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Veranstaltungen

Nachklang Gesprächskreis Geschichte: Blick zurück auf die ,gute, alte Zeit‘? Das sozialdemokratische Jahrzehnt 1969-1982

19. April 2012, Bonn. Ist ein Blick auf die Jahre 1969-1982 ein Blick zurück auf die ,gute, alte Zeit‘? Diese Frage, die anlässlich der Buchpräsentation „Das sozialdemokratische Jahrzehnt“ gestellt wurde, stieß auf reges Interesse. Der Gesprächskreis Geschichte hatte hierzu in den großen Konferenzsaal der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn eingeladen. Und schon während der Begrüßung durch Dr. Anja Kruke, Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie schien es, als wollte manch ein interessierter Teilnehmer die Diskussionsrunde vorzeitig eröffnen. Auch während des anschließenden Vortrags des Autors Professor Dr. Bernd Faulenbach (Ruhr-Universität Bochum) kam es zu wort- und gestenreichen Kommentaren aus dem Publikum.

In der anschließenden Diskussionsrunde kam neben dem Autor auch Dr. Gunter Hofmann, ehemaliger Berliner Chefkorrespondent „Die ZEIT“ zu Wort. Vor dem Hintergrund heutiger ökonomischer, sozialer Probleme wurde eine spannende Diskussion zu dieser nicht nur von Willy Brandt und Helmut Schmidt geprägten Zeit geführt. Auch Neue Soziale Bewegungen (Frauen, Frieden, Ökologie), aber auch die Bedrohung durch den Terrorismus der RAF gehören fest in das Bild dieser Jahre. Rolle und Wandel der FDP als Koalitionspartnerin wurden ebenso thematisiert wie die Frage nach der Verquickung von Innen-, Deutschland- und Neuer Ostpolitik während der Regierungszeit Willy Brandts. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Meik Woyke, Referatsleiter „Public History“, Archiv der sozialen Demokratie.

Nachklang „Gewerkschaftliche Solidarität im Einigungsprozess – Der Aufbau freier Gewerkschaften in der DDR 1989/90

07. März 2012, Bonn. Die Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie, Dr. Anja Kruke, eröffnete der Vortragsveranstaltung mit Podiumsdiskussion zur jüngsten Gewerkschaftsgeschichte, ordnete sie in die gewerkschaftsgeschichtlichen Aktivitäten des Archivs ein und betonte, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Aufbaus freier Gewerkschaften in der DDR neue Aspekte für die Geschichtsschreibung des Vereinigungsprozesses liefere.

In seinem anschließenden Vortrag präsentierte der Historiker Dr. Manfred Scharrer die rasanten Entwicklungen der Jahre 1989/90 bis zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung und Aufnahme neuer Gewerkschaftsmitglieder in den fünf neuen Ländern in eine freie Gewerkschaft am Beispiel der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Transport und Verkehr (ÖTV) und stellte anhand dieses Exempels die Grundsatzentscheidung der ÖTV dar, sich organisatorisch von den Einzelgewerkschaften innerhalb des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes der DDR abzugrenzen, gleichwohl deren Mitglieder zu integrieren und so für eine starke gewerkschaftliche Repräsentation im in der DDR starken öffentlichen Sektor zu sorgen. Dr. Scharrer betonte besonders die fundamentalen Unterschiede zwischen dem so genannten Freien Deutschen Gewerkschaftsbund, dem zentrale Gewerkschaftsfunktionen fehlten und der die Rolle eine gesellschaftlichen Massenorganisation im Parteiauftrag erfüllte, und dem bundesrepublikanischen Gewerkschaftsverständnis.

In einer Podiumsrunde diskutierte Dr. des Johannes Platz gemeinsam mit dem Historiker Dr. Scharrer und den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Dr. Monika Wulf-Mathies, ehemalige Vorsitzende der ÖTV, Rainer Eppelmann, Minister in der ersten freigewählten Regierung der DDR und ehemaliger Vorsitzender der Christdemokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschland (CDA), und der ehemaligen DDR-Gewerkschafterin und heutigen Leiterin der ver.di-Bildungsstätte Saalfeld Carmen Machwirth-Kolle die Befunde der wissenschaftlichen Studie. In der Diskussion betonten die Zeitzeugen den rasanten Charakter des Verlaufs der friedlichen Revolution, der die gewerkschaftlichen Akteurinnen und Akteure an der Spitze der ÖTV im Westen und an der gewerkschaftlichen Basis im Osten regelmäßig vor neue organisatorische und politische Herausforderungen stellte. Nachdem die Führungsebene der ÖTV sich entschieden, Beraterinnen und Berater in die Bezirke der DDR zu entsenden, prüfte sie Kooperationsmöglichkeiten und unabhängige Gründungsmöglichkeiten, wurde dann aber durch die rasche Einführung der Währungs- und Sozialunion klar, dass eine organisatorische Ausdehnung der ÖTV die einzige Alternative war. An der Basis gestaltete sich die Suche nach der richtigen Gewerkschaft widersprüchlich und die Pfade waren nicht vorgezeichnet.

