Sie mit der Bahn hierher gekommen?

Freudenreich: Ich bin mit der Bahn gekommen und werde auch mit der Bahn wieder wegfahren.

Und, sind Sie zufrieden mit der Bahn?

(misstrauisch) Sagen Sie, arbeiten Sie für die Bahn? Aber ich sehe hier (blickt auf das Namensschild seines Gegenübers, auf dem deutlich die Zugehörigkeit zur FES zu erkennen ist) – ah, ok. (Pause, immer noch skeptisch) Aber jetzt wirklich ernsthaft: Machen Sie was für die Bahn?

Nein, überhaupt nicht. Ich studiere Politikwissenschaft an der FU Berlin. Und eigentlich wollte ich Sie zu Stuttgart 21 befragen, aber jetzt haben Sie mir mein Konzept quasi aus den Händen gerissen.

(verlegen) Oh, Entschuldigung.

Das hätte Spaß gemacht.

(lacht) Gut. Wir machen nochmal.

Sie sind also Bahn gefahren. Sind Sie denn auch zufrieden mit der Bahn?

Also, ich bin nicht so nervös wie viele andere, die sich schon tierisch darüber aufregen, wenn die mal fünf Minuten zu spät kommt. Ich finde einfach, dass die Bahn ein wichtiges, auch ökologisches Verkehrssystem ist, das ich unterstützen will, indem ich mit ihm fahre und ich fahre gern mit der Bahn.

Fahren Sie mit der Bahn auch nach Stuttgart und gehen dann auf eine Demonstration in den Schlossgarten?

Na, klar. Ich bekenne in diesen Wochen, dass ich das Projekt S 21 für ein Wahnsinns-Projekt halte, daraus können Sie schließen, dass ich dagegen bin und dass ich für den Kopfbahnhof bin. Und auch das sollte gesagt sein: zu den Demonstrationen fahre ich immer mit der Straßenbahn.

Zur Zeit werden die Schwaben zum Beispiel in Berlin für ihren mutigen Einsatz auf der Straße bewundert. Wie fühlt sich das für Sie persönlich als Schwabe an, dass sich die nationale Wahrnehmung so verschoben hat?

Großartig! Wer hätte das gedacht, dass es mal einen Slogan gibt: Schwaben auf den Barrikaden! Da ist wirklich ein neues Bild entstanden, dass dem Schwabe ja auch gut tut, der bisher immer mit der Kehrwoche identifiziert worden ist und jetzt steht der plötzlich zu zehntausenden auf der Straße. Das ist eine Politisierung der Schwaben – ein paar Badener sind natürlich auch dabei (schmunzelt). Das Image dieses Volksstamms, das früher behäbiger – zumindest wurde das so behauptet – gewesen sein soll, das wurde aufgewertet und tut geheuer gut.

Aber es entzweit auch. Bei Familienfeiern bleiben Stühle leer.

Das ist richtig. Es spaltet nicht nur die Stadt, es spaltet Familien bis rein in Beziehungen. Das ist natürlich nicht schön. Aber jetzt haben wir ja so einen großartigen Schlichter, also auf der oberen Ebene, der schon viel dazu getan hat, dass da auch eine gewisse Befriedigung eingetreten ist in Stuttgart. Deeskalation heißt es ja immer und da kann man nur hoffen, dass die Friedfertigkeit dann auch in den privaten Bereich Einkehr hält.

Fällt es Ihnen als Journalist schwer, neutral zu bleiben, wenn Sie als Schwabe bereits Stellung bezogen haben?

Das ist schon schwierig. Unsere Funktion ist ja quasi neutral, quasi objektiv draufzugucken. Wenn Sie dann aber bei diesem Wasserwerfereinsatz am "Blutigen Donnerstag“ dabei waren, selber nass gespritzt worden sind, den Pfefferspray in den Augen spüren … da fällt’s dann verdammt schwer, so als quasi lokaler Betrachter der Szene neutral zu sein. Da geht einem schonmal der Sack auf, wie der Schwabe so sagt.

Trotzdem haben viele lokale Journalisten vor Ort lange gebraucht, bis sie eine kritische Berichterstattung über das Projekt zustande gebracht haben. Was hat sie daran gehindert?

