Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern

Freitag, 13.01.17 - Güstrow

14. Agrarpolitische Tagung


Terminexport im ICS-Format

Rückblick zur 14. Agrapolitischen Tagung in Güstrow

Fotorückblick

  • Bild: Edgar Offel von FES Hochkarätige Referenten wie hier Kelly Stange, US-Botschaftsrätin für Landwirtschaft (rechts) und Jens Schaps, Direktor der EU-Kommission im Generaldirektorium Handel, diskutierten mit den Teilnehmern
  • Bild: Edgar Offel von FES Kompetente Fachleute standen den Teilnehmern der Agrarpolitischen Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung Rede und Antwort. Im Bild (von links) Dr. Rainer Langosch, Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft an der Hochschule Neubrandenburg, Detlef Kurreck, Präsident des Landesbauernverbandes M-V, Martin Steinmetz, Geschäftsführer bei EDEKA Nord
  • Bild: Edgar Offel von FES Kompetente Fachleute standen den Teilnehmern der Agrarpolitischen Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung Rede und Antwort. Im Bild (von links) Martin Schulz, Landwirt im Wendland und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Dr. Martin Piehl, Geschäftsführer des Landesbauernverbandes M-V, Claudia Schulz, agrarpolitische Sprecherin der Grünen in M-V, Dr. Michael Harth, Professor für Agrarmarketing an der Hochschule Neubrandenburg
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Globalisierung als das Ende der bäuerlichen Landwirtschaft?

Bild: Agrarpol17 Internet von suze / photocase.de

Regionalität statt Globalisierung?

Schon mal etwas von Kobe-Beef oder Wagyu gehört? Das ist ursprünglich Fleisch von einer Rinderrasse aus der japanischen Region Kobe. Pro Kilogramm ist diese Spezialität teurer als ein Ferrari. „Trotzdem sind nicht wenige Leute bereit, diesen Preis zu zahlen. Wichtig ist nur, dass der Verbraucher einen Mehrwert für sich empfindet. Unabhängig davon, ob er tatsächlich da ist“, versucht Dr. Rainer Langosch zu provozieren, über den Aufbau einer Regionalmarke auch in Mecklenburg-Vorpommern nachzudenken.

Der Professor der Hochschule Neubrandenburg ist einer der Experten, die auf einer Agrarpolitischen Tagung Mitte Januar in Güstrow mit Landwirten und Vertretern landwirtschaftsnaher Institutionen zur Frage diskutierten, ob nicht die Regionalität als Vermarktungsstrategie auch für unsere Landwirte eine Möglichkeit wäre. Damit könnte man doch dem Kostendruck der Globalisierung des Lebensmittelmarktes begegnen. Seit 14 Jahren lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung im Januar zur Diskussion mit Fachleuten und Politikern zu ausgewählten agrarpolitischen Themen ein. „Vor einem Jahr, als wir die Folgen der Globalisierung für unsere Landwirtschaft zum Thema machten, blieb beispielsweise die Frage der Regionalität offen. Das wollten wir dieses Mal detaillierter beleuchten“, begründet Frederic Werner, Leiter des Schweriner Landesbüros der Stiftung, die Themenwahl.

Die vorjährige Tagung machte nämlich deutlich, dass die Produktion unter Weltmarktbedingun­gen die Agrarbetriebe zu einer immer stärkeren Industrialisierung und Vergrößerung zwingt. „Wachsen oder Weichen“ ist die vorherrschende Denkweise in der Bauernschaft, die sich gerade jüngst in der Milchkrise wieder zu bestätigten scheint. Umweltverbände und einige Politiker, aber auch kleinbäuerliche Interessenverbände sehen in diesem Konzentrations­prozess jedoch die Hauptgefahr für Umwelt und Tierwohl. Für sie ist eine Regionalisierung die Lösung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

 

Das ist sie leider nicht, könnte man den Tenor der Diskussion zusammenfassen. Jedenfalls nicht für die Gesamtheit der Bauern. Lediglich einzelne Betriebe könnten versuchen, in Kooperation mit Verarbeitern und Handel diese Nische zu nutzen. „Es gibt keine Lösung für alle“, muss selbst Langosch einräumen. Der Professor an der Hochschule Neubrandenburg forscht seit 30 Jahren zum Thema Regionalität. Das Risiko wird auch daran deutlich, dass in Umfragen stets 70 bis 80 Prozent angeblich bereit sind, Bio-Produkte auch zu einem höheren Preis zu kaufen, aber in der Realität der Anteil von Bio am Lebensmittelumsatz in Deutschland nur vier Prozent beträgt. „In der Regel läuft der Lebensmittelkauf über den Preis“, ist auch Dr. Kathrin Naumann, Geschäftsführerin eines Schweine mästenden Betriebes im Rostocker Umland, überzeugt. „Wir müssen den Leuten klarmachen, dass sie an der Theke mehr bezahlen müssen, weil die Produktion der Lebensmittel einfach mehr kostet“, meint sie. Wenn sie an die angedachten Auflagen zur künftigen Schweinehaltung und den dafür erforderlichen Investitionen denke, sehe sie voraus, dass sich die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern weiter reduzieren werde. Mit der Konsequenz, dass an der Theke Fleisch aus Holland verkauft würde. Da war sie wieder - die Keule der Globalisierung.

 Autor: Edgar Offel

Redebeiträge der einzelnen Vortragenden als pdf-Download

Dr. Till Backhaus -
Situation der Landwirtschaft in MV und der Agrarumweltprogramme

Prof. Dr. Michael Harth -
Marktmechanismen im Agribusiness – Chancen und Risiken für die Landwirtschaft

Jens Schaps -
Die Herausforderungen an eine moderne Agrarpolitik

Kelly Stange -
Agrarpolitik in der USA und Europa: Gegensätze oder gemeinsame Interessen in einem globalen Markt?

 

 

 


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- Anmeldung unbedingt erforderlich -

In der...


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