Übereinstimmend betonten die Zeitzeuginnen, dass rasche tarifliche Anpassungsbewegungen im öffentlichen Dienst gezeigt hätten, dass der eingeschlagene Weg wichtigen tarifpolitischen Erfolgen den Weg geebnet hat und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach den Erfahrungen mit der DDR-“Gewerkschaft“ in tatsächlich freie Gewerkschaften integrierte.

Nachklang Gesprächskreis Geschichte: Karl Christian Führer „Carl Legien (1861-1920) – Drei Gründe, warum der Gewerkschafter es verdient hat, erinnert zu werden“

08. Dezember 2011, Berlin. Aus Anlass des 150. Geburtstags des Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands und ersten Vorsitzenden des ADGB, Carl Legien, luden das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Bezirk Berlin-Brandenburg des Deutschen Gewerkschaftsbundes zu einem gut besuchten Gesprächskreis Geschichte nach Berlin ein, bei dem der Historiker Prof. Dr. Karl Christian Führer pointiert „drei Gründe, warum der Gewerkschafter Carl Legien es verdient hat, erinnert zu werden“ in seinem Vortrag präsentierte.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Dr. des. Johannes Platz, der die gewerkschaftsgeschichtlichen Aktivitäten des Archivs der sozialen Demokratie vorstellte und die Studie Karl Christian Führers im Forschungstrend neuer biographiegeschichtlicher Untersuchungen in der Gewerkschaftsgeschichte verortete. Der stellvertretende Vorsitzende des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der historischen Vergewisserung über Legiens Biographie und rief dazu auf, sich aktiv mit Legien auseinanderzusetzen.

Karl Christian Führer präsentierte in seinem Vortrag Legien als denjenigen, der der deutschen Gewerkschaftsbewegung von 1890 bis 1920 eine unüberhörbare Stimme gegeben habe und zur Einigung der zersplitterten Gewerkschaftsbewegung beigetragen habe, was er akteursorientiert an gewerkschaftlichen Mobilisierungen im Kaiserreich belegte. Prof. Führer schilderte Legien als einen Akteur, der sich für ein menschenfreundliches Ziel als dauergestresster Berufspolitiker persönlich aufgerieben habe. Seine Auftritte auf den vielfältigen Agitationsreisen habe er noch ohne technische Hilfsmittel wie Mikrofonanlagen bewältigen müssen und seine umfangreiche Korrespondenz persönlich erledigt. Dennoch vermochte es Legien, den Anspruch der Arbeiterinnen und Arbeiter auf gesellschaftliche Teilhabe und das „volle Leben“ vernehmbar anzumelden. Schließlich hob Prof. Führer hervor, dass Legien „auf dem Posten war, als es um die Verteidigung der deutschen Demokratie ging“. Ausgehend von der Ereignisgeschichte des Kapp-Putschs im März 1920 schilderte er Legien als einen Vertreter der politischen Elite der jungen Demokratie, der mit Macht gegen den Kapp-Putsch durch den Aufruf zum Generalstreik, zum zivilen Ungehorsam und zum Widerstand habe wirken können. Dies sei Legiens bleibender Beitrag zum Erhalt der jungen Demokratie in der Weimarer Republik gewesen.

In der Diskussion wurde der Zusammenhang zwischen Legiens persönlicher Arbeitserfahrung und seinem Wirken als Gewerkschaftsführer beleuchtet. Einer Auslegung, die Legiens Wirken in der frühen deutschen Gewerkschaftsbewegung mit oligarchischen Tendenzen innerhalb sich entwickelnder politischer Organisationen erklärt, widersprach der Vortragsgast mit dem Hinweis auf dessen bescheidenen Lebensstil und die gewerkschaftspolitische Praxis Legiens. Prof. Führer wies darauf hin, dass Legiens Handlungsimperativ in kritischen Situationen durch seine demokratische Überzeugung geprägt gewesen sei, aufgrund derer er auch in der Novemberrevolution sozial und politisch den Ausgleich mit der Unternehmerseite gesucht habe, dabei aber die Interessen der Arbeiter und Arbeiterinnen durchzusetzen verstand, wie auch entschieden kämpferisch gewirkt habe – etwa in der Gegenwehr gegen den Kapp-Putsch.