Ich glaube nicht, dass es primär ein ökonomisches Moment war. Da wird auch viel Verschwörungstheoretisches verbreitet – frei nach dem Motto, das Stuttgarter Pressehaus hängt am Tropf der Landesbank Baden-Württemberg. Mit solchen Formulierungen wäre ich vorsichtig. Es ist vielmehr eine Bewusstseinsgeschichte. Natürlich gab es eine Blattlinie, von Anfang an, von der Chefredaktionsseite aus: Wir sind für Stuttgart 21!, der sich die Kollegen mehr oder weniger – eher mehr – angeschlossen haben. Das tragen sie natürlich bis heute als schweren Rucksack auf ihrem Rücken mit sich herum. Schwer deshalb, da sie inzwischen halt merken, dass sich da sehr viel bewegt hat. Das, was ich immer sage: Demonstranten sind auch Leser. Und sie merken, dass da was nicht stimmen kann, dass sie mit dieser nur Pro-Linie an die Wand fahren oder ins Leere, je nachdem. Sie trauen sich aber nicht – zumindest der größerer Teil – Farbe zu bekennen. Das hat mit Mut zu tun, der einfach nicht da ist, aber dringend notwendig wäre, gerade in diesen Zeiten: sich zu positionieren, eine Meinung zu haben. Heute sagt man ja Haltung. Daran krankt es. Das ist das wesentlich größere Problem als der ökonomische Druck.

Die überregionale Presse scheint sich darüber einig zu sein, dass S 21 auch kritisch hinterfragt werden muss. Das haben mittlerweile auch lokale Journalisten aufgegriffen. Ist es jetzt Mode, gegen S 21 zu sein, weil scheinbar alle es sind?

So ist es ja nicht, dass in Stuttgart die Blätter unisono gegen S 21 wären. Was passiert ist, ist eine gewisse Öffnung. Das ist in der Tat eine Folge dieser überregionalen Berichterstattung, die ja auch immer wieder mit Enthüllungen kommt. Das ist eine ganz interessante Entwicklung, die da heißt, warum erst jetzt? Jetzt kommen, sagen wir mal, immer neue Ungereimtheiten ans Licht, die man eigentlich viel früher hätte ahnen müssen, die aber von den lokalen Medien – und da nehme ich mich selber auch an die Backe – nicht recherchiert worden sind. Weil man einfach zu sehr mit dem Projekt verbandelt war...

Und es anfangs als "Geschenk" an die fleißigen Schwaben verstanden hat?

Ja! Der Schwabe steht ja angeblich für Fortschritt, für Zukunft, für Technikbegeisterung. Und das entzaubert sich immer mehr, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, weil immer klarer wird, dass dieses angeblich bestgeplante Projekt Europas Murks ist. Das hat ja die Schlichtung durch Geißler immer wieder dokumentiert, dass da große Fehler gemacht worden sind.

Wo steht der lokale Journalismus heute in zwei Jahren?

Also ich hoffe, dass wir bis dahin alle klüger geworden sind. Dass die Journalisten die Bedürfnisse und Interessen ihrer Leser ernster nehmen; dass sie wirklich die Nähe zu denen suchen, weil das wohl in der Tat das entscheidende Versäumnis war: nicht zu wissen, was die (Leser, Anm. CR) eigentlich wollen. Deshalb war die Überraschung groß, nicht nur bei der Politik, sondern auch in den Medien. Also, eine Rückbesinnung auf den Konsumenten wäre nicht schlecht.

Und wie geht es mit Stuttgart weiter?

Welches Ergebnis auch immer die Schlichtung bewirkt: Dieser Protest wird zwar weniger werden, aber er wird nicht sterben. Weil eben über dieses Bahnhofsprojekt ganz viel entstanden ist, was weit über das Bahnhofsprojekt hinausgeht: politisches Bewusstsein und politischer Protest. Der wird noch eine ganze Weile weitergehen. Und darüber muss man dann halt berichten, ganz einfach.

Sind Sie dann auch am 11.12. bei der nationalen Demonstration gegen S 21 mit dabei?

Ja, klar! Das ist ein Tag vor meinem Kurzurlaub – also werde ich da noch dabei sein.

