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FES / AdsD / Das Historische Stichwort / März / Georg von Vollmar geboren

07.03.1850: Georg von Vollmar geboren

Georg von Vollmar wurde am 7. März 1850 als Georg Ritter von Vollmar auf Veltheim in München geboren. Streng katholisch erzogen, schlug er 1865 zunächst die militärische Laufbahn ein, bevor er sich nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71, durch eine Schussverletzung zeitlebens behindert, der Sozialdemokratie anschloss.
1879 übernahm er die Leitung des Zürcher ‚Sozialdemokrat’, des Zentralorgans der im Reich verbotenen Sozialdemokratie, und profilierte sich als einer der maßgebenden Führer der Partei. Neigte er als Renegat und Exilant einem eher emotionalen, antitheoretischen Radikalismus zu, so verblassten seit seiner Rückkehr nach Bayern 1884 und der Eheschließung mit der kultivierten Schwedin Julia Kjellberg die einstmals revolutionären Ideale.
Den Fall des Sozialistengesetzes und den Reichstagswahlerfolg von 1890 vollzog er in sich nach und verlangte gleiches auch von der Partei. Im Sommer 1891 rief er sie im Münchner Vereinslokal ‚Eldorado’ zur taktischen Wende auf: Es sei an der Zeit, „dass wir vom Theoretischen mehr ins Praktische, vom Allgemeinen mehr ins Einzelne gehen“ und „auf Grundlage der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung Verbesserungen wirtschaftlicher und politischer Art herbeizuführen“ suchen. „Das praktische Mitarbeiten ist schwieriger als das bloße Demonstrieren, aber gerade unsere Größe legt uns die zwingende Verpflichtung zu dieser Arbeit auf.“ Der sozialdemokratische Reformismus war hiermit geboren, zu dessen geistigem Mentor sich Georg von Vollmar, Reichs- und bayerischer Landtagsabgeordneter sowie Landesvorsitzender der bayerischen Sozialdemokratie, entwickelte. Dem Revisionismusstreit stand der unideologische, ganz am Praktisch-Machbaren orientierte Vollmar gelassen gegenüber: Auf dem Dresdner Parteitag von 1903 erklärte er, er habe sich „sicherlich weder jemals als einen Bernsteinianer noch einen Bebelianer bezeichnet, ja nicht einmal einen Marxisten genannt; ich habe keine Neigung zu solchen ‚Isten’ und ‚Anern’ – mir genügt vollkommen, dass ich Sozialdemokrat bin.“
An den Rollstuhl gefesselt, zog er sich auf seinen Landsitz Soiensass am Walchensee zurück, wo er am 30. Juni 1922 starb. Nach ihm sind die Georg-von-Vollmar-Akademie im Schloss Aspenstein in Kochel am See sowie die Georg von Vollmar-Medaille, die höchste Auszeichnung der BayernSPD, benannt.

Weitere Informationen zu Georg von Vollmar finden Sie hier unter Bestände / Nachlässe und Deposita.