Nachklang Gesprächskreis Geschichte: Macht und Moral? - Die Herausforderung der Menschenrechte in der Außenpolitik

24. Oktober 2011, Berlin. Große Resonanz fand die Veranstaltung anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Zuerkennung des Friedensnobelpreises an Willy Brandt, im Haus 1 der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin, zu der der Gesprächskreis Geschichte eingeladen hatte. Nach Begrüßung durch Dr. Roland Schmidt und Einführungsrede von Wolfgang Thierse wurde vor dem Hintergrund von Brandts europäischer Friedenspolitik eine spannende Diskussion zu moralischem Anspruch und Realität der Außenpolitik geführt. Die Frage, ob Willy Brandts Entspannungspolitik heute noch Orientierung geben kann, stand dabei ebenso im Fokus, wie die nach einer grundsätzlichen Vereinbarkeit nationaler Interessen mit den Menschenrechten. Insbesondere standen aktuelle Fälle wie z.B. die Frage zur Zukunft der UN-Norm »Responsibility to Protect« (Schutzverantwortung), die die Grundlage des NATO-Eingriffs in Libyen gebildet hatte, im Mittelpunkt des Interesses. Es diskutierten Dr. h.c. Gernot Erler, stv. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Prof. Dr. Harald Müller, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Moderiert wurde die Diskussion von der Journalistin Tanja Samrotzki.
Die angeschlossene Ausstellung „Willy Brandt und Polen. Die Teilung Europas überwinden“, mit vielen interessanten Einblicken zu Willy Brandts europäischer Friedenspolitik ist noch bis zum 2. Dezember 2011 in der Galerie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin zu sehen.

Nachklang Gesprächskreis Geschichte: MUSIKALISCHEN ABEND - Bettina Hitzer /„stimmt so – Chortheater Köln"

Wann wir schreiten Seit’ an Seit’ …
„... und die alten Lieder singen“ – Diese Textzeile illustriert, wie gemeinsames
Liedgut den Zusammenhalt der Arbeiterbewegung stärkte.

Nach einer Einführung von Dr. Meik Woyke skizzierte Bettina Hitzer die Geschichte dieses wichtigen Elements der sozialdemokratischen
Kultur und erläuterte die Funktion von Arbeiterliedern, die politische
Identität stifteten und Zukunftsvisionen transportierten.

Um die Wirkung dieser Musik spürbar werden zu lassen, lieferte der Chor „stimmt
so – Chortheater Köln“ einige Hörbeispiele aus der damaligen Zeit.
Der zweite Teil des Abends widmete sich der Weiterentwicklung dieser politischen Kunstform in der gemeinsamen Arbeit von Bertolt Brecht mit Hanns Eisler bzw. Kurt Weill. Aus deren Zusammenarbeit sind zahlreiche Stücke hervorgegangen, die uns auch heute noch durch ihre Aktualität überraschen wenn nicht erschrecken können.

Nachklang „Exil und Netzwerke. Die politische und gewerkschaftliche Emigration in Großbritannien während des Zweiten Weltkriegs“

Am 18. April veranstaltete die Friedrich-Ebert-Stiftung zusammen mit der Hans-Böckler-Stiftung die Fachtagung „Exil und Netzwerke. Die politische und gewerkschaftliche Emigration in Großbritannien während des Zweiten Weltkriegs“ in Berlin. Die Fachtagung fand mit 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gute Resonanz und konnte mit Experten aus Großbritannien, der Schweiz und Österreich über Zusammensetzung, Strategien politischer Netzwerke in der Flucht und Exilsituation diskutieren. Drei verschiedene Aspekte wurden im Laufe des Tages behandelt, zum einen die Selbstorganisation und Integration der Emigranten während des Zweiten Weltkriegs. Die politischen Strategien, der Ideentransfer und die transnationale Netzwerkarbeit. Der dritte Aspekt rückte die Relevanz und Kontinuität der Netzwerke nach 1945 in den Mittelpunkt. In einer abschließenden Bewertung und auf Anregung der Historikerin Helga Grebing wurde der Begriff Netzwerk methodisch und in Bezug auf historische Forschungen kritisch reflektiert und neue Aufgaben an die zukünftige Flucht- und Migrationsforschung gestellt. Entscheidende Impulse gingen hierbei von den Vertreterinnen und Vertretern der Internationalen Gesellschaft für Exilforschung e.V. aus, welche die Tagung sachkundig unterstützen.

Ein ausführlicher Tagungsbericht erscheint demnächst auf dieser Internetseite und dem Wissenschaftsportal HSozKult .