Kommentar: Leitmedium Bildzeitung von Gudrun Hüther

Kommentar von Gudrun Hüther, FES-Stipendiatin und Teilnehmerin des Workshops "Interview und Recherche - Journalistische Strategien im Dickicht der Politik", Studentin des Masters Politische Kommunikation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Eigentlich sollte es im Panel 1 des 15. MainzerMedienDisputs darum gehen, "Ermittlungen in eigener Sache" durchzuführen. "Vor dem Kadi" sollte die Frage geklärt werden, ob Journalismus und "Duales System" wirklich schuld sind an der Politikverdrossenheit und dem Desinteresse der Bürger an politischen Themen. Im Ansatz: ermutigend. In der Umsetzung: entmutigend.

Denn schon die Besetzung des Podiums zu diesem Thema gab bereits Anlass zu einigen Bedenken. Eingeladen waren der Medienanwalt Dr. Christian Schertz, der WDR-Intendant a.D. Fritz Pleitgen und der Senior Vice President für Nachrichten und politische Information der ProSiebenSat.1 Media AG Peter Limbourg. Bei allem Respekt für die Diskutanten muss an dieser Stelle die Frage erlaubt sein, warum - bei der Auswahl an hochkarätigen Medienkritikern - ein Anwalt die Diskussion leitet. Auch ist interessant, weshalb ein Pensionär und keiner der aktuellen Verantwortlichen des öffentlichrechtlichen Rundfunks sich bereit erklärt hat, um über ein so wichtiges Thema zu sprechen.

Was nun dabei heraus kam, war unter anderem ein Loblied auf die politische Bildungsleistung der Bildzeitung. In der Mitte der Bevölkerung sei die "Bild" inzwischen zu sehen, ist aus Peter Limbourgs Mund zu hören. Auf Seite Zwei leiste das Blatt vorbildliche politische Bildungsarbeit: Guter kritischer Journalismus sei dort zu finden, so der Tenor der Runde. Doch wer nun von den Publikumsteilnehmern glaubte, bei diesen Beifallsbekundungen für die "Bild" handle es sich nur um eine einmalige Entgleisung, der sollte irren. Denn im dritten Panel ging es fröhlich weiter mit den Huldigungen für das Boulevardblatt. Sie werde "gerne gelesen" von den Kollegen, so der Kommentar von Autor Tilman Jens. Wenn man diesen Einschätzungen folgt, ist die Bildzeitung inzwischen also zum "Leitmedium" geworden.

Die Tatsache, dass weiterhin "alle" - womit wohl die breite Masse der Nicht-Bild-Redakteure gemeint sind - über die "Bild" schimpfen, wie Jens ebenfalls feststellt, kann dieses erschütternde Faktum dann auch nicht mehr wettmachen. Im Gegenteil, so zeigt es doch lediglich, dass die Realität bisweilen verdrängt wird. Widerspruch, Kritik oder gegenteilige Äußerungen aus dem Fachpublikum - man erinnere sich: der MainzerMedienDisput ist und bleibt eine Veranstaltung von Journalisten für Journalisten - gibt es mit Ausnahme von leisem Gemurmel nicht. Wie, wenn nicht zustimmend oder resignierend ist diese Reaktion zu bewerten. Die neue Rolle der Bildzeitung wird von den anwesenden Journalisten ohne Widerworte akzeptiert. Ein ernüchterndes Bild , das die Mainzer Journalistenelite in diesem Punkt abgibt.

So bedarf es eines Matthias Deutschmann, seines Zeichens erklärter MainzerMedienAgent und Kabarettist, der das Wort erhebt gegen das "Erbrechen" komplexer politischer Themen in der "Bild" und gegen die Auffassung von einer politisch uninteressierten Bevölkerung, die zu "doof" sei, um Qualitätsjournalismus zu verstehen. Schade eigentlich, dass all die Bemühungen während der Tagung die journalistischen Tugenden hoch zu halten - ihre Mittlerrolle zwischen Politik und Bürger, die konstitutive Bedeutung der "vierten Macht" für die Demokratie, ihre Informations- und Kritikfunktion – angesichts der Zurückhaltung in der "Bild"-Frage geradezu verpuffen. Kopfschmerzen wird er haben, sagt Deutschmann, wenn er vom Mediendisput nachhause kommt. Aber das ist auch verständlich, oder?

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