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Titelschrift:Nachrichten aus dem Archiv

Rudolf Schmitz

Ein neues Spiegelungsprojekt: Archivierung der Internetpräsenz der Gewerkschaft ver.di

Mit der Erfassung des Internetauftritts der Gewerkschaft ver.di wurde ein neues Spiegelungsprojekt in Gang gesetzt. Auch wenn das AdsD inzwischen schon ein Jahrzehnt lang Erfahrungen mit der Webarchivierung gesammelt hat, so stellte die Erfassung des Internetauftritts von ver.di dennoch eine besondere Herausforderung dar. Das lag nicht nur an der Größe des Auftritts, der mit weit über 50 Gigabyte zu den umfangreichsten Projekten gehört, die im AdsD je durchgeführt wurden, sondern vor allem an den zahlreichen Gliederungen, Branchen und Fachgruppen von ver.di, die jeweils mit eigenen URLs am Auftritt beteiligt sind. Dazu gehören die elf Landesverbände, über hundert Bezirke und Ortsvereine, die inzwischen mit eigenen Seiten im Internet vertreten sind, sowie die zahlreichen Fachbereiche und Fachgruppen, die sich auf den jeweiligen Ebene präsentieren. Zusätzlich gilt es, Kampagnenseiten zu berücksichtigen, wie etwa die Aktion gegen Leiharbeit oder die Kampagne für einen gesetzlichen Mindestlohn.

Klaus-Uwe Benneter, 1977
	  © AdsDIm übrigen gibt es kaum einen Politikbereich, der nicht seinen Niederschlag in den zahlreichen Websites von ver.di findet. Die Frauen- und Gleichstellungspolitik ist ebenso mit eigenen Seiten vertreten wie die Migrationspolitik oder die Schwerbehindertenvertretung und Teilhabepolitik.

Einen guten Überblick über die große Zahl von Branchen, die mittlerweile durch ver.di vertreten wird, gewährt eine Dokumentation zum Stand der Tarifpolitik. Hier wird die Tarifarbeit für die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Forschung vorgestellt, außerdem für die Bereiche Finanzdienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Medien, Kunst, für den öffentlichen Dienst, die Energie- und Abfallwirtschaft sowie für den Bereich Telekommunikation.

Dies alles macht die Webpräsenz von ver.di zu einer zeit- und sozialgeschichtlichen Quelle von außerordentlicher Bedeutung. Auf den ver.di-Seiten werden nicht nur gewerkschaftliche Themen und Strategien sichtbar, sondern auch langfristige Entwicklungen und Tendenzen in der deutschen Gesellschaft, wie man sie in so aussagekräftiger Form sicher nicht häufig im Internet finden wird. Die Sites sind daher in ganz besonderem Maße archivwürdig und rechtfertigen die Kosten und die Arbeit, die vom AdsD zusammen mit dem ver.di-Archiv aufgewendet wurden, um diese Seiten für Wissenschaft und Bildung langfristig zu sichern. Das Konzept für die Form einer archivübergreifenden Bereitstellung der archivierten Webseiten muss allerdings erst noch realisiert werden.

Klaus-Uwe Benneter, 1977
	  © AdsD

In Ergänzung zu der umfassenden ver.di Präsenz wurden in zwei kleineren Projekten die ver.di-Seiten zur Auseinandersetzung um das Insolvenzverfahren von Arcandor (KarstadtQuelle AG, vgl. http://www.zukunft-der-arcandor-arbeitsplaetze.de ) sowie die Seiten zur Auseinandersetzung um die Lagerlogistik beim Ottoversand des ver.di-Fachbereichs Handel in die Spiegelung aufgenommen. Beide Seiten werfen ein bezeichnendes Schlaglicht auf die sich ändernden sozialen Bedingungen in der Bundesrepublik.


Klaus-Uwe Benneter, 1977
	  © AdsD

 

Besonders die Arcandor-Seiten dokumentieren eindrucksvoll die vielfältigen Initiativen der Belegschaft beim Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Auf den Seiten findet man eine Bild- und Videodokumentation zu den Demonstrationen, ferner den Wortlaut verschiedener Resolutionen und der Briefe an Regierungsmitglieder auf Bundes- und Landesebene.