Nachklang „Für Demokratie und Menschlichkeit. Vergangenheit erinnern, Zukunft gestalten“ Schülerveranstaltung des Forums Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Unter der Überschrift „Für Demokratie und Menschlichkeit - Vergangenheit erinnern, Zukunft gestalten“ sprach am 28. Januar 2011 die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen Dr. Angelica Schwall-Düren mit 100 Bonner Schülerinnen und Schülern über Demokratie, politische Partizipation und Zivilcourage als Bollwerk gegen Rechtsextremismus.
Mit Offenheit und Engagement beantwortete Sie Fragen nach Möglichkeiten politischer und gesellschaftlicher Partizipation junger Menschen und nach parlamentarischen und gesetzlichen Wegen zur Bekämpfung rechtsextremer Parteien in Europa. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen zehn bis zwölf waren sehr gut vorbereitet und sorgten eigeninitiativ für einen spannenden und erfolgreichen Dialog.

Das Forum Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung eröffnete mit der Schülerveranstaltung die Ausstellung „Für eine starke Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924-1933“, die vom 28. Januar bis zum 28. Februar 2011 in der Galerie der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn gezeigt wird. Zu Gast war auch der Ehrenvorsitzende und Zeitzeuge des Reichsbanners Hans Bonkas. Er sprach mit den Schülerinnen und Schülern über sein Leben als politisch verfolgter Demokrat im Nationalsozialismus und in der DDR.

Im anschließenden Workshop „Rechtsextremismus als Bedrohung für Demokratie und Menschenrechte“ machten sie die Erfahrung, wie wichtig und lohnenswert es ist, sich auch heute noch für den Erhalt von Demokratie und den zugehörigen Werten, für Menschenrechte und die Bekämpfung des Rechtsextremismus einzusetzen.

Rückfragen beantworten Ihnen gerne die zuständigen Referentinnen der Fri4edrich-Ebert-Stiftung Bonn, Frau Anne Haller Anne.Haller@fes.de und Frau Dr. Ursula Bitzegeio Ursula.Bitzegeio@fes.de

Nachklang Gewerkschaftsfachtagung am 11./12. November 2010 in Bonn zum Thema „Arbeit in der sich globalisierenden Welt – historischer Wandel und gegenwärtige Effekte. Neue Perspektiven auf die Gewerkschaftsgeschichte II“

Die historische Forschung beschäftigt sich vielfach mit dem Wandel der Arbeitswelten in den postindustriellen Gesellschaften Europas. Vor diesem Hintergrund hat das Archiv der sozialen Demokratie am 11. und 12. November 2010 zur Gewerkschaftsfachtagung des Kooperationsprojektes „jüngere und jüngste Gewerkschaftsgeschichte“ von der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung eingeladen, die auf der Basis eines erweiterten Arbeitsbegriffs die Wirkmächte der Globalisierung auf die Arbeitswelten thematisierte. In dem mit 69 Teilnehmern großen wissenschaftlichen Workshop wurden der arbeitende Mensch, dessen veränderte soziale Position und Geschlechterfragen mit globalen Zusammenhängen in Beziehung gesetzt. Im Fokus standen Perioden und Formen gesellschaftlicher (Ent-)Solidarisierung durch die Effekte einer globalen Wirtschaft sowie Möglichkeiten und Grenzen transnationaler Arbeitsbeziehungen.

Die Gegenwartsdiagnose auf die Erfassung historischer Prozesse werde dabei von der jüngeren zeitgeschichtlichen Forschung, die sich dem Thema Globalisierung und Arbeit zunehmend widmet, widergespiegelt, erklärte Dr. Ursula Bitzegeio, die gemeinsam mit Dr. Michaela Kuhnhenne von der Hans-Böckler-Stiftung, die Tagung leitete. Bezogen auf die Industrieländer werde dabei der Bogen von der „Einkommensrevolution der fordistischen-keynesianistischen Ära“ bis zu deren Zerstörung im gegenwärtigen neuen globalen Zyklus geschlagen und eine immer „extremer zugespitzte“ Polarisierung der Gesellschaft und der Ausdifferenzierung von Formen abhängiger Arbeit ausgemacht. Bezogen auf Schwellen- und Entwicklungsländer rücke häufig die nachholende Modernisierung im Zuge einer weltweiten Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise mit all ihren Implikationen in den Blick.

Aufgegriffen wurden diese Überlegungen von zahlreichen Vorträgen (v. a. auch von jungen ForscherInnen) und Stellungnahmen von Kommentatoren wie Karl Lauschke, Jürgen Mittag, Klaus-Dieter Mulley oder Peter Birke. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Frage, inwieweit eine lokale Geschichte der Arbeit / Arbeitsbeziehungen und Gewerkschaften globale Dimensionen mitdenken muss. In seinem guten Impulsvortrag sprach Prof. Dr. Hans-Wolfgang Platzer über die Möglichkeiten und Grenzen transnationaler Absprachen internationaler Gewerkschaftsverbände im Zusammenhang mit der Globalisierung der Interessenvertretung von ArbeitnehmerInnen. Beiträge zum Thema Wandel transnationaler Kontakte boten u. a. Tim Wätzold, der über die Beeinflussung der Arbeiterbewegung Südamerikas durch die europäische Massenimmigration zur letzten Jahrhundertwende sprach, die sich mit der internationalen Blütezeit des revolutionären Syndikalismus und Anarchismus überschnitt und so die revolutionären Ideen sich mit der Auswanderung in der ganzen Welt, besonderes deutlich aber in Südamerika, ausprägten.

