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Titelschrift:Nachrichten aus dem Archiv

Anja Kruke

Zum Abschied von Beatrix Bouvier und Friedhelm Boll

Nach fast 35 Jahren beendeten Professor Dr. Beatrix Bouvier und Professor Dr. Friedhelm Boll ihre Tätigkeit in der historischen Forschungsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Verabschiedung Beatrix Bouvier und Friedhelm Boll
	  © AdsDBeatrix Bouvier studierte in Frankfurt am Main Geschichte und Politische Wissenschaften. Nach der Promotion (1973) und der Mitarbeit im Bundesarchiv in Koblenz wurde sie wissenschaftliche Referentin im „Institut für Sozialgeschichte Braunschweig-Bonn“, dann im Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung. 1993 folgte die Habilitation an der TU Darmstadt, wo sie 1998 zur außerplanmäßigen Professorin ernannt wurde. Beatrix Bouvier war Redaktionsmitglied und zeitweise Schriftleiterin des von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebenen „Archivs für Sozialgeschichte“. 2003 übernahm sie die Leitung des Karl-Marx-Hauses in Trier, das sich bald mit einer neuen Dauerausstellung und einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm präsentierte. Zu Beatrix Bouviers Forschungsschwerpunkten zählen die Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die Geschichte der Bundesrepublik und der DDR und die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Ihr besonderes wissenschaftliches Interesse gilt ferner der Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen; sie wurde Vorstandsmitglied, Präsidentin und (ab 1998) Generalsekretärin des „Deutsch-Französischen Komitees für die Erforschung der deutschen und französischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“.

Zum Abschied von Beatrix Bouvier lud die Friedrich-Ebert-Stiftung am 18. Februar 2010 zu einem Symposium ein. Das Thema der Veranstaltung, „Neue Perspektiven auf die Geschichte der Arbeiter und Arbeiterbewegung“, wurde bewusst für diesen Anlass gewählt – stand es doch in unmittelbarem Bezug zu „Bea“ Bouviers unablässiger Neugier auf neue Ansätze und Perspektiven in der historischen Forschung.

Beatrix Bouvier im Online-Katalog der Bibliothek der FES

Verabschiedung Beatrix Bouvier und Friedhelm Boll
	  © AdsDFriedhelm Boll studierte Geschichte und katholische Theologie in Bonn und Toulouse. Schon vor der Promotion (1979) trat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in das „Institut für Sozialgeschichte Braunschweig-Bonn“ ein. 1993 folgte die Habilitation und 1999 die Ernennung zum apl. Professor an der Universität Kassel. 1995-1997 war Friedhelm Boll stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises für historische Friedensforschung, 2003 wurde er Schriftleiter des „Archivs für Sozialgeschichte“, 2004 übernahm er die Organisation einer großen internationalen Tagung zum Thema „Europäisches Netzwerk: Zwangsmigrationen und Vertreibungen im 20. Jahrhundert“. Zu den seinen weiteren Funktionen zählen u.a.: Corresponding Editor der „International Review of Social History“, Mitglied des Conseil scientifique von „Histoire et Société“, Vorstandsmitglied im Verein „Gegen Vergessen –Für Demokratie e.V.“.

Zu Schwerpunkten in Friedhelm Bolls wissenschaftlicher Arbeit entwickelten sich die Erforschung der Geschichte sozialer Konflikte (insbesondere von Streiks), die historische Friedensforschung, die Jugendforschung und Untersuchungen zur biographischen Verarbeitung von Diktaturerfahrungen mit Nationalsozialismus und Stalinismus sowie die Auseinandersetzung mit Fragen der Erinnerungskultur.

Auf die bedeutende Rolle, die Oral History in Friedhelm Bolls wissenschaftlichem Werk zukommt, ist auch das Symposium abgestellt, das zu seiner Verabschiedung am 29. März 2010 stattfinden wird: „Geschichte, Politik und Oral History. Eine Beziehungsgeschichte“. In diesem Rahmen steht ausnahmsweise einmal der Historiker selbst, nämlich Friedhelm Boll, im Mittelpunkt des Zeitzeugengesprächs. Mit ihm diskutieren Professor Dr. Lutz Niethammer, einer der Wegbereiter der Oral History in der Geschichtswissenschaft, und Dr. Peter Struck, bis 2009 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Friedhelm Boll im Online-Katalog der Bibliothek der FES

Symposium für Friedhelm Boll: "Geschichte Politik und Oral History. Eine Beziehungsgeschichte"