Eine Präsentation seiner mikrohistorische Analyse der „Grenzarbeit“ sächsisch-böhmischer Kommunisten stelle Jan Kiepe vor und legte die Bewegungslinien offen, über die sie die Vorzüge und Nachteile der Grenzlage zu erfassen und im (politischen) Lebensalltag zu nutzen versuchten. In den Kontext von Globalisierung und industriellem Wandel stelle Knud Andresen die Frage, ob Arbeit für die persönliche Identitätsbildung angesichts der Ausweitung der Konsumgesellschaft und von Individualisierungsprozessen an Bedeutung verloren habe. Dabei betonte er, dass beide Themenfelder additiv zu diskutieren und zu untersuchen sind, also Arbeit und Konsum sind miteinander in Verbindung zu bringen sind. Er stellte fest, dass ohne Arbeit die Konsumsphäre weitgehend verschlossen bliebe und vor allem das kulturelle und soziale Kapital, sich auch identitär zu verorten, fehle.

Ausführlicher Tagungsbericht von Matthias Müller

Tagungsübersicht

Nachklang Gesprächskreis Geschichte vom 11. November 2010 in Bonn zum Thema „Die soziale Gestalt der Welt – Entwicklungszusammenarbeit als Globalisierungsunternehmen seit 1945“

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise und der Brisanz des Themenfeldes Globalisierung und Arbeit in der Öffentlichkeit hat das Archiv der sozialen Demokratie am 11. November 2010 zu einem gut besuchten Gesprächskreis Geschichte eingeladen, der vor allem globale Verteilungsfragen und das Nord-Süd/West-Ost-Armutsgefälle in den Blick genommen hat.

Der Aufbau und die Konsolidierung zivilgesellschaftlicher und staatlicher Strukturen zur Förderung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit, starker und freier Gewerkschaften sowie das Eintreten für Menschenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter gehöre zu den Aufgaben der Projekte, die die Stiftung in mehr als 100 Ländern begleite, erklärte die Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie, Dr. Anja Kruke. So werde diesem Themenkreis zukünftig ein fester Platz im zeitgeschichtlichen Veranstaltungs- und Publikationsprogrammen der Friedrich-Ebert-Stiftung eingeräumt. Bezogen auf Schwellen- und Entwicklungsländer würden dabei vor dem Hintergrund einer globalisierten Wirtschaft insbesondere Veränderungen der Arbeitsmärkte und Arbeitswelten sowie die Auswirkungen schrankenlosen Welthandels problematisiert. Gleichzeitig werde gefragt, ob und in welcher Form die europäischen Gesellschaften bezogen auf „die soziale Gestalt der Welt“ in ausreichendem Maße politische Verantwortung bislang übernommen haben.
Diese Diskurse aufgreifend, lenkte der Wiener Historiker Berthold Unfried, der als Präsident der ITH-International Conference of Labour and Social History u.a. globalgeschichtliche Ansätze zur Neubewertung von sozialen Bewegungen erarbeitet hat, die Aufmerksamkeit auf die Anfänge von Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland nach 1945 und verortete sie in den Kontext der deutschen Teilung. Er wies darauf hin, dass es wichtig sei, das Thema Entwicklungszusammenarbeit vom humanitären Beigeschmack der „Entwicklungshilfe“ freizumachen. Es handle sich um einen Ressourcentransfer und eine Intervention von außen, mit dem Ziel, die Entwicklung eines Landes, einer Region, eines Bevölkerungssegments zu fördern. Weiterhin zeigte er den Kontrast zwischen der Entwicklung "westlich-kapitalistischen" Typs und alternativer Modelle, z. B. dem sowjetischen Typ, auf.
Ergänzend stellte Frau Tuulia Syvaenen die Arbeit von „Fairtrade Labelling Organizations International“ vor und eröffnete damit eine aktuelle internationale Perspektive auf die Entwicklungszusammenarbeit. Die finnische Journalistin war von 1999 bis 2009 Executive Director bei Fairtrade Finnland und ist seit 2009 Chief Operating Officer der Fairtrade Labelling Organizations International (Bonn), einem Dachverband, der weltweit 20 Labelling Initiatives zusammenführt. Diese Nichtregierungsorganisation initiiert seit den 1990er Jahren Hilfsprogramme, um prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse in Armutsregionen zu verbessern und hat sich eine Welt, in der alle Erzeuger in Sicherheit und mit nachhaltigen Lebensgrundlagen ihr Potenzial realisieren und über ihre Zukunft bestimmen können, zum Ziel gemacht. Die FLO ist das einzige von ISO-65 anerkannte Zertifizierungssystem für ethische Warenauszeichnung und unterstützt 1,2 Millionen Kleinbauern und Arbeiter und 827 Hersteller in 60 Ländern, zu denen namenhafte Marken wie Starbucks Coffee und Ben & Jerry’s Eiscreme gehören. Weiterhin arbeitet Fairtrade mit zahlreichen Regierungsinstitutionen zusammen, um die Handelspolitik zu verbessern, mit besonderem Augenmerk auf eine Verbesserung der Geschäftsbedingungen zu Gunsten von benachteiligten Bauern und ArbeiterInnen im Süden.

Nachklang Gesprächskreis Geschichte vom 5. Oktober 2010 in Bonn zum Thema „‚Wir müssen aus dem Turm heraus!’ Der Weg der SPD zur Volkspartei“

Mit einem sozialdemokratischen Blick auf das Jahr 2013 – in dem sich die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins durch Ferdinand Lassalle in Leipzig zum 150sten Male jährt – hat das Archiv der sozialen Demokratie am 5. Oktober 2010 zu einem Gesprächskreis Geschichte eingeladen, um im Vorfeld über den historischen Weg der SPD zur Volkspartei zu diskutieren. Vor dem Hintergrund immer wieder aufkeimender Debatten über den „Herbst der Volksparteien“ in Deutschland, die ihre gesellschaftlichen Integrationskräfte längst verloren hätten, erklärte die Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie, Dr. Anja Kruke, dass es dringend geboten sei, erneut den Charakter einer Volkspartei zu definieren und den Auseinandersetzungen die nötige historische Tiefenschärfe zu verleihen.

Aus diesem Anlass eröffnete der Historiker Dr. Max Bloch – der sich 2009 mit einer Biographie über den Sozialdemokraten Albert Südekum (1871-1944) zur Geschichte der SPD im Kaiserreich und in der Weimarer Republik einschlägig zu Wort gemeldet hat –­ mit einem Beitrag über den „Weg der SPD zur Volkspartei“ die Diskussion.

In einer gründlichen historischen Fachexpertise zeigte er auf, dass bereits im Kaiserreich und in der jungen Weimarer Republik die SPD begonnen hatte, sich volksparteiliche Konzepte anzueignen und diese auch umzusetzen. Neben der Erweiterung des Wählerspektrums über die klassische Industriearbeiterschaft hinaus spielte in diesem Zusammenhang auch die Bereitschaft, staatliche Verantwortung zu übernehmen, eine zentrale Rolle.

Die reformistische, volksparteiliche Entwicklung der SPD, die bereits in den 1890er Jahren begonnen hatte, wäre nach der Reichstagswahlniederlage von 1907 forciert worden und hätte ihren Abschluss in der „Weimarer Koalition“ von 1919/20 gefunden. Nach der Wiedervereinigung mit der USPD 1922 hätte sich die „stärkste Partei des Reiches“ fortan – von der Episode der Großen Koalition unter Hermann Müller 1928/30 abgesehen – fast durchgehend in der Opposition befunden. Diese Rückzugsbewegung vom Staat sowie die Tendenz, Politik wieder stärker entlang von Klassenlinien auszurichten, ist nach Auffassung von Max Bloch zwar nicht ursächlich für das Scheitern der Weimarer Republik, hätte aber „fraglos“ auch nicht zu ihrer Stabilisierung beigetragen.

In Abgrenzung zu den Weimarer Erfahrungen gehörte die volksparteiliche Öffnung nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Kernaufgaben der SPD. Für Bloch lesen sich die Debatten um die zukünftige programmatische Ausrichtrung der Partei an vielen Stellen wie ein Déjà vu längst vergangener Zeiten: „Wir müssen aus dem Turm heraus“ konstatierte der sozialdemokratische Reformist August Müller 1907 und forderte die gesellschaftliche Öffnung der Partei. Knapp ein halbes Jahrhundert später replizierte Ernst Reuter, einer der Vordenker des Godesberger Programms von 1959: „Wir sind aber im Turm geblieben“. Unter anderem mit der Gegenüberstellung dieser beiden Zitate verwies Bloch im Schlusswort seines Vortrages auf die Aktualität der von ihm skizzierten Reformdebatten und unterstrich, dass die Identität der SPD als Volkspartei keine Selbstverständlichkeit, sondern immer wieder neu zu finden ist. Dies spiegelte sich auch in der anschließenden Diskussion mit den zahlreichen Veranstaltungsteilnehmern in besonderem Maße wider.

Tagung des Archivs der sozialen Demokratie
„Von der frei gewählten Volkskammer zum vereinten Deutschland. Politik- und Alltagserfahrungen sozialdemokratischer Volkskammerabgeordneter“

Am 23. und 24. September 2010 veranstaltete das Archiv der sozialen Demokratie in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin eine Tagung zum Thema "Von der frei gewählten Volkskammer zum vereinten Deutschland. Politik- und Alltagserfahrungen sozialdemokratischer Volkskammerabgeordneter". Mehr als 20 ehemalige sozialdemokratische Volkskammerabgeordnete standen für Fragen, Diskussionen und Vorträge zur Verfügung. Die Tagung begann nach einem einführenden Referat von Markus Meckel mit einem Rückblick auf die Politisierungserfahrungen einzelner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus verschiedene Regionen der DDR im Herbst 1989. (Christina Fritsch, Frank Heltzig, Stephan Hilsberg, Hinrich Kuessner, Markus Meckel, Steffen Reiche, Bernd Voigtländer, Gunter Weißgerber; Moderation: Mike Schmeitzner). Anschließend ging es in einer zweiten Gesprächsrunde um die politische Arbeit der SPD-Volkskammerfraktion zwischen März und Oktober 1990, wobei im Mittelpunkt Themen wie der Eintritt in die große Koalition und die vielfältigen gesetzgeberischen Vorhaben standen, die zu bewältigen waren, um die DDR im Einigungsprozess mit der Bundesrepublik „kompatibel“ zu machen. Deutlich wurde aber auch die besondere, oft von unvorhergesehenen dramatischen Entwicklungen geprägte Atmosphäre dieses Parlaments. (Martin Gutzeit, Hans-Joachim Hacker, Dr. Reinhard Höppner, Susanne Kschenka (Seils), Hans-Jürgen Misselwitz, Volker Schemmel, Richard Schröder, Rolf Schwanitz; Moderation: Ilse Fischer). Die Abendveranstaltung zum Thema „SPD und deutsche Einheit“ wurde durch ein Referat von Richard Schröder eingeleitet, der den Bogen von der Gründungsphase der Sozialdemokratie in der DDR bis zur Volkskammer spannte. In der anschließenden Diskussion ging es um die unterschiedliche Rolle der SPD-West und SPD-Ost im deutschen Einigungsprozess, was auch im nachhinein spannende Diskussionen aufwarf (Herta Däubler-Gmelin, Reinhard Höppner, Ingrid Matthäus-Maier, Markus Meckel, Richard Schröder, Rolf Schwanitz; Moderation: Ulrich Mählert).

Am zweiten Tag standen in zwei Podien Politik- und Alltagserfahrungen ehemaliger Volkskammerabgeordneter nach 1990, auf Bundesebene, in den Kommunen und Ländern sowie der Aufbau Ost und die damit verbundenen Probleme im Mittelpunkt (Konrad Elmer-Herzig, Hans-Joachim Hacker, Susanne Kschenka, Hinrich Kuessner, Frank Heltzig, Jes Albert Möller, Wilhelm Polte, Steffen Reiche, Rolf Schwanitz; Moderation: Alfred Eichhorn, Klemens Schrenk). Die regional unterschiedliche Situation der SPD und die besonderen Rahmenbedingungen für die Arbeit der Partei in Ostdeutschland wurden in einem Referat von Steffen Reiche charakterisiert. In einer mit Historikern, Experten der Erwachsenenbildung und der Schulbuchforschung besetzten Diskussionsrunde wurde die Verortung von „1989/90 in der kollektiven Erinnerung“ beleuchtet (Thomas Krüger, Heike Mätzing, Steffen Reiche, Stefan Wolle; Moderation: Bernd Faulenbach). Das Abschlussreferat von Wolfgang Thierse stellte die Entwicklung in Ostdeutschland in den umfassenden Zusammenhang der Entwicklung der deutschen Einheit und der sozialen Demokratie in Deutschland.

Ein Dokumentationsband über die Tagung wird vorbereitet.

50 Jahre Sozialwissenschaftlicher Studienkreis für internationale Politik (SSIP)

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens veranstaltete der Bereich Public History im Archiv der sozialen Demokratie und der SSIP am 18. März 2010 ein Symposium, in dessen Zentrum die Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik seit den 1950er Jahren und heutige Perspektiven der Entwicklungszusammenarbeit im Kontext zunehmender Globalisierung standen.
Die Gründungsväter des SSIP, Winfried Böll, Dieter Bielenstein, Kurt Düwell, Martin Greiff, Theodor Hanf, Dieter Oberndörfer und Barthold C. Witte gewährten in einem Zeitzeugengespräch, moderiert von Patrik von zur Mühlen, Einblicke in die Motiv- und Problemlagen der Anfänge deutscher Entwicklungshilfe und stellten sich den kritischen Fragen des zahlreich erschienenen Publikums. Ihre Erfahrungen und Einschätzungen als ehemalig herausragende Akteure deutscher Entwicklungszusammenarbeit fanden ihre zeithistorische Rahmung im Vortrag von Prof. Kurt Düwell über „Kultur- und Entwicklungspolitik in ihrem Verhältnis in den letzten 50 Jahren“. Heutige Ausgangsbedingungen und Probleme dieses Politikfeldes spitzte dann der Experte für Entwicklungspolitik Jürgen Stetten (FES) in seinem kritischen Beitrag „Globalisierung und Entwicklungspolitik – Perspektiven der deutschen Entwicklungszusammenarbeit“ zu.

Verleihung Hans-Rosenberg-Gedächtnis-Preis 2010

Die Heinrich-August-und-Dörte-Winkler-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung verlieh am 22. März 2010 in der Humboldt-Universität zum vierten Mal den mit 5.000 Euro ausgestatteten Hans-Rosenberg-Gedächtnis-Preis zur Förderung von Nachwuchshistorikern.
Diese alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung ging in diesem Jahr an den Historiker Dr. Sebastian Ullrich für seine Dissertation: „Der Weimar-Komplex. Das Scheitern der ersten deutschen Demokratie und die politische Kultur der frühen Bundesrepublik 1945–1959“. Ullrich, Jahrgang 1975, studierte Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft in Berlin und Cambridge und promovierte 2008 an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die Professoren Heinrich August Winkler, Hartmut Kaelble und Hans-Jürgen Puhle, bilden zusammen mit der Leiterin des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Dr. Anja Kruke, das Kuratorium der Stiftung. Heinrich August Winkler beurtielt die Dissertation folgendermaßen: „Sebastian Ullrich ist ein großer Wurf gelungen. Nach der Lektüre dieser Arbeit versteht man besser als zuvor, wie die zweite deutsche Demokratie zu dem wurde, was sie heute ist.“ Die Laudatio hielt der Zeitgeschichtler Prof. Dr. Edgar Wolfrum. Er nahm auch an einer anschließenden Diskussion mit dem Preisträger und mit Hans Ulrich Klose, MdB, teil, die von Prof. Dr. Heinrich August Winkler moderiert wurde.

Verabschiedung von Prof. Dr. Beatrix Bouvier und Prof. Dr. Friedhelm Boll

Nach fast 35 Jahren beendeten Professor Dr. Beatrix Bouvier und Professor Dr. Friedhelm Boll ihre Tätigkeit in der historischen Forschungsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Zum Abschied von Beatrix Bouvier lud die Friedrich-Ebert-Stiftung am 18. Februar 2010 zu einem Symposium ein. Das Thema der Veranstaltung, „Neue Perspektiven auf die Geschichte der Arbeiter und Arbeiterbewegung“, wurde bewusst für diesen Anlass gewählt – stand es doch in unmittelbarem Bezug zu „Bea“ Bouviers unablässiger Neugier auf neue Ansätze und Perspektiven in der historischen Forschung.
Auf die bedeutende Rolle, die Oral History in Friedhelm Bolls wissenschaftlichem Werk zukommt, ist auch das Symposium abgestellt, das zu seiner Verabschiedung am 29. März 2010 stattfinden wird: „Geschichte, Politik und Oral History. Eine Beziehungsgeschichte“. In diesem Rahmen steht ausnahmsweise einmal der Historiker selbst, nämlich Friedhelm Boll, im Mittelpunkt des Zeitzeugengesprächs.

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Tag der Archive 2010

"Dem Verborgenen auf der Spur", so lautete das Motto zum bundesweiten Tag der Archive, der am 5. und 6. März auch in der Friedrich-Ebert-Stiftung begangen wurde. Am Freitag und Samstag interessierten sich zahlreiche Besucher/innen für die Schatzkammer des Archiv der sozialen Demokratie. Sie erhielten in zahlreichen Führungen Einblicke in 45 Kilometer Akten sowie Fotos, Plakate und Flugblätter. Exponate von 1850 bis zur Gegenwart wurden zur Schau gestellt, darunter auch Streikmaterialien der Gewerkschaften und Demonstrationsbanner der SPD sowie Nachlässe von führenden Persönlichkeiten der Sozialdemokratie.

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